Präsentationsobjekte in den Fortführungsdaten
Ziel
Landeshinweis BW; die Grundregeln gelten sinngemäß auch für andere Länder.
Präsentationsobjekte sind eigenständige ALKIS-Objekte und werden deshalb genauso fortgeführt wie Flurstücke oder Gebäude. Diese Seite erklärt, wann ein Präsentationsobjekt überhaupt in die Fortführungsdaten gerät, warum plötzlich Texte verändert werden, an denen niemand gearbeitet hat, und warum in manchen Bestandsdaten die Flurstücks- und Hausnummerntexte im CAD fehlen.
Das Erzeugen und Positionieren von Präsentationsobjekten ist auf Präsentationsobjekte bearbeiten beschrieben und wird hier nicht wiederholt.
Wann ein Präsentationsobjekt in die Fortführungsdaten kommt
Ein Text-Präsentationsobjekt (PTO) ist über die Relation dientZurDarstellungVon mit dem Fachobjekt verknüpft, das es beschriftet — die Hausnummer zum Beispiel mit der Lagebezeichnung mit Hausnummer, nicht mit dem Gebäude.
Daraus folgen zwei Regeln:
- Die Satzart folgt dem Objektstatus. Ein neues PTO wird eingefügt, ein untergehendes gelöscht, ein verändertes ersetzt — genau wie jedes andere Objekt (siehe Aufbau der Erhebungsdaten).
- Ein PTO kommt nur mit, wenn das dargestellte Objekt mitkommt. Die automatische Exportauswahl wählt die Präsentationsobjekte in einem eigenen, letzten Durchgang aus (siehe Exportobjekte je Fortführungsfall auswählen).
Ein Präsentationsobjekt, an dem sich nichts geändert hat, erzeugt also keinen Satz in den Fortführungsdaten — auch dann nicht, wenn das Fachobjekt daneben bearbeitet wurde.
Beispiel Gebäudelöschung
Wird ein Wohngebäude gelöscht, bleiben die Präsentationsobjekte der Hausnummer unverändert bestehen. Die Lagebezeichnung mit Hausnummer ist ein eigenes Objekt und geht durch den Gebäudeabriss nicht unter; es entstehen daher weder Lösch- noch Einfügesätze für ihre Texte, und der Schriftinhalt bleibt erhalten. VermCad hält sich daran: Beim Markieren eines Gebäudes als untergehend werden ausdrücklich nur die Präsentationsobjekte des Gebäudes selbst mit untergehend markiert — Textobjekte, die zu einer Lagebezeichnung gehören, werden dabei wieder aus der Löschliste genommen.
Wird die Hausnummer bei dieser Gelegenheit zusätzlich verschoben, entstehen für die betroffenen Präsentationsobjekte lediglich Ersetzungssätze mit den neuen Positionen.
Anders liegt der Fall bei den Präsentationsobjekten, die am Gebäude selbst hängen (etwa Geschossangaben): Sie müssen mit dem Gebäude untergehen — beim regulären Untergehen-Markieren erledigt VermCad das mit. Bleibt eines übrig, etwa weil zwischendurch eine neue Präsentation angelegt wurde, meldet die Validierung:
- „Untergehendes <Objektart>: Nicht alle Präsentationsobjekte (…) sind als untergehend markiert."
Die Korrektur-Aktion der Meldung heißt Neue Präsentation(en) löschen und Bestandsobjekt(e) als untergehend markieren.
Zwei Präsentationsobjekte je Text: die Modellart
Die Modellart ist ein mehrfach besetzbares Attribut eines ALKIS-Objekts. Für die Darstellung im Liegenschaftskataster sind vor allem zwei Werte von Bedeutung:
| Modellart | Bedeutung |
|---|---|
DKKM1000 |
Katasterkartenmodell 1000 |
DKKM2000 |
Katasterkartenmodell 2000 |
Im führenden System liegen zu Haus- und Flurstücksnummern in der Regel zwei Präsentationsobjekte vor — eines je Maßstabsbereich. Von außen bearbeitet wird davon nur das Objekt mit DKKM1000. VermCad setzt deshalb an jedem neu erzeugten Präsentationsobjekt die Modellart DKKM1000.
Hinweis: Weil die Modellart mehrfach besetzt sein kann, ist die Anzeige eines einzelnen Wertes kein Beleg dafür, dass nur dieser eine vorhanden ist. Im Objekt-Parameter-Dialog zeigt die Zelle nur den ersten Wert der Liste; die vollständige Liste öffnet die Schaltfläche in der Zelle. Die Spalte Modellart ist dort zudem standardmäßig ausgeblendet und muss über die Spaltenauswahl erst eingeblendet werden — ebenso wie Lebenszeitintervall, Anlass und Fachdatenverbindung.
Fehlen Flurstücks- oder Hausnummerntexte im CAD?
Symptom: In den Bestandsdaten mancher Stellen fehlen im CAD sämtliche Flurstücks- und Hausnummerntexte.
Ursache: Die verwendete Darstellungsvariante blendet Präsentationsobjekte mit der Modellart DKKM2000 aus — was richtig ist, solange daneben ein zweites Objekt mit DKKM1000 existiert. Kommen die Bestandsdaten stattdessen mit einem einzigen Präsentationsobjekt, das beide Modellarten trägt, greift die Ausblendung fälschlich für den einzigen vorhandenen Text.
Abhilfe: Zuerst die Bedingung der Darstellungsvariante ansehen, die in Ihrer Einrichtung im Einsatz ist — das Ausblenden ist keine Programmeigenschaft, sondern eine Bedingung in der Variante. Sie ist so zu fassen, dass nur ausgeblendet wird, wenn DKKM2000 vorliegt und DKKM1000 gerade nicht. Dafür genügen die Relationen enthält bzw. enthält nicht im Bedingungsdialog; beide werden gegen die vollständige Werteliste des Attributs geprüft, nicht nur gegen den ersten Wert. Dann bleiben die Texte in beiden Datenkonstellationen sichtbar. Vorgehen siehe Darstellungsvarianten nutzen und ALKIS-Vergleichsbedingungen.
Der Platzhaltertext
Findet VermCad zu einem Flurstück oder zu einer Lagebezeichnung mit Hausnummer kein Präsentationsobjekt mit Modellart DKKM1000, legt es beim Übersetzen (F9) an der passenden Stelle einen Platzhaltertext im CAD an, damit die Beschriftung in der Zeichnung nicht einfach fehlt. Der Platzhaltertext ist ein reiner CAD-Text ohne ALKIS-Objekt; er wird wieder entfernt, sobald ein echtes DKKM1000-Präsentationsobjekt vorhanden ist.
Massenhaft veränderte Präsentationsobjekte: die UTM-Zone prüfen
Symptom: Die aufnehmende Stelle beanstandet, dass in den eingereichten Fortführungsdaten eine große Zahl von Präsentationsobjekten außerhalb des Bearbeitungsbereichs, aber innerhalb des Abrufrahmens programmgesteuert verändert bzw. verschoben wurde.
Ursache: Das Projekt arbeitet in einer anderen UTM-Zone als der amtlichen. Die Position eines Präsentationsobjekts wird dann in einer abweichenden Zone geführt und beim Export entsprechend anders geschrieben — schon minimale Unterschiede reichen aus, damit die Datenhaltung die Objekte als verändert wertet.
Die Zone prüfen und einstellen
- Programmweit: Menü Optionen → Compiler… (der Dialog heißt Compiler - Optionen) → Registerkarte Allgemein, Auswahlgruppe UTM - Zone mit den Werten Auto, 31, 32 und 33. Die Zone 31 ist gesperrt; in Baden-Württemberg ist Zone 32 die richtige Wahl, denn das amtliche Bezugssystem ist
ETRS89_UTM32. - Projektbezogen: über die globale Option im Quelltext — Menü Einfügen, Eintrag Zone im LS489 (In welcher Zone sollen die Koordinaten/CAD im Auftragslagestatus 489 ausgegeben werden?). Eingefügt wird:
$UTMZone = Auto;{ Zone des LS 489 im Auftrag (Auto, 31, 32 oder 33) }
Siehe Globale Optionen. Im Block AUFTRAG steht die Zone zusätzlich als Bezeichner UTM_Zone (siehe MWT Syntax-Block AUFTRAG).
Die Warnung beim Export
Weicht die im Projekt verwendete Zone von der Landes-Standard-Zone ab, meldet VermCad vor dem Export des vollständigen Fortführungs-Entwurfs:
- „Die im Projekt eingestellte UTM-Zone (Zone …) entspricht nicht der Landes-Standard-Zone (Zone …).
- Der Fortführungs-Entwurf würde dann mit einer abweichenden UTM-Zone exportiert.
- Möchten Sie den Export trotzdem fortsetzen?"
Die Prüfung greift nur im Lagestatus 489 und deckt sowohl fest eingestellte als auch automatisch ermittelte Zonen ab. Diese Warnung nicht wegklicken — sie ist genau der Hinweis auf die oben beschriebene Beanstandung.
Passt eine fest eingestellte Zone gar nicht zur Lage des Projekts, schaltet VermCad selbstständig auf die automatische Ermittlung zurück und schreibt ins Protokoll:
- „Kann die UTMZone <…> nicht setzen, weil die Projektkoordinaten zu weit vom Mittelmeridian dieser Zone entfernt liegen! Es wird die automatische Zonenermittelung eingeschaltet."
Ein bereits betroffenes Projekt bereinigen
- Die Zone richtigstellen (siehe oben) und das Projekt neu übersetzen (F9).
- Den Fortführungs-Entwurf neu erzeugen und prüfen, ob die ungewollt veränderten Präsentationsobjekte verschwunden sind.
- Bleiben sie stehen, den betroffenen Fortführungsfall — meist den Sammelbehälter Weitere Objekte — vorübergehend auf manuelle Objektauswahl stellen und die ungewollt veränderten Präsentationsobjekte dort vom Export ausschließen. Umgeschaltet wird über die beiden kleinen Symbole am Reiter des Falls (Kurzhinweise Manuelle Auswahl der Exportobjekte / Automatische Auswahl der Exportobjekte); am Behälter Weitere Objekte ist das der einzige Weg, denn das Feld Export: autom./manuell im Kopfbereich wird dort nicht angezeigt. Anschließend neue Fortführungsdaten einreichen.
- Erst nach dem Einreichen wieder auf automatisch zurückstellen und den Fall bitte melden. Achtung: Das Zurückschalten wirft die manuelle Auswahl weg — VermCad leert die Exportauswahl und füllt sie sofort neu automatisch auf. Siehe Exportobjekte je Fortführungsfall auswählen; dort ist auch die Warnung beschrieben, die VermCad bei manueller Auswahl vor dem Export ausgibt.
Typische Fehlerbilder
| Symptom | Ursache | Abhilfe |
|---|---|---|
| Die aufnehmende Stelle beanstandet sehr viele veränderte Präsentationsobjekte außerhalb des Bearbeitungsbereichs, aber innerhalb des Abrufrahmens. | Das Projekt läuft in einer anderen als der amtlichen UTM-Zone; dadurch entstehen minimale Koordinatenunterschiede, die als Änderung exportiert werden. | Zone unter Optionen → Compiler…, Registerkarte Allgemein, Auswahlgruppe UTM - Zone bzw. projektbezogen über $UTMZone korrigieren, neu übersetzen und neu exportieren; Restbestände über die manuelle Objektauswahl vom Export ausschließen.
|
| Im CAD fehlen sämtliche Flurstücks- und Hausnummerntexte eines Bestandsdatenauszugs. | Die Bestandsdaten enthalten je Text nur ein Präsentationsobjekt, das beide Modellarten trägt; die Darstellungsvariante blendet alles mit DKKM2000 aus. |
Bedingung der Darstellungsvariante auf „enthält DKKM2000 und enthält nicht DKKM1000" umstellen.
|
| Das Feld Modellart wirkt leer oder zeigt scheinbar nur einen Wert. | Die Modellart ist ein mehrfach besetzbares Attribut; angezeigt wird nur der erste Wert, und die Spalte ist im Parameter-Dialog standardmäßig ausgeblendet. | Spalte einblenden und die vollständige Liste über die Schaltfläche in der Zelle öffnen. |
| Nach dem Löschen eines Gebäudes wird gefragt, ob die Hausnummerntexte neu anzulegen sind. | Missverständnis: Die Präsentationsobjekte der Hausnummer hängen an der Lagebezeichnung, nicht am Gebäude. | Nichts tun — es entstehen weder Lösch- noch Einfügesätze. Nur beim Verschieben der Hausnummer entstehen Ersetzungssätze. |
| Die Validierung meldet „Untergehendes … : Nicht alle Präsentationsobjekte (…) sind als untergehend markiert." | Zum untergehenden Objekt gehörende Präsentationsobjekte wurden nicht mit behandelt. | Korrektur-Aktion der Meldung ausführen bzw. die Präsentationsobjekte als untergehend markieren. |
| Die Validierung meldet „Für … wurde keine Standard-Text-Präsentation angelegt." | Zu einem neuen Objekt fehlt das kanonische Text-Präsentationsobjekt. | Korrektur-Aktion Standard-Text-Präsentationsobjekt erzeugen der Meldung ausführen. |
| Die Validierung meldet, ein Präsentationsobjekt liege „sehr weit entfernt" oder „nicht innerhalb des Umrings des darzustellenden Objekts". | Der Text steht außerhalb der Fläche, die er beschriftet — häufig nach dem Neuzuschnitt von Flächen. | Text an eine Position innerhalb des Umrings ziehen bzw. Bezugsstrich verwenden. |
| Die aufnehmende Stelle beanstandet einen Bereich, an dem gar nicht gearbeitet wurde — betroffen sind aber keine Präsentationsobjekte. | Andere Ursache: veralteter Bestandsauszug oder eine inkonsistente Geometrie an einem gelöschten Flurstück. | Siehe Bestandsdaten abrufen und aktuell halten und Flächendeckung nach jedem Fortführungsfall. |
Siehe auch
- Präsentationsobjekte bearbeiten — PTO erzeugen, positionieren, Referenzpunkt-Verschiebung
- Exportobjekte je Fortführungsfall auswählen
- Aufbau der Erhebungsdaten — Einfügen, Ersetzen, Löschen
- Darstellungsvarianten nutzen und ALKIS-Vergleichsbedingungen
- Der ALKIS-Objekt-Parameter-Dialog
- Die Compiler - Optionen Allgemein
- Globale Optionen
- Fortführungsfälle und Validierungsmeldungen