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Darstellungsvarianten nutzen

Aus VermCAD Hilfe Wiki

Ziel

Eine Darstellungsvariante übersteuert die Darstellung einzelner Objekte einer Folie nach frei formulierten Bedingungen – ohne die Objekte selbst, ihre Folienzuordnung oder die Folieneigenschaften zu ändern. So lässt sich derselbe Datenbestand für zwei Zwecke unterschiedlich zeigen (zum Beispiel einmal die Fortführung mit hervorgehobenen neuen Flurstücken, einmal eine neutrale Übersichtszeichnung), ohne die Zeichnung zu kopieren.

Übersteuern lassen sich unter anderem: Sichtbarkeit, Farbe und Transparenz, Füllung und Füllfarbe, Linienstärke, Linienmuster, Linien-Abschluss, Liniensymbol, Punktsymbol und Punkt-Skalierung, Textstil und Text-Skalierung, Textur, Schraffurstil, Böschungsschraffur, Linienenden freistellen sowie die Anzeige untergehender ALKIS-Objekte.

Diese Seite beschreibt den Arbeitsablauf. Der Dialog selbst – Schaltflächen, Spalten und die Herkunftsanzeige – ist auf CAD-Darstellungsvarianten beschrieben.

Voraussetzungen

  • Geöffnetes Projekt mit ALKIS-Objekten. Die Bedingungen werten die Eigenschaften des ALKIS-Objekts aus, zu dem ein CAD-Objekt gehört.
  • Eine Folie, deren Objekte übersteuert werden sollen – siehe CAD-Folienverwaltung.
  • Zum Ändern mitgelieferter System-Darstellungsvarianten sind Hauptnutzer-Rechte nötig; eigene Varianten kann jeder anlegen.

Vorgehen

Darstellungsvariante anlegen

  1. Folienverwaltung öffnen (Schaltfläche Folie: in der Kopfzeile des CAD-Fensters) und in die Spalte Darstellung klicken.
  2. Im Kontextmenü dieser Spalte Darstellungsvarianten ändern/erstellen wählen. Alternativ: Rechtsklick auf das Folien-Auswahlfeld in der Kopfzeile → Darstellungsvarianten öffnen.
  3. Im Dialog Darstellungsvarianten auf Neu klicken und einen Namen vergeben. Soll eine vorhandene Variante als Ausgangspunkt dienen, stattdessen Kopieren verwenden.

Objektart und Bedingungen festlegen

Bedingungszeile mit der Modellart und dem Operator enthält nicht

Dialog Darstellungsvarianten mit einer Objektart und mehreren Bedingungen

  1. Neue Objektart anklicken und im Auswahlfenster die ALKIS-Objektart wählen, für die die Regel gelten soll. Die Liste lässt sich nach Ansichtsname oder Objektname sortieren; Tippen springt zum passenden Eintrag. Je Objektart entsteht ein eigener Reiter im Dialog.
  2. Bedingung hinzufügen anklicken. Es entsteht eine Zeile in der Tabelle.
  3. In die Zelle der Spalte Bedingungen klicken. Es öffnet sich der Bedingungs-Dialog; er ist derselbe wie bei den ALKIS-Filtern und auf ALKIS-Vergleichsbedingungen beschrieben (Attribut, Vergleichsoperator, Wert, UND/ODER-Verknüpfung).
  4. Die gewünschten Eigenschaften in den weiteren Spalten der Zeile setzen (Farbe, Füllung, Linienstärke, Punktsymbol …). Über das Kontextmenü einer Zelle stellen Sie mit <Folienwert> verwenden wieder den Wert der Folie ein – die Eigenschaft wird dann nicht übersteuert.
  5. Weitere Bedingungen anlegen und mit Eigenschaft um eine Stelle nach oben/unten verschieben (Kontextmenü) in die richtige Reihenfolge bringen. Die Spalte Stelle zeigt die Auswertungsreihenfolge.

Beispiel: eine mehrwertige Eigenschaft filtern (Modellart)

Manche ALKIS-Eigenschaften sind mehrwertig – ein Objekt kann mehrere Werte zugleich führen. Das wichtigste Beispiel ist die Modellart: Ein Präsentationsobjekt aus den Bestandsdaten kann etwa den Modellarten DKKM1000 und DKKM2000 gleichzeitig angehören. Für solche Eigenschaften bietet der Bedingungs-Dialog die Operatoren enthält und enthält nicht an; geprüft wird dabei gegen die einzelnen Einträge der Werteliste.

So blenden Sie zum Beispiel alle Beschriftungen aus, die nicht zum Katasterkartenmodell 1:1000 gehören:

  1. Objektart Textförmiges Präsentationsobjekt (Punkt) anlegen.
  2. Bedingung hinzufügen: Eigenschaft Modellart, Operator enthält nicht, Wert DKKM1000.
  3. In derselben Zeile die Spalte Sichtbarkeit ausschalten.

Ausgeblendet wird damit jedes Textobjekt, in dessen Modellart-Liste DKKM1000 nicht vorkommt. Ein Objekt, das DKKM1000 und DKKM2000 zugleich führt, bleibt sichtbar – genau darin unterscheidet sich enthält nicht von einem einfachen ist nicht. Wer stattdessen mit enthält DKKM2000 ausblendet, erwischt auch die Objekte, die zusätzlich DKKM1000 führen – im CAD fehlen dann scheinbar sämtliche Flurstücksnummern- und Hausnummerntexte des Bestandes. Dieser Fall und die passende Bedingungs-Kombination sind auf Präsentationsobjekte in den Fortführungsdaten beschrieben.

Variante der Folie zuweisen und prüfen

Spalte Darstellung in der Folienverwaltung mit aufgeklappter Auswahl der Varianten

  1. In der Folienverwaltung in der Spalte Darstellung der betreffenden Folie die neue Darstellungsvariante auswählen. Erst dadurch wird sie für die Objekte dieser Folie ausgewertet.
  2. Wirkung kontrollieren: Der Darstellungsvarianten-Dialog kann geöffnet bleiben; CAD Aktualisieren überträgt den Zwischenstand in die Szene. Ist das Kontrollkästchen daneben gesetzt, geschieht das nach jeder Änderung automatisch.
  3. Den Dialog mit OK schließen – siehe Stolperfallen.

Hinweise und Stolperfallen

  • Die erste zutreffende Bedingung gewinnt. Die Liste wird von oben nach unten abgearbeitet; sobald eine Bedingung zutrifft, werden die folgenden nicht mehr ausgewertet. Spezialfälle gehören deshalb nach oben, allgemeine Regeln nach unten.
  • Nur ALKIS-Objekte werden erfasst. Ausgewertet wird immer das ALKIS-Objekt, zu dem ein CAD-Objekt gehört. Für reine Zeichnungsobjekte ohne ALKIS-Bezug greift eine Darstellungsvariante nicht.
  • Ohne OK ist alles verloren. Wird der Dialog nicht mit OK beendet, werden sämtliche seit dem Öffnen vorgenommenen Einstellungen zurückgenommen.
  • Über die Spalte Aktiv lässt sich eine einzelne Bedingung vorübergehend stilllegen, ohne sie zu löschen.
  • Mitgelieferte System-Darstellungsvarianten sind gesperrt; die Schaltflächen Löschen, Umbenennen und die Bedingungs-Schaltflächen bleiben dann ausgegraut. Für eigene Anpassungen zuerst Kopieren.
  • Erscheint die rote Meldung Unvollständige Daten – bitte korrigieren!, verweist eine Bedingung auf einen nicht mehr vorhandenen Eintrag (zum Beispiel ein gelöschtes Symbol). Solche Einträge müssen vor dem Verlassen des Dialogs bereinigt werden.
  • Woher kommt diese Farbe? In den CAD-Objektinformationen öffnet der Rechtsklick auf eine Eigenschaft den Eintrag Herkunft. Stammt der Wert aus einer Darstellungsvariante, springt VermCad direkt zur zuständigen Variante, Objektart und Bedingung.
  • Für Punktsymbole lassen sich in der Eigenschaftsspalte auch Multisymbole hinterlegen (Kontextmenü Multisymbol bearbeiten).
  • Eine Folie kann je Szenario eine andere Darstellungsvariante führen. Damit lässt sich zwischen zwei Darstellungen derselben Daten umschalten, ohne die Zuweisung jedes Mal von Hand zu ändern.

Siehe auch



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