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Die Compiler - Optionen Ausgleichung

Aus VermCAD Hilfe Wiki

Die hier eingetragenen mittleren Fehler (Standardabweichungen) a-priori verwendet VermCad im Dialogfenster Verkettete Transformationen als Voreinstellung immer dann, wenn Sie ein neues System anlegen. Tragen Sie also die von Ihnen am meisten bevorzugten Werte ein. Dasselbe gilt für die Parameter-Anzahl, die Koordinaten-Reduktion und die Verteilung der Restklaffen: Auch sie sind Voreinstellungen für neu angelegte Systeme.

Außerdem können Sie hier ab Version 4.0 einstellen, ob VermCad bei den Berechnungen zur Ausgleichung alle zur Verfügung stehenden Prozessorkerne verwenden soll. Nähere Informationen dazu finden Sie unten.

Aufruf: Menü Optionen → Compiler - Optionen → Registerkarte Ausgleichung.

Die Registerkarte ist zweispaltig aufgebaut: links die Einstellungen für lokale Koordinaten, rechts dieselben für digitalisierte Koordinaten.

Mittlere Fehler a priori

Fehlende Einträge ersetzt VermCad wie folgt:

Gruppe Größe Ersatzwert
Lokale Koordinaten Ordinaten 0.03 m
Abszissen 0.03 m
Klaffen kein Eintrag
Maßstab 0.15 m/km
Digitalisierte Koordinaten Ordinaten 0.8 m
Abszissen 0.8 m
Klaffen kein Eintrag
Maßstab 25.0 m/km
Spannmaße Strecken 0.03 m
Polarelemente Richtungen 0.001 gon
Zieleinstellung 0.002 m
Strecken absolut 0.030 m
Strecken relativ kein Eintrag
Parallelen Parallelität 0.0 gon
Abstände 0.0 m
Abbruchschranke kein Eintrag, VermCad arbeitet dann intern mit 0.01 m.

Weitere Voreinstellungen

Parameter...

Anzahl der Parameter - 3, 4, 5 oder 6 -, mit der ein neu angelegtes System standardmäßig transformiert wird. Die Auswahl gibt es getrennt für lokale und für digitalisierte Koordinaten. Ohne eigene Einstellung gilt für lokale Koordinaten 4 (Ähnlichkeitstransformation), für digitalisierte Koordinaten 5.

Koo reduzieren

Die Koordinaten des Systems werden für die Berechnung reduziert (GK- bzw. UTM-Reduktion). Auch diese Einstellung gilt getrennt für lokale und digitalisierte Systeme.

VRK standardmäßig an

Neu angelegte Systeme rechnen standardmäßig mit Verteilung der Restklaffen. Für digitalisierte Systeme ist die Einstellung ab Werk eingeschaltet, für lokale Systeme ausgeschaltet.

Normalverteilte NV (in VkT und NA) standardmäßig an

Die normierten Verbesserungen (NV) werden in verketteten Transformationen und Netzausgleichungen standardmäßig als normalverteilt behandelt (Baarda-Test) statt als t-verteilt. In den Ergebnislisten steht hinter den Werten entsprechend (normalverteilt) bzw. (t-verteilt). Je Berechnung entspricht dem der Schalter normalverteilte NV im Berechnungsdialog bzw. der Makro-Parameter ,NNV.

Gewichtsmatrizen optimieren

Die Gewichtsmatrizen werden für eine bessere numerische Stabilität mit einem geeigneten Skalierungsfaktor multipliziert. Rein mathematisch hat das keinen Einfluss auf die Berechnungsergebnisse, wegen der beschränkten Rechengenauigkeit kann es aber zu leicht veränderten Werten führen; die Ergebnisse sollten bei aktivierter Option präziser sein. Die Option ist ab Werk eingeschaltet. Für ein einzelnes Projekt lässt sie sich im Projekt-Quelltext übersteuern: Menü Einfügen → Globale Optionen → Gewichtsmatrizen optimieren (bei Ausgleichung) ($OptimizeWeights).

Abbruchschranke

Schranke, bei deren Unterschreitung die Iteration abbricht. Bleibt das Feld leer, rechnet VermCad intern mit 0.01 m.

Abweichungen Festpunkte

Standardabweichungen, mit denen Festpunkte in die Ausgleichung eingehen - getrennt nach endgültig und vorläufig bestimmten Festpunkten.

Der Wert wird in dem Augenblick an den Punkt geschrieben, in dem Sie ihn in die Festpunktliste des Berechnungsdialogs aufnehmen. Punkte, die dort bereits eine eigene Standardabweichung haben, bleiben unverändert; ist das Feld hier leer, trägt VermCad nichts ein.

Anwenden in

Legt fest, in welchen Berechnungen diese Standardabweichungen verwendet werden. Zur Wahl stehen die Netzausgleichung und die Verketteten Transformationen - letztere heißen in der Baden-Württemberg-Ausgabe Komplexausgleichung. Ohne Häkchen bleibt die jeweilige Berechnung unbeeinflusst.

Das Häkchen bei Netzausgleichung gilt auch für die Netzausgleichung - Höhen und die Geometrische Höhennetzausgleichung (Nivellement). Das Häkchen bei den Verketteten Transformationen wirkt zusätzlich in der Ausgleichung Gebäudeumring - dort allerdings nur mit dem Wert für endgültig bestimmte Festpunkte.

Hinweis: In der Baden-Württemberg-Ausgabe sind ab Werk 0,01 m für endgültige Festpunkte und die Anwendung in der Netzausgleichung voreingestellt (VwVLV-LV, Vorschrift 71(5)).

Paralleles Rechnen mit allen Prozessorkernen

In Version 4.0 wurden die Berechnungen in der Ausgleichung so umgestellt, dass sie nun alle Prozessorkerne Ihres Computers verwenden können, was besonders bei großen Projekten die Rechenzeit deutlich verkürzt. Außerdem wurden in diesem Zuge viele der nötigen Berechnungen optimiert und es steht nun ein neues, noch schnelleres Berechnungsverfahren zur Verfügung. Beide Verfahren, das alte und das neue (optimierte), sollten von einem rein mathematischen Standpunkt aus dieselben Ergebnisse liefern, allerdings können sich durch den veränderten Berechnungsablauf Rundungsfehler anders auswirken, was in der Praxis zu minimalen Abweichungen in den Ergebnissen führen kann.

Voreinstellung ist parallel. Folgende Optionen stehen Ihnen zur Verfügung:

  • abschalten (1-Kern-Prozessor): Das alte Berechnungsverfahren (VC Version 3.9 und davor) wird verwendet und es wird nur auf einem Prozessorkern gerechnet.
    • Diese Option ist nur sinnvoll, falls Ihr Computer nur über einen Prozessorkern verfügt.
  • parallel: Das alte Berechnungsverfahren (VC Version 3.9 und davor) wird verwendet, aber es wird auf allen verfügbaren Prozessorkernen gerechnet. Die Ergebnisse der Berechnungen sind exakt identisch mit den Ergebnissen älterer VC-Versionen.
  • parallel optimiert: Das neue, optimierte Berechnungsverfahren wird verwendet und es wird auf allen verfügbaren Prozessorkernen gerechnet. Dieses Verfahren ist meistens am schnellsten. Die Ergebnisse der Berechnungen könnten von den Ergebnissen älterer VC-Versionen minimal abweichen.

Insgesamt empfehlen wir folgendes Vorgehen:

  • Sie wollen ein altes Projekt rechnen, das Sie vor Version 4.0 angelegt haben und Sie wollen sicher stellen, dass die Ergebnisse sich nicht verändern?
    • Falls Ihr Computer mehr als einen Prozessorkern hat, dann wählen Sie bitte die Option parallel. Ansonsten wählen Sie bitte abschalten. (Die parallele Berechnung kann auf einem System mit nur einem Kern sonst zu einer erhöhten Rechenzeit führen.)
  • In allen anderen Fällen wählen Sie am besten die Option parallel optimiert. Diese rechnet in den meisten Fällen am schnellsten.
    • Bemerkung: Selbst auf einem System mit nur einem Prozessorkern sollte diese Option zu den kürzesten Rechenzeiten führen.


Hinweis: Sie können auch unter "Einfügen -> Globale Optionen -> ParallelComputingType für Ausgleichung setzen" die Berechnungseinstellungen für das aktuell geöffnete Projekt setzen und damit die hier in den Compiler-Optionen getroffene Auswahl überstimmen.


Siehe auch

Das Dialogfenster Compiler - Optionen
Globale Optionen
Compiler - Optionen Allgemein



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