Zum Inhalt springen

Die Compiler - Optionen Anschlüsse

Aus VermCAD Hilfe Wiki

Die Berechnung (der Anschluss) polarer Standpunkte und GNSS-Messungen erfolgt entsprechend der nachstehenden Optionen.

Aufruf: Menü Optionen → Compiler - Optionen → Registerkarte Anschlüsse.

Mit Maßstab

Standardmäßig werden freie Stationierungen ohne Maßstab - Kongruenztransformation - durchgeführt. Bei markierter Option wird standardmäßig mit Maßstab - Ähnlichkeitstransformation - gearbeitet.

Die Option wirkt nur, wenn stets über Transformation stationieren ausgeschaltet oder bei der Parameter-Anzahl Auto gewählt ist. Nur dann lässt sich das Kontrollkästchen überhaupt anwählen.

Projektbezogen entspricht dem die globale Option $TT_4P.

Stets freie Station

Jeder Anschluss eines Messblocks wird als Transformation oder Einzelpunktausgleichung berechnet, oder mit anderen Worten, es wird niemals ein Abriss mit anschließender Polarpunktberechnung ausgeführt - es wird also nie ein Abriss gerechnet. (siehe auch globale Option $TR; im Kopf des Messblocks bewirkt die lokale Option T, dass der einzelne Block über eine Transformation stationiert wird)

Einzelpunktausgleichung für freie Stationen

Bevorzugt werden freie Stationierungen über eine Transformation berechnet. Für das allgemeinere Modell der Einzelpunktausgleichung entscheidet sich VermCad nur, wenn zu wenigstens einem Anschlusspunkt nicht die Strecke gemessen wurde (Fernziel). Bei markierter Option wird stets mit Einzelpunktausgleichung gearbeitet. (siehe auch globale Option $EA; bzw. lokale Option E)

Stets über Transformation stationieren

Alle polaren Messungen und Netzmessungen werden mit Transformation stationiert.

Diese Option steuert die drei vorstehenden: Ist sie gesetzt, sind stets freie Station und Einzelpunktausgleichung für freie Stationen gesperrt, und erst dann lässt sich die Parameter-Anzahl wählen.

Parameter...

Anzahl der Parameter, mit denen die Stationierung transformiert wird: 3, 4, 5, 6 oder Auto. Die 4-Parameter-Transformation ist die Helmert-Transformation. Die Auswahl ist nur zugänglich, wenn stets über Transformation stationieren gesetzt ist.

Bei Auto gibt VermCad die Parameter-Anzahl nicht vor, sondern entscheidet wie ohne die Option stets über Transformation stationieren:

Bei polaren Messungen 4 Parameter (Ähnlichkeit, mit Maßstab), wenn mit Maßstab gesetzt ist oder der Messblock einen eigenen Lagestatus führt (GNSS-Messung) - sonst 3 Parameter (Kongruenz, ohne Maßstab). Nur bei Auto bleibt deshalb das Kontrollkästchen mit Maßstab anwählbar.

Bei Netzmessungen 3 Parameter (in der Ausgabe Sachsen - Anhalt bei Messungen im LSY-System 4 Parameter).

Einstellungen zur Transformation

Maßstab als Beobachtung mit Wert 1 führen

Ist diese Option gewählt, wird bei der Berechnung einer Transformation (mit 4, 5 oder 6 Parametern) der Maßstab als Beobachtung mit dem Wert 1 geführt. Bei einer 3-Parameter-Transformation hat sie keine Bedeutung und ist dann gesperrt.

Gewicht der Maßstabsbeobachtung

Gewicht, mit dem die Maßstabsbeobachtung eingeht. Zulässig sind Werte von 0,01 bis 10 000 000 000 mit bis zu drei Nachkommastellen. Je größer das Gewicht, desto stärker wird der Maßstab an den Wert 1 gebunden. Ein leeres Feld wirkt wie der Wert 50000 – so ist es in Baden-Württemberg für die Helmert-Transformation vorgeschrieben. Das Feld ist nur zugänglich, wenn die vorstehende Option gesetzt ist.

Restliche Beobachtungen ungewichtet

Alle übrigen Beobachtungen gehen - abgesehen von einer möglichen Maßstabsbeobachtung - mit dem Gewicht 1 in die Transformation ein.

Einstellungen anwenden für

Ist stets über Transformation stationieren gewählt, werden die Einstellungen zur Transformation bei der Stationierung aller polaren (Netz-)Messungen verwendet. Anderenfalls entscheiden Sie hier, ob sie dennoch verwendet werden sollen, falls eine (Netz-)Messung über eine Transformation stationiert wird - etwa weil Sie die Option T im Kopf des Messblocks angegeben haben:

Helmert-Trafo – nur bei der Helmert-Transformation (4 Parameter).

Immer – bei jeder Transformation.

Nie – die Einstellungen bleiben unberücksichtigt. Das ist in allen Bundesland-Ausgaben die Voreinstellung.

Auch für Koordinatentransformationen anwenden

Ist diese Option gewählt, gelten die hier getroffenen Einstellungen auch für Koordinatentransformationen, z.B. für Vorgaben und GNSS-(Netz-)Messungen in einem anderen Lagestatus, falls diese mittels Transformation berechnet werden. Ist sie deaktiviert, werden die Einstellungen nur für den Anschluss polarer (Netz-)Messungen verwendet, die über Transformation stationiert werden.

Hinweis: In der Baden-Württemberg-Ausgabe sind ab Werk voreingestellt: stets über Transformation stationieren, Parameter 4, Maßstab als Beobachtung mit Wert 1 führen, restliche Beobachtungen ungewichtet, das Maßstabsgewicht 50000 und bei Gewichte für Abriss die Einstellung proportional s.

GNSS-Messungen auf Verschiebung prüfen

Messen Sie mitunter bereits mit vorläufigen, noch nicht ausgeglichenen Koordinaten für die Referenzstation, benötigen Sie diese Option. Dann prüft VermCad jeden GNSS-Messungsblock auf Veränderung der Referenzstationskoordinaten und korrigiert bei Bedarf jeden Punkt dieses Blockes um den entsprechenden Verschiebevektor.

Typisches Anzeichen: Die Koordinaten der Referenzstation (Basis) haben sich nachträglich geändert, und die damit gemessenen Punkte liegen alle um denselben Betrag verschoben.

GNSS-Netzmessungen vor Netzmessungen Auswerten

Ist die Option gesetzt, wertet VermCad die GNSS-Netzmessungen vor den übrigen Netzmessungen aus. Die im Projekt gemessenen GNSS-Netzmessungen stehen so der Netzausgleichung als Anschlusspunkte zur Verfügung.

Projektbezogen entspricht dem die globale Option $GNSS_NM_FIRST.

Längenabhängigen Richtungsfehler nach M.P. berechnen

Die Berechnung des längenabhängigen Richtungsfehlers basiert auf den Einstellungen für die Standardabweichung des benutzten Gerätes. Projektbezogen entspricht der Option die globale Option $LRI_FE_MP.

Man findet in der Literatur verschiedene Ansätze die Standardabweichungen bzw. die Varianzen der gemessenen Richtungen und Strecken zu schätzen.

Für die Berechnung des Fehlers in Messrichtung werden die Einstellungen "Strecken absolut"(A1) und "Strecken relativ"(A2) benutzt: Sigma²=(A1+A2*Strecke)².

Für die Berechnung des Fehlers quer zur Messrichtung werden die Einstellungen "Richtungen"(B0) und "Zieleinstellung"(B1) benutzt. Dr. Martin Pröseler hat hier folgenden Ansatz verfolgt: Sigma²=(B0+(B1*Rho/Strecke))² (mit Rho=200gon/Pi).

Die neue Variante ist der von M.P. ähnlich, hier wurden ins besondere die Unabhängigkeit von B0 und B1 hervorgehoben. (Dieser Ansatz ist mehrfach in einschlägiger Lit. empfohlen (z.B. "Freie Stationierung/&Einzelpunktausgleichung" Müller, H.(1994))). Sigma²=B0²+(B1*Rho/Strecke)².

Für moderne Tachymeter geht der Fehler B0 gegen Null, somit sind die Ansätze identisch. Wir empfehlen daher B0=0 zu setzen (Wenn mit dem alten Ansatz von M.Pröseler gerechnet wird darf B0 nicht leer sein nur =0 !).

Verteilung der Restabweichungen

Eine gewünschte Verteilung der Restabweichungen - auch Restklaffen genannt - bei Transformationen wird nach Abstandsgewichten durchgeführt. Folgende Möglichkeiten zur Bestimmung der Gewichte stehen zur Verfügung, wobei s die jeweilige Entfernung zum Anschlusspunkt ist. Voreingestellt ist proportional 1 / (s * s½).

proportional 1 / s

proportional 1 / (s * s½)

proportional 1 / s²

alle Anschlüsse mit VR

Bei gewählter Option werden standardmäßig alle Standpunkte mit Verteilung der Restabweichungen (Restklaffenverteilung) angeschlossen, andernfalls ohne. Für einzelne Blöcke geht das auch im Quelltext: globale Option $VRK, im Kopf des Blocks die lokale Option V.

alle GNSS-Anschlüsse mit VR

Entspricht der vorstehenden Option, beschränkt auf GNSS-Messungen. Die Option ist nur wählbar, solange alle Anschlüsse mit VR nicht gesetzt ist.

Gewichte für Abriss

Lange Anschlussrichtungen sollten in einem Abriss ein größeres Gewicht haben als kurze, also stärker eingehen. Folgende Möglichkeiten zur Festlegung der Gewichte gibt es - voreingestellt ist proportional 1 / sigma², in der Baden-Württemberg-Ausgabe ab Werk proportional s:

proportional 1 / sigma²

Wie in einer Netzausgleichung dient als Gewicht die reziproke längenabhängige Varianz a priori der Anschlussrichtung (empfohlen).

proportional s

Die Gewichte werden direkt proportional zur Entfernung des Anschlusspunktes gebildet.

ungewichtet

Alle Gewichte sind gleich groß (klassischer Abriss, nicht empfohlen).

Einfach vorgelegte Stationen

Soll ein einfach vorgelegter Punkt sofort als Standpunkt verfügbar oder anschließend als freier Standpunkt mit dann meist nur zwei Anschlusspunkten bestimmt und als zweites Aufmaß verwendet werden, benötigen Sie diese Optionen. Voreingestellt ist nicht unterstützen.

nicht unterstützen

Standardmäßig wird dieses Verfahren nicht unterstützt (empfohlen).

sofort bereitstellen

Jeder vorgelegte Punkt kann sofort als bekannter Standpunkt verwendet werden. Dies entspricht der projektbezogenen Option $EK für alle Projekte.

mitteln und auswerten

Die freie Standpunktkoordinate wird mit dem ersten Aufmaß gemittelt, anschließend werden die Neupunkte mittels Polarpunktberechnung bestimmt (wenn schon, dann möglichst so).

auswerten, dann mitteln

Der freie Standpunkt wird einschließlich der Neupunkte berechnet, meist über eine Transformation, zuletzt die Standpunktkoordinate mit dem ersten Aufmaß gemittelt (nicht empfohlen).

Gewichte für Höhenanschluss

Lange Anschlussrichtungen sollten in einem Höhenanschluss ein geringeres Gewicht haben als kurze. Folgende Möglichkeiten zur Festlegung der Gewichte gibt es - voreingestellt ist proportional 1 / sigma²:

proportional 1 / sigma²

Wie in einer Höhen-Netzausgleichung dient als Gewicht die reziproke längenabhängige Varianz a priori der Anschlusshöhe (empfohlen).

proportional 1 / s²

Die Gewichte werden indirekt proportional zum Quadrat der Entfernung des Anschlusspunktes gebildet.

proportional 1 / (s * s½)

Die Gewichte werden indirekt proportional zur Wurzel aus der dritten Potenz der Entfernung des Anschlusspunktes gebildet.

proportional 1 / s

Die Gewichte werden indirekt proportional zur Entfernung des Anschlusspunktes gebildet.

ungewichtet

Alle Gewichte sind gleich groß (klassischer Höhenanschluss, nicht empfohlen).


Siehe auch

Das Dialogfenster Compiler - Optionen
Globale Optionen
Compiler - Optionen Allgemein



[Nach oben]