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Stolperfallen beim Ändern von Nutzungsarten

Aus VermCAD Hilfe Wiki
Version vom 5. August 2026, 18:26 Uhr von Claude (Diskussion | Beiträge) (Neue Seite aus der Auswertung von Supportfällen: Stolperfallen beim Ändern von Nutzungsarten)
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Ziel

Landeshinweis BW.

Das Ändern der tatsächlichen Nutzung ist schnell erledigt — und genau deshalb fallen die Nebenwirkungen oft erst bei der Abgabe auf: ein schmaler Reststreifen quer über mehrere Nachbarflurstücke, eine Beschriftung, die plötzlich woanders steht, ein gelöschter Weg, den der Fortführungsnachweis gar nicht ausweist, oder eine Nutzungsart, die in der Auswahlliste schlicht fehlt.

Diese Seite sammelt die Punkte, auf die vor und nach der Änderung zu achten ist. Die Bedienung der Funktion selbst steht auf Nutzung eines Flurstücks ändern, die Fallbildung in der Fortführung auf Veränderung der tatsächlichen Nutzung mit und ohne Wirtschaftsart.

Vor der Änderung: die Geometrie stimmig machen

Nutzungspunkte, die nur ein paar Millimeter neben der Flurstücksgrenze liegen, sind vor der Nutzungsänderung auf die Grenze zu legen.

Beim Bilden des neuen Nutzungsobjekts verschneidet VermCad die gewählte Fläche mit den vorhandenen Nutzungen. Liegt ein Nutzungspunkt dicht neben der Grenze, statt auf ihr, bleibt beim Verschnitt ein schmaler Rest der bisherigen Nutzung stehen — und weil die Grenze meist über mehrere Flurstücke durchläuft, zieht sich dieser Reststreifen über die ganze Nachbarschaft.

VermCad arbeitet dem entgegen: Die Geometrieangleichung läuft vor der Nutzungsänderung automatisch mit und wird danach noch einmal aufgerufen, damit in winzigen Schnittflächen keine überflüssigen Beschriftungen entstehen. Ausschlaggebend sind die Toleranzen der CAD-Einstellungen in der Gruppe Nutzungen (/Eckpunkte):

  • Angleichen von Grenzen und Eckpunkten bis Abstand: — bis zu diesem Abstand entsteht überhaupt ein Angleich-Vorschlag (Voreinstellung 1,00 m),
  • Automatisch Angleichen bis Abstand: — bis zu diesem Abstand wird ohne Rückfrage angeglichen (Voreinstellung 0,015 m),
  • Im Bearbeitungsgebiet automatisch angleichen.

Punkte, die weiter entfernt liegen als der Automatik-Abstand, werden also nur vorgeschlagen. Wer den Vorschlag wegklickt oder überspringt, bekommt den Reststreifen. Näheres zum Ablauf und zu den Meldungen steht auf Geometriebehandlung und Überlappungsmeldungen und ALKIS-Geometrieangleichen.

Hinweis: Bricht die Geometrieangleichung ab oder scheitert sie, wird die Nutzungsänderung nicht ausgeführt. Die Funktion meldet in diesem Fall nichts weiter — es sieht so aus, als sei nichts passiert.

Zu Kleinst- und Schmalflächen, die trotz sauberer Geometrie entstehen, und zu den Grenzwerten, nach denen sie ausgeschieden werden, siehe Kleinstflächen, Flächenrundung und Splissflächen.

Beschriftungen werden neu gebildet, nicht umgehängt

Ein Nutzungsarten-Text ist ein eigenes ALKIS-Objekt (AP_PTO), das über eine Relation an der Nutzungsfläche hängt. Ändert sich die Nutzung, geht das bisherige Nutzungsobjekt unter und ein neues entsteht — die Beschriftung des alten Objekts lässt sich dabei nicht an das neue umhängen. Sie geht mit unter, und VermCad legt eine neue an.

Wie VermCad dabei vorgeht:

  • Je Flurstück, das die neue Nutzung schneidet, entsteht ein Nutzungsarten-PTO — automatisch am Ende der Funktion Nutzung ändern.
  • Lag im betroffenen Bereich schon eine Beschriftung der bisherigen Nutzung, übernimmt das neue PTO deren Position und deren Darstellungseigenschaften. Nur wo es keine Vorgängerbeschriftung gibt, sucht VermCad eine eigene Position innerhalb der Fläche — dort steht der Text dann an anderer Stelle als vorher.
  • Liegt im Bereich bereits eine passende Beschriftung, wird keine zweite erzeugt.

Fehlt hinterher trotzdem ein Text, lässt er sich über das Kontextmenü Nutzungs-Präsentationsobjekte erzeugen nachziehen; dafür muss mindestens eine Flurstücks- oder Nutzungsartenfläche markiert sein, sonst erscheint:

„Bitte wählen Sie zum Erzeugen nicht-existierender Nutzungs-Präsentationsobjekte mindestens eine Flurstücks- oder Nutzungsartenfläche aus."

Details dazu auf Präsentationsobjekte bearbeiten.

Beschriftungen unveränderter Nutzungen im Riss

Es kommt vor, dass für ein Bestandsflurstück ein neues Nutzungsobjekt gebildet werden muss, obwohl sich die Nutzungsart dort inhaltlich nicht geändert hat. Der Text ist derselbe wie vorher, das Präsentationsobjekt aber ein neues — im Riss würde es wie eine Veränderung aussehen.

VermCad kennzeichnet solche Beschriftungen. In den Bedingungen einer Darstellungsvariante (und ebenso in ALKIS-Filtern und Prüfplänen) stehen für Präsentationsobjekte die beiden Merkmale

  • PTO für NUA unverändert (neues Objekt) — am neu gebildeten Text,
  • PTO für NUA unverändert (altes Objekt) — am Text der bisherigen Nutzung

zur Verfügung. Damit lässt sich für die Rissdarstellung gezielt festlegen, wie diese Texte erscheinen sollen. Aufbau der Bedingungen siehe ALKIS-Vergleichsbedingungen.

Was untergeht, gibt der Fortführungsnachweis vor

Beim Ändern der Nutzung entsteht schnell der Eindruck, man müsse mit dem alten Zustand aufräumen — etwa einen Weg löschen, der in der neuen Nutzung aufgeht. Untergehen darf nur, was der Fortführungsnachweis auch als untergehend ausweist. Ein von Hand gelöschtes Objekt, das im Nachweis weiterlebt, führt beim Einlesen der Fortführungsdaten zu einer Beanstandung.

Zwei Regeln dazu:

  • Vor dem Löschen im Fortführungsnachweis nachsehen, ob das Objekt dort tatsächlich untergeht.
  • Sind bereits untergehende Objekte in der Auswahl, fragt VermCad vor der Nutzungsänderung: „Unter den selektierten Objekten befinden sich untergehende Objekte. Wirklich fortfahren?" (Titel Nutzung für gelöschte Objekte ändern). Diese Rückfrage ist ein Warnsignal — in aller Regel war die Auswahl zu großzügig.

Ebenso gilt für die Abgabe: Als Ersetzungssatz gehören nur die Flurstücke in den Fortführungsfall, bei denen sich die tatsächliche Nutzung wirklich geändert hat. Welche das sind, ermittelt VermCad selbst — siehe Veränderung der tatsächlichen Nutzung mit und ohne Wirtschaftsart. Die Exportauswahl deshalb auf automatisch stehen lassen und nicht von Hand nachbessern, siehe Exportobjekte je Fortführungsfall auswählen.

Wenn eine Nutzungsart in der Auswahl fehlt

Der Dialog Nutzungsart wählen füllt seine Liste ausschließlich aus dem Nutzungsartenkatalog des Programms. Dieser Katalog ist Bestandteil der jeweiligen Bundesland-Ausgabe: Zu jeder Nutzungsart sind dort Schlüssel, Abkürzung, Bezeichnung, die ALKIS-Objektart und die zu setzenden Attribute samt Werten hinterlegt.

Daraus folgt: Eine fehlende Nutzungsart lässt sich nicht selbst ergänzen. Im Dialog Katalogdaten ist in der Tabelle Nutzungsarten nur die Spalte Abkürzung änderbar (und auch das nur mit Hauptnutzer-Funktionen); Einträge lassen sich dort weder anlegen noch löschen. Ein Ausweichen über eine ähnliche Nutzungsart ist keine Lösung, weil mit dem Schlüssel auch die Objektart und der zugehörige Attributwert festliegen — beides muss zusammenpassen, sonst weist die aufnehmende Stelle die Daten zurück.

Vorgehen: Die fehlende Nutzungsart dem Support melden. Die Ergänzung erfolgt über ein Programmupdate; danach steht sie in der Auswahl.

Typische Fehlerbilder

Ein schmaler Streifen der alten Nutzung bleibt über mehrere Flurstücke stehen

Symptom: Nach der Nutzungsänderung liegt ein wenige Zentimeter breites Ersatz-Nutzungsobjekt der bisherigen Art quer über mehrere Nachbarflurstücke.

Ursache: Ein Nutzungspunkt lag neben der Flurstücksgrenze statt auf ihr und wurde beim Verschneiden nicht mit angeglichen — entweder weil der Abstand größer war als der Automatik-Abstand oder weil der Angleich-Vorschlag übersprungen wurde.

Abhilfe: Änderung über die CAD-Historie zurücknehmen, den Punkt auf die Grenze legen beziehungsweise die Geometrie angleichen und die Nutzungsänderung wiederholen. Bei mehreren gleichartigen Fällen lohnt der Blick in die Toleranzen der CAD-Einstellungen.

Die Geometrie der angrenzenden Nutzung wird nicht angepasst

Symptom: Mit [ Erweitern ] sollte eine vorhandene Nachbarnutzung mitwachsen; stattdessen entstehen neue Nutzungsflächen und das Bestandsobjekt ist als gelöscht markiert.

Ursache: Beim Verschneiden ist mehr als eine Ergebnisfläche entstanden — dann kann die Geometrie des Bestandsobjekts nicht angepasst werden. VermCad protokolliert das:

„Nutzung ändern: Geometrie der Nutzung … kann nicht angepasst werden, da das Verschneiden mit der neu entstandenen Nutzung mehrere Geometrie-Flächen hervor brachte. Bitte überprüfen."

Abhilfe: Prüfen, ob die Ausgangsgeometrie wirklich zusammenhängend an die Bestandsnutzung grenzt; häufig steckt eine Splissfläche oder ein nicht angeglichener Punkt dahinter. Ist das Ergebnis fachlich in Ordnung, kann es so bleiben — die neuen Objekte sind dann korrekt gebildet.

Die Beschriftung steht nach der Änderung an anderer Stelle

Symptom: Der Nutzungsarten-Text sitzt nicht mehr dort, wo er vorher stand.

Ursache: Beschriftungen werden nicht umgehängt, sondern neu gebildet. Die Position der bisherigen Beschriftung wird nur übernommen, wenn diese im betroffenen Bereich lag.

Abhilfe: Den Text im CAD an die gewünschte Stelle schieben. Ist die Verschiebung gegenüber dem Referenzpunkt unerwünscht, hilft Ref.-Pkt.-Verschiebung umwandeln (siehe Präsentationsobjekte bearbeiten).

Es wurden Objekte gelöscht, die der Nachweis nicht ausweist

Symptom: Die aufnehmende Stelle beanstandet den Untergang von Objekten — typischerweise Wege —, die im Fortführungsnachweis weiterbestehen.

Ursache: Beim Nacharbeiten der Nutzungsänderung wurden Objekte von Hand gelöscht, deren Untergang nicht vorgesehen war.

Abhilfe: Die Löschungen über die CAD-Historie zurücknehmen (Eintrag Alkis-Objekt löschen, siehe ALKIS-Objekte erstellen und löschen) und den Umfang der Änderung am Fortführungsnachweis ausrichten.

Die benötigte Nutzungsart steht nicht zur Auswahl

Symptom: Eine fachlich erforderliche Nutzungsart ist in der Liste Nutzungsart wählen nicht zu finden.

Ursache: Sie ist im mitgelieferten Nutzungsartenkatalog nicht enthalten.

Abhilfe: Dem Support melden; die Ergänzung kommt mit einem Programmupdate. Keine „ähnliche" Nutzungsart ersatzweise vergeben.

Siehe auch



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