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Lagebezeichnungen in der Fortführung

Aus VermCAD Hilfe Wiki

Ziel

Landeshinweis BW.

Diese Seite beschreibt die fachlichen Regeln rund um Lagebezeichnungen (LBZ) in einer Fortführungsvermessung: welche Lagebezeichnungen die beibringende Stelle überhaupt abgibt, welche das Fortführungssystem der Katasterbehörde selbst erzeugt, was in einem Fortführungsfall zur Lageänderung stehen muss und was bei Teilung und Verschmelzung mit den Lagebezeichnungen geschieht.

Sie richtet sich an alle, die Fortführungsvermessungen mit dem Dialog ALKIS-Vollständige Fortführung abschließen. Die Bedienung der Dialoge zum Zuweisen und Erfassen steht in Lagebezeichnungen erfassen und verwalten; die Ausgabereihenfolge in der Abgabedatei in Aufbau der Erhebungsdaten.

Welche Lagebezeichnungen gehören in die Erhebungsdaten

Der Umfang der Erhebungsdaten der beibringenden Stellen ist in Baden-Württemberg abschließend geregelt. Für die Lagebezeichnungen bedeutet das:

Art Objektart Von der beibringenden Stelle abzugeben?
Lagebezeichnung mit Hausnummer AX_LagebezeichnungMitHausnummer ja — an Flurstücken und an Gebäuden
Lagebezeichnung ohne Hausnummer AX_LagebezeichnungOhneHausnummer ja — nur an Flurstücken (an Gebäuden nicht setzbar)
Lagebezeichnung mit Pseudonummer AX_LagebezeichnungMitPseudonummer zulässig — im Regelfall aber nicht nötig (siehe unten)

Die Lagebezeichnung mit Pseudonummer gehört zu den Objektarten, die in den Erhebungsdaten abgegeben werden dürfen. Nötig ist das im Regelfall nicht: Für ein Gebäude ohne Hausnummer kann die beibringende Stelle die Lagebezeichnung weglassen — das Fortführungssystem der Katasterbehörde erzeugt die Pseudonummer bei der Übernahme dann selbst und kann sie dort auch noch ändern.

VermCad richtet sich dabei nach der Vorgabe Für Gebäude auch Pseudonummern automatisch erzeugen und exportieren (Menü Optionen → Vorgaben, Register ALKIS, nur in der Baden-Württemberg-Ausgabe). Sie ist im Auslieferungszustand nicht gesetzt.

  • Vorgabe aus (Regelfall): Beim automatischen Zuweisen der Lagebezeichnungen erzeugt VermCad gar keine Pseudonummern — ein Gebäude ohne Hausnummer bleibt schlicht ohne Lagebezeichnung. Sind aus einer Zeit mit eingeschalteter Vorgabe noch automatisch erzeugte Pseudonummern im Projekt, werden sie von der Auto-Export-Auswahl nicht mitgenommen (siehe Exportobjekte je Fortführungsfall auswählen) und auch nicht als „neues, unbearbeitetes Objekt" bemängelt.
  • Vorgabe ein: VermCad erzeugt die Pseudonummern an Gebäuden ohne Hausnummer automatisch mit und gibt sie ab.

Beides betrifft nur die automatisch erzeugten Pseudonummern. Eine Lagebezeichnung mit Pseudonummer, die von Hand angelegt wurde oder aus den Bestandsdaten stammt und verändert wird, behandelt VermCad unabhängig von der Vorgabe wie jedes andere Objekt — sie wird ausgewählt, validiert und exportiert wie üblich. Die Vorgabe selbst ist unter Das Dialogfenster Vorgaben beschrieben.

Hinweis: Ein nachgelieferter Katalog — etwa ein aktualisiertes Straßenverzeichnis als reine Katalogdaten-XML — wird über ALKIS → NAS-Datei öffnen… eingelesen. Eine gesonderte Katalog-Importfunktion gibt es nicht. Siehe ALKIS-Katalogdaten.

Die Lagebezeichnung gehört an das Flurstück und an das Gebäude

Das ist die Regel, an der die meisten Abgaben zur Lageänderung scheitern:

Eine neue Lagebezeichnung mit Hausnummer muss nicht nur am Gebäude, sondern auch an dem Flurstück gesetzt sein, auf dem das Gebäude steht. Und dieses Flurstück muss im Fortführungsfall enthalten und zum Export markiert sein.

Der Grund liegt im Datenmodell: Die Lagebezeichnung mit Hausnummer wird vom Flurstück referenziert. Fehlt diese Referenz, bricht die Verarbeitung bei der aufnehmenden Stelle mit einer Meldung ab, die sinngemäß besagt, dass „die Lagebezeichnung mit Hausnummer nicht von AX_Flurstueck referenziert wird".

Praktisch macht sich der Fehler doppelt bemerkbar:

  1. Der Sammelfall zur Lageänderung (Anlass 010402) sammelt nur Flurstücke ein, deren Lage sich geändert hat. Hängt die neue Lagebezeichnung nur am Gebäude, gilt das Flurstück nicht als lageverändert — und landet in gar keinem Fortführungsfall. Zur Arbeitsweise des Sammelfalls siehe Die drei Sammelfälle.
  2. Der abgegebene Fall enthält dann nur das Gebäude. Der Import beim Amt scheitert, häufig mit einer schwer verständlichen Meldung.

Was VermCad dazu meldet

Meldung Art Bedeutung und Abhilfe
„LBZmHNR nicht an FS gesetzt: … (Flurstück …)." Warnung Am Gebäude hängt eine lebende Lagebezeichnung mit Hausnummer, die am zugehörigen Flurstück fehlt. Die Aktion der Meldung (LBZmHNR am Flurstück setzen) verknüpft die Lagebezeichnung direkt mit dem Flurstück. Die Aktion lässt sich auch für mehrere Meldungen auf einmal ausführen.
„Für Gebäude vergebene Lagebezeichnung hat nicht den selben Schlüssel wie das Flurstück." Warnung Keine der Lagebezeichnungen des Gebäudes trägt einen Lageschlüssel, den auch das Flurstück führt — Gebäude und Flurstück liegen also an unterschiedlichen Straßen. Die Aktion der Meldung öffnet Lagebezeichnungen verwalten.
„Der Gemeindeschlüssel der Lagebezeichnungen … unterscheidet sich vom Gemeindeschlüssel des Objekts." Fehler Eine gesetzte Lagebezeichnung gehört zu einer anderen Gemeinde als das Objekt. Geprüft wird über die Gemarkung des (größten) zugehörigen Flurstücks. Die richtige Lagebezeichnung wählen. Eine häufige Ursache bei neu erfassten Lagebezeichnungen ist eine falsche Gemeinde im Auftrag — siehe Wenn im Auftrag die falsche Gemeinde steht.
„Für die Lagebezeichnung … wurde eine / wurden mehrere neue Lagebezeichnung(en) erstellt." Fehler Zu einer bereits vorhandenen Lagebezeichnung wurde zusätzlich eine neue mit denselben Angaben angelegt. Die Aktion Bereinigen: Neue LBZ löschen und bestehende LBZ setzen räumt das auf.
„Die Lagebezeichnung … wird von keinem Objekt referenziert." Warnung Eine neu erfasste Lagebezeichnung hängt an keinem Objekt mehr. Die Aktion Objekt löschen entfernt sie.

Reihenfolge in der Abgabedatei

Eine neue Lagebezeichnung mit Hausnummer muss in der Datei nach dem Flurstück stehen, auf das sie sich bezieht; neue Gebäude stehen ganz am Ende. VermCad sortiert das selbst — die Regeln und die typischen Reihenfolgefehler sind unter Aufbau der Erhebungsdaten beschrieben. Ebenso wählt die automatische Exportauswahl eine neue Lagebezeichnung in genau dem Fortführungsfall aus, in dem das neue Flurstück auf sie verweist.

Jede Hausnummer nur an ihr Gebäude

Eine Hausnummer gehört an das zugehörige Hauptgebäude — nicht zusätzlich an Nebengebäude und erst recht nicht an ein Gebäude auf einem anderen Flurstück. Mehrere Hausnummern an einem Gebäude sind ein häufiger Beanstandungsgrund.

VermCad weist bereits vor dem Export darauf hin: Im Prüfplan [BW] NAS-Validierung gibt es für Gebäude die Regel Mehrere LBZ gesetzt mit dem Text „Es wurden mehrere Lagebezeichnungen vergeben." Sie erscheint als Hinweis — also nicht als Fehler, der die Abgabe blockiert. Genau deshalb wird sie leicht übersehen. Die Prüfergebnisse deshalb vor dem Export durchsehen und die überzählige Zuweisung in Lagebezeichnungen verwalten über das Häkchen in Spalte G entfernen.

Hinweis: An einem neuen Gebäude vergibt VermCad bei jedem Übersetzen (F9) selbsttätig eine Lagebezeichnung. Was Sie in Lagebezeichnungen verwalten von Hand zugewiesen oder entfernt haben, hat dabei Vorrang und bleibt erhalten — die Automatik greift nur, solange an dem Gebäude keine Zuweisung von Hand vorliegt.

Für Flurstücke gibt es diese Prüfung bewusst nicht: Mehrere Lagebezeichnungen an einem Flurstück sind nicht unüblich (siehe nächster Abschnitt).

Zur Arbeit mit Prüfplänen und Prüfergebnissen siehe ALKIS-Prüfwerkzeug und ALKIS-Prüfpläne bearbeiten.

Teilung und Verschmelzung

Vorgang Regel für die Lagebezeichnungen
Teilung eines Flurstücks Die entstehenden Flurstücke dürfen nicht dieselbe Lagebezeichnung mit Hausnummer tragen. Die Hausnummer gehört an das Flurstück, auf dem das zugehörige Gebäude steht.
Verschmelzung zweier Flurstücke Die Lagebezeichnungen beider alten Flurstücke werden auf das neue Flurstück übertragen. Mehrere Lagebezeichnungen an einem Flurstück sind hier also der Normalfall.

Auf die Teilungsregel weist VermCad nicht mit einer eigenen Meldung hin — sie ist bei der Bearbeitung selbst zu prüfen. Am einfachsten geht das im Dialog Lagebezeichnungen verwalten: Die Spalte Gesetzt an FS zeigt, an welchem Flurstück eine Lagebezeichnung bereits hängt.

Typische Fehlerbilder

Symptom Ursache Abhilfe
Die aufnehmende Stelle weist einen Fortführungsfall „Veränderung der Lage(bezeichnung)" mit einer schwer verständlichen Meldung zurück. Im Fall stand nur das Gebäude. Das Flurstück, dem die neue Lagebezeichnung ebenfalls zugeordnet sein muss, fehlte. Zwei Dinge prüfen: Hat das Flurstück, auf dem das Gebäude steht, die neue Lagebezeichnung ebenfalls erhalten? Und ist dieses Flurstück im Fortführungsfall enthalten und zum Export markiert? Die Validierungsmeldung „LBZmHNR nicht an FS gesetzt" erledigt den ersten Punkt auf Knopfdruck.
Die Simulation bricht ab; die Meldung besagt sinngemäß, dass „die Lagebezeichnung mit Hausnummer nicht von AX_Flurstueck referenziert wird". Dieselbe Ursache wie oben, oder: Die neue Lagebezeichnung wurde in der Datei vor dem Flurstück ausgegeben, auf das sie sich bezieht. Zuerst die Zuordnung am Flurstück prüfen. Bleibt die Meldung, den Programmstand prüfen und die Reihenfolge der Fortführungsfälle kontrollieren — siehe Aufbau der Erhebungsdaten.
Das Amt beanstandet die Fortführungsdaten, weil einem Gebäude mehrere Hausnummern zugewiesen sind. Beim Erfassen wurde am Gebäude zusätzlich die Lagebezeichnung eines anderen Gebäudes gesetzt — oft die des Nachbargebäudes auf einem anderen Flurstück. Vor dem Export die Prüfergebnisse auswerten: Der Hinweis „Es wurden mehrere Lagebezeichnungen vergeben." steht dort bereits. Die überzählige Zuweisung am Gebäude entfernen.
Der Fortführungsdialog bildet keinen Fall zur Lageänderung, obwohl eine Hausnummer neu vergeben wurde. Die Lagebezeichnung hängt nur am Gebäude; das Flurstück gilt deshalb nicht als lageverändert und wird nicht in den Sammelfall einsortiert. Die Lagebezeichnung zusätzlich am Flurstück setzen, danach den Fortführungsdialog erneut aufschalten — der Sammelfall wird beim Öffnen neu befüllt.
Für ein Nebengebäude erzeugt VermCad eine Lagebezeichnung mit Pseudonummer, die gar nicht abgegeben werden soll. Die automatische Pseudonummern-Vergabe läuft nur, wenn die Vorgabe Für Gebäude auch Pseudonummern automatisch erzeugen und exportieren eingeschaltet ist. Die Vorgabe ausschalten — dann erzeugt VermCad keine Pseudonummern mehr, und bereits automatisch erzeugte bleiben aus Auto-Export-Auswahl und Validierung heraus. Von Hand angelegte Pseudonummern bei Bedarf selbst entfernen.

Siehe auch



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