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Autowerte gezielt steuern

Aus VermCAD Hilfe Wiki
Version vom 13. August 2026, 11:03 Uhr von Claude (Diskussion | Beiträge) (Am Bildschirmfoto geprueft und berichtigt: Bildpaar zeigt: der violette Autowert verschwindet beim Verbieten, es bleibt der grau-fette Vorgabewert)

Ziel

Autowerte nehmen Ihnen Arbeit ab, führen aber zu Rückweisungen, wenn sie unbedacht abgeschaltet oder unbeabsichtigt überschrieben werden. Diese Seite zeigt, auf welchen drei Ebenen Sie die automatische Attributvergabe steuern, was ein abgeschalteter Autowert bei der Abgabe bewirkt und welche Attribute Sie besser der Automatik überlassen. Fokus Baden-Württemberg.

Was ein Autowert ist und welche Vergaberegeln in den einzelnen Ländern gelten, steht auf Die ALKIS-Autowerte.

Woran Sie einen Autowert erkennen

Zelle mit dem violett dargestellten Autowert 9500 Ohne Marke

Dieselbe Zelle nach dem Verbieten - der Autowert entfällt und es bleibt der grau-fette Platzhalter x

In den Parameter-Dialogen ist der Status eines Wertes an seiner Darstellung ablesbar:

Darstellung Bedeutung
grau Vorgabewert aus den Bestandsdaten oder leer
violett von VermCad automatisch gesetzter Wert (Autowert)
schwarz von Ihnen geänderter Wert
rot Vorgabewert, der überschrieben wurde
grau und fett für dieses Attribut ist der Autowert verboten (siehe unten)

Autowerte werden bei jedem Übersetzen (F9) neu ermittelt und aktualisiert.

Die drei Ebenen der Steuerung

Kontextmenü im Reiter Parameter mit dem Eintrag Autowert verbieten

Kontextmenü derselben Zelle mit dem Eintrag Autowert erlauben

Reiter Allgemein der BW-Ausgabe mit der hervorgehobenen Spalte AW

Ebene Wo Wirkung
Global Menü Optionen → Compiler-Optionen → ALKIS: Schalter Vorgabe-Attribute durch Autowerte überschreiben Legt fest, ob belegte Vorgabewerte aus den Bestandsdaten durch Autowerte ersetzt werden dürfen. Unbelegte Vorgabe-Attribute werden unabhängig davon gesetzt, wenn sie in Fortführungsdatensätzen belegt sein müssen. Der Schalter wirkt auf alle Objektarten.
Je Punkt/Objekt Parameter-Dialog, Reiter Allgemein, Spalte AW (Kurztaste W) Schaltet sämtliche Autowerte dieses Punktes ab.
Je Attribut Parameter-Dialog, Reiter Parameter: Rechtsklick auf die betreffende Zelle → Autowert verbieten bzw. Autowert erlauben Nimmt nur dieses eine Attribut dieses Objekts von der Autowertvergabe aus. Ein bereits gesetzter Autowert entfällt dabei — in der Zelle steht danach wieder der Vorgabewert, grau und fett dargestellt.

Die attributweise Abschaltung wird im Projekt gespeichert und bleibt über Speichern und Laden erhalten. Sie ist der schonendere Weg: Wollen Sie beispielsweise nur verhindern, dass die Qualitätsangabe DES bei einer noch nicht abgeschlossenen Vermessung vorzeitig gesetzt wird, verbieten Sie den Autowert gezielt für DES, statt mit der Spalte AW die gesamte Automatik des Punktes stillzulegen.

Der globale Schalter in der Praxis

Der Schalter Vorgabe-Attribute durch Autowerte überschreiben entscheidet nicht nur über Punktattribute, sondern auch über Präsentationsobjekte:

  • Ändern Sie die Gebäudefunktion, die tatsächliche Nutzung oder eine Hausnummer, so steht im zugehörigen Präsentationsobjekt (AP_PTO) zunächst weiterhin der alte Schriftinhalt SIT — er stammt als Vorgabe aus den Bestandsdaten.
  • Der Schriftinhalt wird beim Übersetzen (F9) nur dann nachgezogen, wenn dieser Schalter eingeschaltet ist. Betroffen sind die PTO-Arten GFK (Gebäudefunktion), TNA (tatsächliche Nutzung) und HNR (Hausnummer).
  • Weil der Schalter global wirkt, betrifft er gleichzeitig auch die Autowerte an Punkten. Wo das unerwünscht ist, schalten Sie nicht den globalen Schalter aus, sondern nehmen den betroffenen Punkt bzw. das betroffene Attribut gezielt von der Automatik aus.

Siehe auch Die Compiler-Optionen ALKIS und Präsentationsobjekte bearbeiten.

Was VermCad in Baden-Württemberg automatisch füllt

Attribut Autowert
KST (Koordinatenstatus) 5000 für Punkte, die untergehen — also für herausfallende Bestandspunkte, für wiederbelebte Punkte und für neue Punkte mit dem Flag W; sonst der Normalwert. Der Wert wird in allen Punktorten des Punktes gesetzt. KST ist deshalb im Parameter-Dialog nicht von Hand änderbar.
DES (Art der Datenerhebung / Herkunft) 1600 (Landeskoordinaten), wenn alle Ausgangspunkte der Berechnung Landeskoordinaten haben; andernfalls der höchste Herkunftswert der Ausgangspunkte (grafische Koordinaten). Einzelheiten siehe Qualitätsangaben.
Veränderungsnummer am Punkt Wird gesetzt bei Neupunkten, bei geänderten Koordinaten, beim Untergang und beim Wiederbeleben eines Punktes sowie bei den Flags V und M und bei geänderter Marke, relativer Höhe oder besonderer Punktnummer.
SOE: iG (Geradlinigkeitshinweis) Nur wenn der Compiler-Schalter SOE iG automatisch setzen eingeschaltet ist — siehe nächster Abschnitt.

Weitere Schalter mit Autowert-Bezug (nur Baden-Württemberg)

Beide Schalter finden Sie unter Optionen → Compiler-Optionen → ALKIS:

SOE iG automatisch setzen
Setzt den Geradlinigkeitshinweis iG automatisch, wenn ein Grenzpunkt geometrisch auf der Linie seiner beiden Nachbarpunkte liegt.

Hinweis: Fachlich ist der Geradlinigkeitshinweis anhand des Katastervorgangs zu vergeben und bezieht sich auf Anfang und Ende der Geraden — nicht auf die unmittelbare Nachbarschaft im Projekt. Die rein rechnerische Vergabe kann daher fachlich falsche Attribute erzeugen. Lassen Sie den Schalter in diesem Fall aus und setzen Sie iG von Hand.

Unabhängig vom Schalter weist die Validierung auf Widersprüche hin:
  • Der Grenzpunkt hat "iG", liegt aber nicht in der Gerade.
  • Der Grenzpunkt liegt in der Gerade, hat aber kein "iG".
Beides sind Hinweise, keine Fehler — sie sind fachlich zu bewerten. Die Korrektur-Aktion öffnet den Punkt im Parameter-Dialog. Punkte, die bereits mit # oder Flag W zum Untergang angeschrieben sind, werden nicht geprüft.
Grenzgeprüfte Punkte nicht automatisch verändern
Unterdrückt, dass lediglich grenzgeprüfte Punkte automatisch eine Veränderungsnummer erhalten und als veränderte Punkte exportiert werden.

Was Sie nicht abschalten sollten

  • Autowerte an untergehenden Punkten. Ohne sie kann der Koordinatenstatus 5000 nicht gesetzt werden, und der Punkt wird im Kataster nicht korrekt als untergegangen geführt (siehe Fehlerbilder unten).
  • Das Flag S an gegebenen Koordinaten. In den Vorgaben kennzeichnet S die vorgegebene (gegebene) Koordinate. Entfernen Sie es nicht — sonst werden Punkt und Koordinaten falsch interpretiert. Siehe lokale Flags und Verschiedenes-Das Verändern gegebener Punkte.
  • Die Validierungsmeldungen vor dem Export. Die Hinweise und Warnungen zu Autowerten sind unauffällig, aber genau sie verhindern die Rückweisung durch die aufnehmende Stelle.

Typische Fehlerbilder

Symptom Ursache Abhilfe
Die aufnehmende Stelle beanstandet einen historisierten Punkt, weil der Koordinatenstatus 5000 bzw. die Kartendarstellung fehlt. Für diesen Punkt wurde die Autowertvergabe abgeschaltet. Vor dem Export erscheint die Warnung Der Punkt soll historisiert werden, aber das Setzen von Autowerten wurde für diesen Punkt verboten. Dadurch kann KST 5000 nicht gesetzt werden. bzw., bei attributweiser Abschaltung, … aber das Setzen des Autowertes für KST wurde für diesen Punkt verboten. … Spalte AW wieder anhaken bzw. im Reiter Parameter per Rechtsklick Autowert erlauben wählen. Die Korrektur-Aktion der Meldung öffnet den Punkt direkt im Parameter-Dialog; sie lässt sich auch für mehrere markierte Meldungen auf einmal ausführen.
Nach dem Ändern der Gebäudefunktion steht im Präsentationsobjekt weiterhin die alte Kurzbezeichnung im Attribut SIT. Der Schriftinhalt stammt als Vorgabe aus den Bestandsdaten und wird nur ersetzt, wenn die Autowertvergabe das ausdrücklich darf. Schalter Vorgabe-Attribute durch Autowerte überschreiben einschalten und übersetzen (F9). Dasselbe gilt für Nutzungsarten- und Hausnummern-Beschriftungen.
Nach dem Einschalten des globalen Schalters ändern sich unerwünscht auch Punktattribute (z. B. DES). Der Schalter wirkt global auf alle Objekte und Attribute. Den globalen Schalter eingeschaltet lassen und stattdessen den betroffenen Punkt (Spalte AW) oder — besser — nur das betroffene Attribut per Kontextmenü im Reiter Parameter von der Autowertvergabe ausnehmen.
An vielen Grenzpunkten steht iG, obwohl es nach dem Katastervorgang nicht zutrifft. Der Schalter SOE iG automatisch setzen leitet iG rein geometrisch aus der Lage zwischen den unmittelbaren Nachbarpunkten ab. Schalter ausschalten und iG nach Prüfung des Katastervorgangs von Hand vergeben. Die Spalte SOE: iG im Reiter Parameter lässt sich mit der Kurztaste G schnell umschalten.
An einzelnen Punkten sind die Autowerte ausgeschaltet, obwohl Sie sie nicht abgeschaltet haben. Die Abschaltung je Punkt wird ausschließlich im Parameter-Dialog gesetzt (Reiter Allgemein, Spalte AW); eine andere Stelle zum Umschalten gibt es nicht. Der Zustand wird im Projekt gespeichert und bleibt deshalb auch erhalten, wenn das Projekt weitergegeben oder später wieder geöffnet wird. Im Parameter-Dialog nachsehen und die Spalte AW wieder anhaken. Prüfen Sie zusätzlich im Reiter Parameter, ob für einzelne Zellen Autowert verbieten gesetzt ist — diese sind grau und fett dargestellt.
Ein Punkt gilt als „geändert", obwohl Sie nichts geändert haben. Auch rein automatisch gesetzte (violette) Parameter zählen standardmäßig als Punktveränderung und wirken damit auf Listeneinordnung und NAS-Export. Bei Bedarf die Compiler-Option Autowerte sind keine Punktveränderungen (nur Verwendungsstatus) einschalten.

Siehe auch