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Überprüfung der tatsächlichen Nutzung nachweisen

Aus VermCAD Hilfe Wiki
Version vom 5. August 2026, 18:26 Uhr von Claude (Diskussion | Beiträge) (Neue Seite aus der Auswertung von Supportfällen: Überprüfung der tatsächlichen Nutzung nachweisen)
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Ziel

Bei jeder Liegenschaftsvermessung mit Außendienst sind die im Liegenschaftskataster geführten Angaben mindestens der betroffenen Flurstücke durch visuellen Vergleich mit der Örtlichkeit zu prüfen — und das Ergebnis dieser Prüfung ist in den Erhebungsdaten nachzuweisen, auch dann, wenn keine Veränderung festgestellt wurde. Betroffen sind die Flurstücke, auf denen die Katastervermessung durchgeführt wird, sowie die Flurstücke einer beantragten Grenzfeststellung.

Diese Seite zeigt, mit welchen Attributen VermCad diesen Nachweis führt, welche Werte das Programm selbst vergibt, was Sie einstellen können und was die Validierung prüft. Fokus Baden-Württemberg.

Wie eine Nutzungsart geändert wird, steht auf ALKIS-Arbeitsabläufe-Nutzung eines Flurstücks ändern; wann daraus ein Fortführungsfall entsteht, auf ALKIS-Arbeitsabläufe-Veränderung der tatsächlichen Nutzung mit und ohne Wirtschaftsart.

Die drei Attribute

Der Nachweis hängt an den Nutzungsartenobjekten (NUA) — nicht am Flurstück.

Kürzel Bezeichnung Bemerkung
DLU Datum der letzten Überprüfung Datumsfeld; VermCad vergibt einen Autowert
EDU Ergebnis der Überprüfung Schlüsselwert; VermCad vergibt einen Autowert
DEA Art der Datenerhebung gehört zu den Qualitätsangaben (DAQ); die Auswahlliste ist eingeschränkt

Alle drei erreichen Sie im ALKIS-Objekt-Parameter-Dialog am Reiter der jeweiligen Nutzungsart. Dort lassen sie sich auch für viele Objekte auf einmal setzen (Setze markierte bzw. Setze alle). Alle drei Attribute werden mit den Erhebungsdaten abgegeben.

Was VermCad automatisch füllt

DLU und EDU sind Autowerte: Sie werden bei jedem Übersetzen (F9) neu ermittelt und in den Parameter-Dialogen violett dargestellt.

Für welche Objekte

VermCad setzt die beiden Autowerte nur an Nutzungsartenobjekten, die

  • den Fortführungsstatus neu oder geändert haben und
  • mindestens ein Flurstück schneiden, das in irgendeinem Fortführungsfall Kernobjekt ist.

Damit trifft die Automatik genau die Flurstücke, auf denen tatsächlich gearbeitet wird. Nutzungen weit außerhalb bleiben unberührt.

Der Autowert für EDU

Zustand des Nutzungsobjekts EDU
neu entstanden oder geometrieverändert 3000 — Erfassung eines neuen Objektes
geändertes Bestandsobjekt ohne Geometrieänderung 1000 — Fehlerkorrektur

Zwei Werte vergibt die Automatik nicht:

  • 4000 (Geometrieveränderung eines bestehenden Objektes) wird seit einer Anpassung der fachlichen Erfassungshinweise nicht mehr automatisch gesetzt; eine reine Geometrieänderung führt jetzt ebenfalls zu 3000.
  • 2000 (Bestätigung des Ist-Zustandes) entsteht nicht von selbst, weil die Automatik nur an neuen und geänderten Objekten greift. Genau dieser Wert ist aber der richtige, wenn die Überprüfung keine Veränderung ergeben hat. Tragen Sie ihn in diesem Fall im Parameter-Dialog von Hand ein.

Der Autowert für DLU

Das Datum wird in dieser Reihenfolge ermittelt — der erste vorhandene Wert gewinnt:

  1. das von Ihnen festgelegte Datum (siehe nächster Abschnitt),
  2. das Datum der letzten Messung aus den Messdaten,
  3. das Datum, an dem die Bearbeitung im Fortführungsdialog in diesem Projekt begonnen wurde,
  4. ersatzweise das heutige Datum.

Welche Regel gerade greift, sagt Ihnen VermCad im Klartext neben dem Eingabefeld, zum Beispiel:

  • Individuell durch den Nutzer festgelegtes Datum wird für den DLU-Autowert benutzt.
  • Datum der letzten Messung (DEVICE-Blöcke) wird für den DLU-Autowert benutzt.
  • Datum des Beginns der vFE-Bearbeitung wird für den DLU-Autowert benutzt.
  • Datum von heute wird für den DLU-Autowert benutzt, da nichts anderes ermittelt werden konnte oder festgelegt wurde.

Das Datum selbst festlegen

  1. Dialog ALKIS-Vollständige Fortführung öffnen.
  2. Im Register links den Reiter Einstellungen wählen.
  3. Im Feld der Gruppe Datum für DLU-Autowert bei NUA das gewünschte Datum eintragen. Der Erklärungstext daneben zeigt sofort, welche Regel nun gilt.
  4. Mit F9 übersetzen — die Autowerte werden neu ermittelt.

Das Eingabefeld lässt sich wieder leeren; dann greift wieder die automatische Reihenfolge.

DEA: die zulässigen Werte

Für Nutzungsartenobjekte bietet VermCad in Baden-Württemberg nur zwei Werte zur Auswahl an:

Wert Bedeutung In den Erhebungsdaten
1000 Aus Katastervermessung ermittelt zulässig
2000 Aus Luftbildmessung oder Fernerkundungsdaten ermittelt nicht zulässig an neuen und geänderten Nutzungsobjekten

Steht an einem neuen oder geänderten Nutzungsobjekt der Wert 2000, meldet die Validierung als Fehler:

Das Attribut DEA darf nicht den Wert 2000 haben.

Ein leeres DEA und der Wert 1000 erzeugen keine Meldung. Die Prüfung ist im mitgelieferten Prüfplan [BW] NAS-Validierung für alle Nutzungsarten hinterlegt.

Was validiert wird — und was nicht

  • DEA wird geprüft (siehe oben).
  • DLU wird im mitgelieferten Prüfplan bewusst nicht validiert: Für die Belegung des Datums gibt es keine verbindliche Regel, jede Prüfung würde also mehr Fehlalarme als Nutzen bringen.
  • EDU wird im mitgelieferten Prüfplan ebenfalls nicht validiert. Die aufnehmenden Stellen prüfen die Belegung inzwischen aber zunehmend streng — sehen Sie die Werte vor der Abgabe durch.

Eigene Prüfungen zu DLU und EDU können Sie sich in einem eigenen Prüfplan als Bedingung anlegen, siehe ALKIS-Prüfpläne bearbeiten und ALKIS-Vergleichsbedingungen.

Werte gezielt festhalten

Ein von Hand gesetzter Wert wird beim nächsten F9 wieder vom Autowert überschrieben, sofern die Automatik für dieses Objekt greift. Soll Ihr Wert stehen bleiben, nehmen Sie das einzelne Attribut von der Autowertvergabe aus: im Parameter-Dialog Rechtsklick auf die Zelle → Autowert verbieten. Die Zelle wird danach grau und fett dargestellt. Einzelheiten und die übrigen Steuerungsebenen stehen auf ALKIS-Arbeitsabläufe-Autowerte gezielt steuern.

Präsentationsobjekte unveränderter Nutzungen

Wird eine Nutzungsfläche neu gebildet, entsteht dazu ein neues Präsentationsobjekt — auch dann, wenn sich die dargestellte Nutzungsart gar nicht geändert hat. Für diesen Fall gibt es zwei auswertbare Eigenschaften, die Sie als Bedingung in einer Darstellungsvariante oder in einem Prüfplan verwenden können:

  • PTO für NUA unverändert (neues Objekt)
  • PTO für NUA unverändert (altes Objekt)

Damit lassen sich solche Präsentationsobjekte von echten Änderungen unterscheiden und gesondert darstellen. Siehe CAD-Darstellungsvarianten und ALKIS-Vergleichsbedingungen.

Typische Fehlerbilder

Die Behörde vermisst den Nachweis der Nutzungsüberprüfung

Symptom: Die aufnehmende Stelle fragt nach Datum und Ergebnis der Überprüfung der tatsächlichen Nutzung, obwohl im Projekt keine Nutzungsänderung vorlag.

Ursache: Der Nachweis ist auch dann zu führen, wenn die Überprüfung keine Veränderung ergeben hat. Ohne Änderung entsteht aber kein neues oder geändertes Nutzungsobjekt — und ohne ein solches Objekt greift auch die Autowertvergabe nicht.

Abhilfe: Die betroffenen Nutzungsobjekte im Objekt-Parameter-Dialog öffnen und DLU sowie EDU von Hand belegen — EDU mit 2000 (Bestätigung des Ist-Zustandes). Über Setze markierte geht das für mehrere Objekte auf einmal.

Das Attribut DEA darf nicht den Wert 2000 haben.

Symptom: Diese Fehlermeldung erscheint an einem neuen oder geänderten Nutzungsobjekt.

Ursache: DEA 2000 steht für „aus Luftbildmessung oder Fernerkundungsdaten ermittelt". Eine im Zuge einer Katastervermessung erhobene Nutzung darf diesen Wert nicht tragen.

Abhilfe: DEA auf 1000 setzen oder leeren. Über die Korrektur-Aktion der Meldung gelangen Sie direkt zum Objekt.

Der Autowert greift bei F9 nicht

Symptom: Nach F9 bleiben DLU und EDU leer.

Ursache und Abhilfe: Prüfen Sie der Reihe nach:

  • Programmstand — die Autowerte für DLU und EDU sind erst ab einem bestimmten Programmstand vorhanden; in älteren Versionen passiert bei F9 nichts. Im Zweifel aktualisieren.
  • Fortführungsstatus — das Nutzungsobjekt muss neu oder geändert sein.
  • Bezug zum Fortführungsfall — das Nutzungsobjekt muss ein Flurstück schneiden, das in einem Fortführungsfall Kernobjekt ist. Fehlt der Fall noch, entsteht auch kein Autowert.
  • Autowert verboten — ist die Zelle grau und fett, wurde der Autowert für dieses Attribut ausgeschaltet (siehe ALKIS-Arbeitsabläufe-Autowerte gezielt steuern).

Das Datum passt nicht zum Außendiensttermin

Symptom: In DLU steht das heutige Datum oder das Datum des Bearbeitungsbeginns statt des Termins der örtlichen Überprüfung.

Ursache: Aus den Messdaten ließ sich kein Messdatum ermitteln, deshalb hat die Reihenfolge auf einen späteren Punkt zurückgegriffen.

Abhilfe: Im Dialog ALKIS-Vollständige Fortführung, Reiter Einstellungen, das Datum in der Gruppe Datum für DLU-Autowert bei NUA selbst festlegen und mit F9 übersetzen. Der Erklärungstext neben dem Feld bestätigt, dass nun Ihr Datum verwendet wird.

Siehe auch



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