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Fortführungsanlass am Flurstück und Fallreihenfolge

Aus VermCAD Hilfe Wiki
Version vom 6. August 2026, 15:10 Uhr von Claude (Diskussion | Beiträge) (Kategorielink repariert (index.php-Artefakt des Editors))

Ziel

Landeshinweis BW.

Am einzelnen Flurstück steht in den Erhebungsdaten ein Anlass der Veränderung. Zwei Fragen dazu kommen immer wieder: Welcher Anlass steht dort, wenn an einem Flurstück mehreres zusammentrifft? Und in welcher Reihenfolge müssen die Fortführungsfälle stehen, damit die Abgabe durchläuft?

Diese Seite beschreibt die Regel dahinter. Die Liste der Anlass-Schlüssel steht in Fortführungsfälle und Validierungsmeldungen, die Rangfolge der Anlässe in Die drei Sammelfälle, der Aufbau der Abgabedatei in Aufbau der Erhebungsdaten.

Die Grundregel: der Anlass kommt aus dem Fortführungsfall

Der Anlass ist keine Eigenschaft, die Sie am Flurstück pflegen. VermCad reicht ihn aus dem Fortführungsfall an die beteiligten Objekte weiter — und zwar erst unmittelbar vor dem Validieren beziehungsweise vor dem Export. Nach dem Schreiben der Datei wird er an den Objekten wieder entfernt. Deshalb sehen Sie ihn im Parameter-Dialog auch nicht dauerhaft stehen: Er ist ein Ausgabewert, kein gespeicherter Zustand.

Daraus folgt unmittelbar:

  • Ohne Fortführungsfall kein Anlass. Enthält ein Projekt keine Fortführungsfälle, kann VermCad an keinem Flurstück einen Anlass setzen — und die Behörde beanstandet das fehlende Merkmal. Abhilfe: Fortführungsfälle bilden. Braucht der Entwurf keine Strukturierung, ist die Punktfortführung der richtige Weg — dann werden nur die veränderten Punkte abgegeben und die Flurstücke bei der Übernahme implizit geändert.
  • Nur Kernobjekte bekommen den Anlass. Gesetzt wird er an den Flurstücken und Gebäuden, die im Fall in der Bestandsliste oder in der Liste der neuen Objekte stehen und dort zum Export markiert sind. Objekte, die nur „mitgenommen" werden, bleiben ohne Anlass.
  • Von Hand eingreifen ist weder möglich noch nötig. Im Objekt-Parameter-Dialog gibt es zwar eine Spalte Anlass — sie ist aber standardmäßig ausgeblendet und nur lesbar; setzen oder leeren lässt sie sich dort nicht. Wo etwas nicht passt, ist die Fallbildung zu korrigieren, nicht das Flurstück. (Der Anlass des Fortführungsfalls dagegen wird sehr wohl im Fortführungsdialog gewählt — siehe unten.)

Nur bei einer Konstellation setzt VermCad den Anlass außerhalb eines Falls: Ein Flurstück, auf dem ein Gebäude gelöscht wurde, das aber in keinem Fortführungsfall Kernobjekt ist, erhält im Bereich Weitere Objekte den Anlass Löschung eines Gebäudes.

Die Veränderungsnummer am Flurstück

Anlass und Veränderungsnummer (VN) gehören zusammen. Die VN des Auftrags legt VermCad als Fachdatenverbindung am Objekt ab. Automatisch geschieht das an einem Flurstück genau dann, wenn

  • das Flurstück neu ist, oder
  • es verändert oder in seiner tatsächlichen Nutzung geändert ist und zugleich Kernobjekt in irgendeinem Fortführungsfall (Zerlegung, Verschmelzung, Nutzungsartenänderung, …), oder
  • auf ihm ein Gebäude gelöscht wurde.

Umgekehrt heißt das: An einem Flurstück, das an keinem Fall beteiligt ist, hat die Veränderungsnummer des Auftrags nichts verloren. Steht sie dort trotzdem, entsteht genau der Widerspruch, den die Behörde als „kein Anlass gesetzt" zurückmeldet — VN ja, Anlass nein. Für diese Konstellation gibt es inzwischen eine eigene Validierungsmeldung (siehe unten).

Zu den beiden Veränderungsnummern an Punkten und Koordinaten — ein anderes Thema mit eigener Regel — siehe Veränderungsnummern an Punkten und Koordinaten.

Wenn an einem Flurstück mehreres zusammentrifft

Ein Flurstück kann gleichzeitig einen geringfügig veränderten Umring haben, ein abgebrochenes Gebäude tragen und eine Flächenberichtigung erhalten. Welcher Anlass wird dann angeschrieben?

Maßgeblich ist die Vorschrift, nicht die Reihenfolge Ihrer Bearbeitung. Am Flurstück steht nur der hierarchisch höchste Anlass; die vollständige Rangfolge ist in Die drei Sammelfälle tabellarisch aufgeführt.

Für das genannte Beispiel bedeutet das:

  1. Das Flurstück wird vor dem ersten Fortführungsfall mit der geänderten Geometrie, aber sonst unveränderten Attributen ausgegeben — ohne Anlass und ohne Veränderungsnummer. Diesen Vorab-Satz gibt es nur, wenn mehr als ein Fortführungsfall exportiert wird; er wird beschrieben in Aufbau der Erhebungsdaten.
  2. Danach erscheint es ein zweites Mal im zugehörigen Fortführungsfall — dort mit Anlass und Veränderungsnummer.
  3. Der Gebäudeabbruch wird beim Flurstücksanlass nicht zusätzlich aufgeführt. Maßgeblich ist die Flächenberichtigung, weil sie zu einem Fortführungsfall führt. Der Anlass Löschung eines Gebäudes stünde am Flurstück nur dann, wenn keine Flächenberichtigung stattfände.

Dass dasselbe Flurstück mehrfach in der Abgabedatei steht, ist also richtig und kein Zeichen für eine falsche Fallbildung.

Fallketten: der Anlass bleibt beim vorangegangenen Fall

Wird ein Flurstück zerlegt und eines der entstehenden Flurstücke anschließend in einem weiteren Fall weiterverarbeitet, darf der Anlass des Zuflurstücks dort nicht erneut gesetzt werden — er stammt aus dem vorangegangenen Fall.

VermCad beachtet das automatisch. In einem Fall mit einem der folgenden Anlässe wird der Anlass eines Bestands-Flurstücks nicht überschrieben, wenn dieses Flurstück ein Zuflurstück ist oder bereits im Bestand einer früheren Flächenberichtigung steckt:

  • Flurstückszerlegung
  • Flurstücksverschmelzung
  • Umlegung und Verfahren nach dem Flurbereinigungsgesetz
  • Veränderung der Flurstücksnummer (Umnummerierung)
  • Veränderung auf Grund wasserrechtlicher Vorschriften
  • Veränderung auf Grund gerichtlicher Entscheidung
  • Berichtigung eines in ALKIS fehlerhaft nachgewiesenen Grenzverlaufs

Passt in einem Fehlerprotokoll die Überschrift des Fortführungsfalls nicht zum Anlass des Flurstücks, ist das ein Hinweis auf genau diese Konstellation. Prüfen Sie dann zuerst den Programmstand: Für Verschmelzung und Umlegung galt die Ausnahme schon länger, für Umnummerierung und für die Anlässe mit Folgeerhöhung kam sie später hinzu. Ein manuelles Eingreifen ist nicht vorgesehen.

Die Reihenfolge der Fortführungsfälle

Die Fälle werden in der Reihenfolge ihrer Tabs im Dialog Vollständige Fortführung abgearbeitet und ausgegeben. Die Tabs lassen sich mit der Maus an eine andere Position ziehen, solange ein Fall-Tab aktiv ist; auf den Tabs Deckblatt und Einstellungen ist das Verschieben gesperrt.

Diese Reihenfolge ist nicht kosmetisch — sie entscheidet mit, ob die Abgabe durchläuft:

  • Geometrieverändernde Fälle vor der Flächenberichtigung. Fälle, die Nachbarflurstücke geometrisch verändern (Zerlegung, Verschmelzung), sollten vor einer Flächenberichtigung abgearbeitet sein, damit die betroffenen Bestandsflurstücke zu diesem Zeitpunkt bereits untergegangen sind. Stehen die Flächenberichtigungen am Anfang der Liste, sind die späteren Veränderungen der Nachbarflurstücke dort noch nicht bekannt — die noch nicht untergegangenen Bestandsflurstücke werden dann von den geometrieveränderten Flurstücken geschnitten. Flächenberichtigungen gehören deshalb ans Ende der Fallliste.
  • Ein Zuflurstück muss entstehen, bevor es weiterverwendet wird. Erst die Zerlegung, dann die Verschmelzung. Die Validierung meldet das ausdrücklich („Das Zuflurstück … wird in diesem Fortführungsfall benutzt, entsteht aber erst später" beziehungsweise „… entsteht in diesem Fortführungsfall, wird aber schon früher benutzt").
  • Der Fall „Berichtigung eines Zeichenfehlers" gehört an die erste Stelle der Fallliste (siehe Berichtigung von Zeichenfehlern).
  • Ein Objekt darf nicht in einem früheren Fall auf ein Objekt verweisen, das erst später entsteht. Das gilt über alle Fälle hinweg und ist in Aufbau der Erhebungsdaten beschrieben.

Weil der Anlass in der Reihenfolge der Fälle vergeben wird, wirkt sich ein Umsortieren auch auf die Anlässe in Fallketten aus. Sortieren Sie deshalb vor dem abschließenden Validieren und validieren Sie danach noch einmal alle Fälle.

Typische Fehlerbilder

Symptom Ursache Abhilfe
Das Amt beanstandet, an einem Flurstück sei kein Anlass gesetzt, während die Validierung in VermCad keinen Fehler meldet. Am Flurstück steht die Veränderungsnummer des Auftrags, obwohl es an keinem Fortführungsfall beteiligt ist. Am häufigsten trifft das neue Flurstücke: Sie erhalten die VN automatisch, auch ohne Fall — den Anlass dagegen nur über einen Fortführungsfall. Nicht die Fachdatenverbindung von Hand entfernen: Die Spalte ist im Objekt-Parameter-Dialog nur lesbar, und der Wert wird bei jedem Übersetzen (F9) ohnehin neu ermittelt — VermCad löscht seinen eigenen Eintrag zuvor und vergibt ihn nur dann erneut, wenn die Voraussetzungen weiterhin zutreffen. Beseitigen Sie stattdessen die Ursache: das Objekt einem Fortführungsfall zuordnen — oder, wenn das Flurstück gar nicht abgegeben werden soll, die Änderung zurücknehmen. Anschließend übersetzen (F9), neu validieren und exportieren. Für genau diese Konstellation gibt es die Meldung „Die VN des Projekts ist gesetzt, jedoch kein Fortführungsanlass. Ggfs. muss noch ein Fortführungsfall für das Objekt erzeugt werden." (Warnung; die Aktion der Meldung öffnet die Objekte im Parameter-Dialog und lässt sich auch für mehrere markierte Meldungen gemeinsam ausführen). Wer die Fachdatenverbindung zur Kontrolle sehen will, blendet die Spalte über die Spaltenauswahl ein — magenta bedeutet dort „von VermCad automatisch gesetzt".
Das Amt lehnt die Erhebungsdaten wegen eines fehlenden Anlasses am Flurstück ab, obwohl VermCad nichts meldet. Das Projekt enthält keine Fortführungsfälle. Ohne Fall kann kein Anlass vergeben werden. Fortführungsfälle anlegen (Register + im Fortführungsdialog, dann die automatische Suche). Alternativ — wenn der Entwurf keiner Strukturierung bedarf — nur die veränderten Punkte über die Punktfortführung abgeben.
Die Validierung meldet „Die Veränderungsnummer des Projekts ist am Objekt nicht gesetzt. Beheben?" An einem neuen oder geänderten Flurstück beziehungsweise Gebäude des Falls fehlt die VN. Die Aktion der Meldung setzt sie automatisch. Tritt das wiederholt auf, liegt es nicht an einer abgeschalteten Autowertvergabe — die wirkt nur an Punkten (siehe Autowerte gezielt steuern) —, sondern an der Fallzugehörigkeit: Ein verändertes Flurstück bekommt die VN beim Übersetzen (F9) nur, solange es Kernobjekt eines zum Export gewählten Fortführungsfalls ist. Wird es aus dem Fall entfernt oder der Fall vom Export ausgenommen, verschwindet die VN beim nächsten F9 wieder.
Das Amt meldet beim Einlesen einen Fehler; das Projekt enthält mehrere Flächenberichtigungen sowie Verschmelzungen und Zerlegungen an Nachbarflurstücken. Die Flächenberichtigungen standen am Anfang der Fallreihenfolge. Die späteren geometrischen Veränderungen der Nachbarflurstücke sind zu diesem Zeitpunkt noch nicht bekannt. Die Register im Fortführungsdialog umsortieren: geometrieverändernde Fälle nach vorn, Flächenberichtigungen ans Ende. Anschließend alle Fälle neu validieren.
Im Fehlerprotokoll passt die Überschrift des Fortführungsfalls nicht zum Anlass des Flurstücks — typischerweise bei einer Umnummerierung, die auf eine Zerlegung folgt. Der Anlass des Zuflurstücks wurde im nachfolgenden Fall noch einmal gesetzt. Aktuelle Programmversion verwenden; VermCad zieht diese Fallkette inzwischen automatisch richtig. Ein manuelles Eingreifen ist nicht möglich und nicht nötig.
Ein Flurstück taucht in der Abgabedatei zweimal auf — einmal ohne und einmal mit Anlass. Das ist der Regelfall bei geänderter Geometrie, sobald mehr als ein Fortführungsfall exportiert wird: Vorab-Satz mit den Vorgabe-Attributen, danach der Satz im Fortführungsfall. Kein Fehler. Zur Einordnung siehe Aufbau der Erhebungsdaten. Zu unterscheiden davon ist der echte Fehler „in mehreren Fortführungsfällen zum Export markiert" — dazu Exportobjekte je Fortführungsfall auswählen.
Die Validierung meldet „Es wurde kein Anlass vergeben." Der Fortführungsfall selbst hat kein Anlass-Merkmal — betrifft oft den automatisch erzeugten Restfall, in dem die Fallermittlung kein Muster erkannt hat. Dem Fall im Feld Anlass einen Anlass zuweisen oder seine Objekte einem passenden Fall zuordnen.

Siehe auch



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