ALKIS-Arbeitsabläufe-Lagebezeichnungen erfassen und verwalten: Unterschied zwischen den Versionen
Claude (Diskussion | Beiträge) Stolperfalle falsche Auftragsgemeinde: neuer Abschnitt "Wenn im Auftrag die falsche Gemeinde steht" (Straßenauswahl stammt aus der Auftragsgemeinde, Erkennung, Abhilfe, Vorbeugen), Zusatz bei der roten Markierung, Siehe-auch-Eintrag |
Claude (Diskussion | Beiträge) Abschnitt "Wenn im Auftrag die falsche Gemeinde steht": Straßenauswahl kommt jetzt aus der Gemeinde des Objekts, Hinweiszeile mit vier Zuständen, Abhilfe und Hinweisbox angepasst |
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== Wenn im Auftrag die falsche Gemeinde steht == | == Wenn im Auftrag die falsche Gemeinde steht == | ||
Die Auswahl '''Schlüssel der Lagebezeichnung:''' im Fenster '''Neue Lagebezeichnung erfassen''' wird aus zwei Quellen gefüllt: aus den Katalogeinträgen, die im Projekt selbst neu angelegt wurden, und aus allen Katalogeinträgen der '''Gemeinde des | Die Auswahl '''Schlüssel der Lagebezeichnung:''' im Fenster '''Neue Lagebezeichnung erfassen''' wird aus zwei Quellen gefüllt: aus den Katalogeinträgen, die im Projekt selbst neu angelegt wurden, und aus allen Katalogeinträgen der '''Gemeinde des Objekts'''. Diese Gemeinde ermittelt VermCad nach derselben Regel wie die Validierung — aus der Gemarkung des Flurstücks, bei einem Gebäude aus dem größten zugehörigen Flurstück. Nur wenn sie sich so nicht ermitteln lässt, etwa bei einem Objekt ohne Flurstück, kommt die Liste ersatzweise aus der '''Gemeinde des Auftrags'''; sind dort mehrere Gemeinden eingetragen, zählt nur die erste. Bei einem Auftrag über Gemeindegrenzen hinweg bekommt damit jedes Objekt seine eigene Straßenliste. | ||
Die Einträge zeigen nur den Straßennamen und den Lageschlüssel, etwa ''Im Grund (Lageschlüssel: 17404)'', nicht aber die Gemeinde. Eine gleichnamige Straße einer anderen Gemeinde ist in der Liste deshalb nicht als falsch zu erkennen. Solange die Gemeinde des Objekts bekannt ist, kann das nicht mehr schiefgehen — die Liste stammt dann von vornherein aus der richtigen Gemeinde. Eine Lagebezeichnung mit fremdem Gemeindeschlüssel entsteht aber weiterhin: | |||
* bei einem Objekt, dessen Gemeinde sich nicht ermitteln lässt: Dort kommt die Liste aus dem Auftrag — steht darin die falsche Gemeinde, bietet das Fenster deren Straßen an; | |||
* wenn ein im Projekt selbst angelegter Katalogeintrag einer anderen Gemeinde gewählt wird: Solche Einträge stehen unabhängig von der Gemeinde in der Liste; | |||
* bei Lagebezeichnungen, die mit einem älteren Programmstand erfasst wurden, als die Auswahl noch immer aus der Auftragsgemeinde stammte. | |||
=== Woran es auffällt === | === Woran es auffällt === | ||
* Schon beim Öffnen von '''Neue Lagebezeichnung erfassen''': Unter der Auswahl '''Schlüssel der Lagebezeichnung:''' steht, aus welcher Gemeinde die angebotenen Straßen stammen | * Schon beim Öffnen von '''Neue Lagebezeichnung erfassen''': Unter der Auswahl '''Schlüssel der Lagebezeichnung:''' steht, aus welcher Gemeinde die angebotenen Straßen stammen. Die Zeile hat vier Zustände; ihr Tooltip nennt in allen Fällen die Regel und die Abhilfe: | ||
* In '''Lagebezeichnungen verwalten''' steht in der Spalte '''Bezeichnung''' hinter der betroffenen Zeile der rote Zusatz ''(nicht in Gemeinde des Objekts)''. Verglichen wird mit der Gemeinde der Gemarkung des Flurstücks; bei einem Gebäude zählt das größte zugehörige Flurstück. | ** grau ''Straßen der Gemeinde des Objekts: Name (Schlüssel)'' — alles in Ordnung. Ist im Auftrag keine Gemeinde eingetragen, steht das als Zusatz dahinter, ebenfalls grau. | ||
** rot und fett, wenn die '''Auftragsgemeinde von der Gemeinde des Objekts abweicht'''. Die Auswahl ist dann trotzdem richtig — sie stammt aus der Gemeinde des Objekts; falsch eingestellt ist der '''Auftrag'''. | |||
** rot und fett, wenn sich die '''Gemeinde des Objekts nicht ermitteln lässt''' und die Auswahl ersatzweise aus der Auftragsgemeinde kommt. Hier ist zu prüfen, ob das die richtige Gemeinde ist — in diesem Fall kann die Stolperfalle noch zuschlagen. | |||
** rot und fett, wenn '''weder am Objekt noch im Auftrag''' eine Gemeinde bekannt ist. Die Auswahl enthält dann nur im Projekt neu erfasste Katalogeinträge. | |||
* In '''Lagebezeichnungen verwalten''' steht in der Spalte '''Bezeichnung''' hinter der betroffenen Zeile der rote Zusatz ''(nicht in Gemeinde des Objekts)''. Verglichen wird mit der Gemeinde der Gemarkung des Flurstücks; bei einem Gebäude zählt das größte zugehörige Flurstück. Lässt sich die Gemeinde des Objekts nicht ermitteln, unterbleibt die Markierung. | |||
* Spätestens beim Validieren eines Fortführungsfalls meldet VermCad den Fehler ''„Der Gemeindeschlüssel der Lagebezeichnungen … unterscheidet sich vom Gemeindeschlüssel des Objekts."'' Der vollständige Meldungstext nennt diese Ursache und die Abhilfe; in der Ergebnisliste ist er gekürzt und steht vollständig im Tooltip der Zelle. Die Aktion der Meldung, '''Lagebezeichnungen bearbeiten''', öffnet '''Lagebezeichnungen verwalten''' für das betroffene Objekt. | * Spätestens beim Validieren eines Fortführungsfalls meldet VermCad den Fehler ''„Der Gemeindeschlüssel der Lagebezeichnungen … unterscheidet sich vom Gemeindeschlüssel des Objekts."'' Der vollständige Meldungstext nennt diese Ursache und die Abhilfe; in der Ergebnisliste ist er gekürzt und steht vollständig im Tooltip der Zelle. Die Aktion der Meldung, '''Lagebezeichnungen bearbeiten''', öffnet '''Lagebezeichnungen verwalten''' für das betroffene Objekt. | ||
=== Abhilfe === | === Abhilfe === | ||
# Die Gemeinde im Auftrag berichtigen: Menü '''Einfügen''' → '''Auftrag…'''. In den ALKIS-Modi steht die Gemeinde dort in der ALKIS-Tabelle mit den Spalten '''GeV''' (Schlüssel) und '''Gemeinde''' — siehe [[Einfügen Menü-Das Dialogfenster Eingabe der Auftragsdaten|Das Dialogfenster Eingabe der Auftragsdaten]]. | # Die Gemeinde im Auftrag berichtigen, sobald die Hinweiszeile eine Abweichung meldet: Menü '''Einfügen''' → '''Auftrag…'''. In den ALKIS-Modi steht die Gemeinde dort in der ALKIS-Tabelle mit den Spalten '''GeV''' (Schlüssel) und '''Gemeinde''' — siehe [[Einfügen Menü-Das Dialogfenster Eingabe der Auftragsdaten|Das Dialogfenster Eingabe der Auftragsdaten]]. Für die Straßenauswahl ist das nur nötig, solange sich die Gemeinde des Objekts nicht ermitteln lässt — die Auftragsgemeinde wirkt aber an anderen Stellen weiter und gehört deshalb in jedem Fall richtig gestellt. | ||
# Die falsche Lagebezeichnung entfernen: in '''Lagebezeichnungen verwalten''' die Zeile anklicken und im Navigator unter der Tabelle '''−''' anklicken. Das geht nur bei Lagebezeichnungen, die im Projekt neu erfasst wurden. Mit '''OK''' schließen — '''Abbrechen''' verwirft auch das Löschen. Das Löschen entfernt die Lagebezeichnung auch an allen anderen Objekten, an denen sie gesetzt war; das Häkchen in Spalte '''G''' muss dort nicht zusätzlich entfernt werden. Wird umgekehrt nur das Häkchen entfernt, löst das bloß die Zuordnung am aktuellen Objekt — die Lagebezeichnung selbst bleibt mit ihrem falschen Schlüssel bestehen. | # Die falsche Lagebezeichnung entfernen: in '''Lagebezeichnungen verwalten''' die Zeile anklicken und im Navigator unter der Tabelle '''−''' anklicken. Das geht nur bei Lagebezeichnungen, die im Projekt neu erfasst wurden. Mit '''OK''' schließen — '''Abbrechen''' verwirft auch das Löschen. Das Löschen entfernt die Lagebezeichnung auch an allen anderen Objekten, an denen sie gesetzt war; das Häkchen in Spalte '''G''' muss dort nicht zusätzlich entfernt werden. Wird umgekehrt nur das Häkchen entfernt, löst das bloß die Zuordnung am aktuellen Objekt — die Lagebezeichnung selbst bleibt mit ihrem falschen Schlüssel bestehen. | ||
# Die Lagebezeichnung neu erfassen. Die Auswahl '''Schlüssel der Lagebezeichnung:''' wird bei jedem Öffnen des Fensters neu aufgebaut | # Die Lagebezeichnung neu erfassen. Die Auswahl '''Schlüssel der Lagebezeichnung:''' wird bei jedem Öffnen des Fensters neu aufgebaut; die Hinweiszeile darunter zeigt, aus welcher Gemeinde sie jetzt stammt. | ||
# Die neue Lagebezeichnung an '''allen''' Objekten setzen, an denen die falsche gesetzt war — in der Regel Gebäude '''und''' Flurstück; durch das Löschen ist sie überall verschwunden. Danach den Fortführungsfall erneut validieren. | # Die neue Lagebezeichnung an '''allen''' Objekten setzen, an denen die falsche gesetzt war — in der Regel Gebäude '''und''' Flurstück; durch das Löschen ist sie überall verschwunden. Danach den Fortführungsfall erneut validieren. | ||
Bleibt die Auswahl | Bleibt die Auswahl leer oder fehlt die gesuchte Straße, sind im ALKIS-Katalog keine Katalogeinträge der betreffenden Gemeinde vorhanden — dann zuerst die Katalogdaten einlesen, siehe [[ALKIS-Katalogdaten]]. | ||
=== Vorbeugen === | === Vorbeugen === | ||
* Beim Öffnen von '''Neue Lagebezeichnung erfassen''' die | * Beim Öffnen von '''Neue Lagebezeichnung erfassen''' die Hinweiszeile unter der Auswahl lesen: Sie nennt die Gemeinde, aus der die angebotenen Straßen stammen, und warnt rot, sobald etwas nicht zusammenpasst. | ||
* Beim Auswählen nicht nur den Straßennamen, sondern auch den angezeigten Lageschlüssel gegen den amtlichen Schlüssel der gesuchten Straße halten. | * Beim Auswählen nicht nur den Straßennamen, sondern auch den angezeigten Lageschlüssel gegen den amtlichen Schlüssel der gesuchten Straße halten. | ||
* Nach dem Erfassen in '''Lagebezeichnungen verwalten''' auf den roten Zusatz ''(nicht in Gemeinde des Objekts)'' achten — dort fällt der Fehler auf, bevor der Fortführungsfall validiert wird. | * Nach dem Erfassen in '''Lagebezeichnungen verwalten''' auf den roten Zusatz ''(nicht in Gemeinde des Objekts)'' achten — dort fällt der Fehler auf, bevor der Fortführungsfall validiert wird. | ||
{{Hilfe:Hinweis|Die Gemeinde im Auftrag | {{Hilfe:Hinweis|Die Gemeinde im Auftrag steuert die Straßenauswahl nur noch '''ersatzweise''' — dann, wenn sich die Gemeinde des Objekts nicht ermitteln lässt. Maßgeblich bleibt sie an anderen Stellen des Projekts, und die Hinweiszeile im Erfassungsfenster warnt bei jeder Abweichung. Sie gehört deshalb von Anfang an richtig eingestellt.}} | ||
== Siehe auch == | == Siehe auch == | ||
Aktuelle Version vom 22. September 2026, 10:15 Uhr
Ziel
Lagebezeichnungen (LBZ) an Flurstücken und Gebäuden zuweisen, entfernen, neu erfassen oder auf den Originalzustand zurücksetzen. Drei Dialoge bilden dabei einen Arbeitsablauf: die Verwaltung (Lagebezeichnungen verwalten), die Neuerfassung (Neue Lagebezeichnung erfassen) und — falls die passende Straße noch fehlt — die Erfassung eines neuen LBZ-Katalogeintrags.
Voraussetzungen
- ALKIS-Projekt mit eingelesenen Bestandsdaten (inkl. Lagebezeichnungskatalog der Gemeinde).
- Bearbeitbar sind Flurstücke, Gebäude und historische Flurstücke ohne Raumbezug.
Vorgehen
Schritt 1: Verwaltung öffnen
- Im Objekt-Parameter-Dialog (Parameter nachstehender Objekte ändern) in der Zeile des Objekts die Spalte Lage fokussieren und … anklicken. Es öffnet sich Lagebezeichnungen verwalten. (Alternativ führt auch die Korrektur aus den ALKIS-Prüfergebnissen hierher.)
- Der Kopf zeigt Objekt:, Aktuelle Lage: und Originale Lage:. Neben der aktuellen Lage sitzt eine Schaltfläche zum expliziten Leeren, neben der originalen Lage eine zum Wiederherstellen. Bei neuen Objekten steht statt der originalen Lage der Autowert Lage (magenta).

Schritt 2: Vorhandene LBZ zuweisen oder entfernen
- Die Tabelle listet die Lagebezeichnungen mit den Spalten G (Gesetzt), S (Status), Art, Bezeichnung und Gesetzt an FS.
- Mit den Schaltflächen Nur LBZ in Umgebung des Objekts anzeigen und Alle LBZ des Projekts anzeigen den Umfang der Liste wählen.
- Das Häkchen in Spalte G setzt bzw. entfernt die LBZ am Objekt. Die Änderungen werden erst mit OK wirksam; Abbrechen verwirft alles (auch neu erfasste LBZ).
Schritt 3: Neue LBZ erfassen
- In der Tabellen-Navigation + (Neue Lagebezeichnung erfassen) anklicken. Es öffnet sich der gleichnamige Dialog.
- Die Art wählen: LBZ mit HNR, LBZ ohne HNR oder LBZ mit Pseudonummer. Je nach Art heißt das Eingabefeld Hausnummer:, Zusatz zur LBZ: oder Pseudonummer:; bei der Pseudonummer kommt Laufende Nummer: hinzu, und die Schaltfläche PK generiert die Pseudonummer aus den Objektkoordinaten.
- Unter Schlüssel der Lagebezeichnung: die Straße aus dem Katalog wählen; Lagebezeichnung: zeigt den zugehörigen Namen an. Bei Gebäuden werden Art und Schlüssel aus den Autowerten vorbelegt.
- Mit OK wird die LBZ erstellt und — sofern die Art zum Objekt passt — direkt gesetzt.

Schritt 4: Fehlenden Katalogeintrag anlegen
- Fehlt die Straße im Katalog, in der Schlüssel-Auswahlbox die Schaltfläche Neue Lagebezeichnung (Katalogeintrag) erfassen anklicken.
- Im Dialog „Neuen Lagebezeichnung-Katalogeintrag erfassen" die Felder Land:, Regierungsbezirk:, Kreis:, Gemeinde: (aus dem gewählten Schlüssel vorbelegt) sowie Lage: (Schlüssel) und Name: (Straßenname) füllen — alle Felder sind Pflicht.
- Ein selbst angelegter (noch nicht amtlicher) Katalogeintrag lässt sich über Zuvor erstellte Lagebezeichnung (Katalogeintrag) löschen wieder entfernen.

Hinweise und Stolperfallen
- Eine LBZ ohne Hausnummer kann nicht an Gebäuden, eine LBZ mit Pseudonummer nicht an Flurstücken gesetzt werden — die Häkchen-Spalte ist dort gesperrt (Hinweis per Tooltip).
- Bei Gebäuden, deren Gebäudefunktion kein Hauptgebäude bedeutet, schlägt die Neuerfassung automatisch die LBZ mit Pseudonummer vor.
- Ist eine LBZ nur einfach belegbar (Kardinalität 0..1/1) und bereits an einem anderen Objekt gesetzt, fragt das Programm vor dem Umsetzen nach: „… ist bereits an … gesetzt und wird durch diese Aktion dort entfernt. Fortfahren?"
- Existiert bereits eine LBZ mit identischen Daten, wird keine zweite erstellt; stattdessen bietet das Programm an, die vorhandene zu setzen (LBZ übernehmen).
- Liegt eine LBZ nicht in der Gemeinde des Objekts, wird sie in der Liste rot mit (nicht in Gemeinde des Objekts) markiert. Wie es dazu kommt und was dann zu tun ist, steht unter Wenn im Auftrag die falsche Gemeinde steht.
- Löschen über den Navigator ist nur bei neu erstellten LBZ möglich; Wiederherstellen der Original-Lage nur bei Bestandsobjekten.
- Beim Löschen eines neuen Katalogeintrags werden alle neu erstellten Lagebezeichnungen mit diesem Schlüssel ebenfalls gelöscht (Sicherheitsabfrage).
- Landeshinweis BW: Der Lageschlüssel muss fünfstellig sein; bei vorläufiger Vergabe eine vierstellige Zahl mit vorangestelltem „V" (sonst erscheint eine Warnabfrage).
- Landeshinweis BW: Wird eine bestehende Lagebezeichnung zum Löschen markiert, warnt VermCad automatisch, dass dies zu Problemen bei der Fortführung bzw. Fortführungssimulation führen kann — die Warnung bestätigen oder den Löschvorgang abbrechen.
Wenn im Auftrag die falsche Gemeinde steht
Die Auswahl Schlüssel der Lagebezeichnung: im Fenster Neue Lagebezeichnung erfassen wird aus zwei Quellen gefüllt: aus den Katalogeinträgen, die im Projekt selbst neu angelegt wurden, und aus allen Katalogeinträgen der Gemeinde des Objekts. Diese Gemeinde ermittelt VermCad nach derselben Regel wie die Validierung — aus der Gemarkung des Flurstücks, bei einem Gebäude aus dem größten zugehörigen Flurstück. Nur wenn sie sich so nicht ermitteln lässt, etwa bei einem Objekt ohne Flurstück, kommt die Liste ersatzweise aus der Gemeinde des Auftrags; sind dort mehrere Gemeinden eingetragen, zählt nur die erste. Bei einem Auftrag über Gemeindegrenzen hinweg bekommt damit jedes Objekt seine eigene Straßenliste.
Die Einträge zeigen nur den Straßennamen und den Lageschlüssel, etwa Im Grund (Lageschlüssel: 17404), nicht aber die Gemeinde. Eine gleichnamige Straße einer anderen Gemeinde ist in der Liste deshalb nicht als falsch zu erkennen. Solange die Gemeinde des Objekts bekannt ist, kann das nicht mehr schiefgehen — die Liste stammt dann von vornherein aus der richtigen Gemeinde. Eine Lagebezeichnung mit fremdem Gemeindeschlüssel entsteht aber weiterhin:
- bei einem Objekt, dessen Gemeinde sich nicht ermitteln lässt: Dort kommt die Liste aus dem Auftrag — steht darin die falsche Gemeinde, bietet das Fenster deren Straßen an;
- wenn ein im Projekt selbst angelegter Katalogeintrag einer anderen Gemeinde gewählt wird: Solche Einträge stehen unabhängig von der Gemeinde in der Liste;
- bei Lagebezeichnungen, die mit einem älteren Programmstand erfasst wurden, als die Auswahl noch immer aus der Auftragsgemeinde stammte.
Woran es auffällt
- Schon beim Öffnen von Neue Lagebezeichnung erfassen: Unter der Auswahl Schlüssel der Lagebezeichnung: steht, aus welcher Gemeinde die angebotenen Straßen stammen. Die Zeile hat vier Zustände; ihr Tooltip nennt in allen Fällen die Regel und die Abhilfe:
- grau Straßen der Gemeinde des Objekts: Name (Schlüssel) — alles in Ordnung. Ist im Auftrag keine Gemeinde eingetragen, steht das als Zusatz dahinter, ebenfalls grau.
- rot und fett, wenn die Auftragsgemeinde von der Gemeinde des Objekts abweicht. Die Auswahl ist dann trotzdem richtig — sie stammt aus der Gemeinde des Objekts; falsch eingestellt ist der Auftrag.
- rot und fett, wenn sich die Gemeinde des Objekts nicht ermitteln lässt und die Auswahl ersatzweise aus der Auftragsgemeinde kommt. Hier ist zu prüfen, ob das die richtige Gemeinde ist — in diesem Fall kann die Stolperfalle noch zuschlagen.
- rot und fett, wenn weder am Objekt noch im Auftrag eine Gemeinde bekannt ist. Die Auswahl enthält dann nur im Projekt neu erfasste Katalogeinträge.
- In Lagebezeichnungen verwalten steht in der Spalte Bezeichnung hinter der betroffenen Zeile der rote Zusatz (nicht in Gemeinde des Objekts). Verglichen wird mit der Gemeinde der Gemarkung des Flurstücks; bei einem Gebäude zählt das größte zugehörige Flurstück. Lässt sich die Gemeinde des Objekts nicht ermitteln, unterbleibt die Markierung.
- Spätestens beim Validieren eines Fortführungsfalls meldet VermCad den Fehler „Der Gemeindeschlüssel der Lagebezeichnungen … unterscheidet sich vom Gemeindeschlüssel des Objekts." Der vollständige Meldungstext nennt diese Ursache und die Abhilfe; in der Ergebnisliste ist er gekürzt und steht vollständig im Tooltip der Zelle. Die Aktion der Meldung, Lagebezeichnungen bearbeiten, öffnet Lagebezeichnungen verwalten für das betroffene Objekt.
Abhilfe
- Die Gemeinde im Auftrag berichtigen, sobald die Hinweiszeile eine Abweichung meldet: Menü Einfügen → Auftrag…. In den ALKIS-Modi steht die Gemeinde dort in der ALKIS-Tabelle mit den Spalten GeV (Schlüssel) und Gemeinde — siehe Das Dialogfenster Eingabe der Auftragsdaten. Für die Straßenauswahl ist das nur nötig, solange sich die Gemeinde des Objekts nicht ermitteln lässt — die Auftragsgemeinde wirkt aber an anderen Stellen weiter und gehört deshalb in jedem Fall richtig gestellt.
- Die falsche Lagebezeichnung entfernen: in Lagebezeichnungen verwalten die Zeile anklicken und im Navigator unter der Tabelle − anklicken. Das geht nur bei Lagebezeichnungen, die im Projekt neu erfasst wurden. Mit OK schließen — Abbrechen verwirft auch das Löschen. Das Löschen entfernt die Lagebezeichnung auch an allen anderen Objekten, an denen sie gesetzt war; das Häkchen in Spalte G muss dort nicht zusätzlich entfernt werden. Wird umgekehrt nur das Häkchen entfernt, löst das bloß die Zuordnung am aktuellen Objekt — die Lagebezeichnung selbst bleibt mit ihrem falschen Schlüssel bestehen.
- Die Lagebezeichnung neu erfassen. Die Auswahl Schlüssel der Lagebezeichnung: wird bei jedem Öffnen des Fensters neu aufgebaut; die Hinweiszeile darunter zeigt, aus welcher Gemeinde sie jetzt stammt.
- Die neue Lagebezeichnung an allen Objekten setzen, an denen die falsche gesetzt war — in der Regel Gebäude und Flurstück; durch das Löschen ist sie überall verschwunden. Danach den Fortführungsfall erneut validieren.
Bleibt die Auswahl leer oder fehlt die gesuchte Straße, sind im ALKIS-Katalog keine Katalogeinträge der betreffenden Gemeinde vorhanden — dann zuerst die Katalogdaten einlesen, siehe ALKIS-Katalogdaten.
Vorbeugen
- Beim Öffnen von Neue Lagebezeichnung erfassen die Hinweiszeile unter der Auswahl lesen: Sie nennt die Gemeinde, aus der die angebotenen Straßen stammen, und warnt rot, sobald etwas nicht zusammenpasst.
- Beim Auswählen nicht nur den Straßennamen, sondern auch den angezeigten Lageschlüssel gegen den amtlichen Schlüssel der gesuchten Straße halten.
- Nach dem Erfassen in Lagebezeichnungen verwalten auf den roten Zusatz (nicht in Gemeinde des Objekts) achten — dort fällt der Fehler auf, bevor der Fortführungsfall validiert wird.
Hinweis: Die Gemeinde im Auftrag steuert die Straßenauswahl nur noch ersatzweise — dann, wenn sich die Gemeinde des Objekts nicht ermitteln lässt. Maßgeblich bleibt sie an anderen Stellen des Projekts, und die Hinweiszeile im Erfassungsfenster warnt bei jeder Abweichung. Sie gehört deshalb von Anfang an richtig eingestellt.