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Der ALKIS-Modus

Aus VermCAD Hilfe Wiki
(Weitergeleitet von ALKIS Modus)

Der ALKIS-Modus ist eine Eigenschaft des Auftrags. Er legt fest, ob ein Projekt mit ALKIS-Fachdaten arbeitet und wie weit die ALKIS-Funktionen von VermCad reichen – von der reinen Punktfortführung bis zur vollständigen Fortführung (vFE).

Der ALKIS-Modus ist die wichtigste Weiche im Projekt. VermCad liest ihn beim Übersetzen bereits im ersten Compiler-Durchlauf, noch vor allen übrigen Auftragsangaben, weil davon abhängt, wie der gesamte Rest der Messwertdatei interpretiert wird.

Die drei Modi im Überblick

Modus Schreibweise in der MWT Bedeutung Typischer Einsatz
Nein Nein oder N Kein ALKIS-Projekt. Das Projekt arbeitet klassisch mit Gemarkungs-/Gemeindeschlüsseln aus den Stammdaten; die ALKIS-Fachdatenverwaltung wird nicht verwendet. Ingenieurvermessung, Absteckung, Auswertungen ohne Katasterbezug
Punkte Punkte oder P ALKIS-Projekt für die Punktfortführung. NAS-Bestandsdaten werden eingelesen, Punkte erhalten ALKIS-Attribute, der Fortführungsauftrag umfasst die Punkte. Grenzpunkte bestimmen und an das Katasteramt zurückliefern
Vollständig Vollständig oder V ALKIS-Projekt für die vollständige Fortführung (vFE). Zusätzlich zu den Punkten werden Flurstücke, Gebäude und weitere Flächenobjekte fortgeführt und ein Fortführungsentwurf erzeugt. Zerlegung, Verschmelzung, Gebäudeeintragung, Fortführungsentwurf

Hinweis: „Vollständig“ schließt „Punkte“ mit ein: Ein vFE-Projekt kann alles, was ein Punkt-Projekt kann, und zusätzlich die Flächenfortführung.

Wo wird der ALKIS-Modus eingestellt?

Im Dialogfenster

Menü Einfügen → Auftrag öffnet das Dialogfenster Eingabe der Auftragsdaten. Dort steht rechts die Auswahl Nein / Punkte / Vollständig.

Beim Umschalten passt VermCad den Dialog sofort an:

  • Punkte oder Vollständig: Es erscheinen die ALKIS-Tabellen für Gemarkung und Gemeinde sowie die ALKIS-Auswahl für Katasteramt und Finanzamt. Der Schalter Behörden/Gemeinden wird gesperrt, weil die Schlüssel aus den ALKIS-Daten kommen und nicht aus den Stammdaten der INI-Datei.
  • Nein: Es erscheinen stattdessen die klassischen Felder für GV, GeV, Katasteramt und Finanzamt, und der Schalter Behörden/Gemeinden ist wieder benutzbar.
  • Ist beim Wechsel auf Punkte oder Vollständig noch kein Lagestatus eingetragen, setzt VermCad ihn automatisch auf 489.

In der Messwertdatei

Der Modus steht im AUFTRAG-Block:

AUFTRAG
  Nummer = 26-3985_6;
  Lagestatus = 489;
  ALKIS_Modus = Vollständig;      { Nein | Punkte | Vollständig }
  ALKIS_Antragsnummer = G13468362;
  GV = 083985;
  Gemarkung = Friolzheim;
END

Automatisch beim Einlesen von NAS-Bestandsdaten

Enthält der Auftragsblock beim NAS-Import noch keinen ALKIS-Modus, trägt VermCad ihn selbst ein – abhängig vom Bundesland (siehe nächster Abschnitt). Ein bereits vorhandener Eintrag wird nicht überschrieben.

Standardwert, wenn nichts eingetragen ist

Fehlt die Angabe ALKIS_Modus vollständig, behandelt VermCad das Projekt als ALKIS-Projekt. Ob dabei nur die Punktfortführung oder die vollständige Fortführung greift, hängt vom Bundesland ab:

Bundesland-Version Standard ohne Eintrag
Baden-Württemberg, Sachsen Vollständig
alle übrigen Bundesländer Punkte

Hinweis: {{{1}}}

Was der Modus konkret bewirkt

ALKIS-Modus „Nein“

  • Gemarkung, Gemeinde, Katasteramt und Finanzamt stammen aus den Stammdaten (siehe Eingabe der Auftragsdaten und dem Dialogfenster Behörden/Gemeinden).
  • Die ALKIS-Fachdatenverwaltung und die ALKIS-Fortführungsfunktionen werden nicht genutzt.
  • Einige Funktionen sind nur in diesem Modus verfügbar – zum Beispiel das Punkt-Flag für Teil A des Koordinatenverzeichnisses.

ALKIS-Modus „Punkte“

Zusätzlich zu einem Projekt ohne ALKIS stehen zur Verfügung:

ALKIS-Modus „Vollständig“

Zusätzlich zum Modus „Punkte“ schaltet dieser Modus die Flächenfortführung frei:

  • Menü ALKIS → Vollständige Fortführung bzw. der entsprechende Schalter im CAD-Ribbon wird freigegeben (Beschreibung des Dialogs)
  • Die vFE-Flächenbelege werden freigegeben: Flächenberechnungsbeleg (vFE), Flächenberechnungsbeleg für eine Auswahl und Entwurf zur Fortführung
  • Beim Konstruieren im CAD erzeugt bzw. sucht VermCad zu geschlossenen Linienzügen automatisch das passende ALKIS-Flächenobjekt
  • Der Alt/Neu-Vergleich im CAD zeigt den Fortführungsvergleich. In einem Projekt ohne vollständige Fortführung erscheint stattdessen ein Hinweis (die Warnung lässt sich in den CAD-Einstellungen abschalten)
  • Das Prüfwerkzeug führt zusätzliche vFE-Prüfungen aus, unter anderem die Prüfung der Flurstückskennzeichen (FSK) gegen alle Flurstücke des Projekts
  • Beim Übersetzen (F9) aktualisiert VermCad zusätzlich die ALKIS-Flächenobjekte
  • Nur Baden-Württemberg: Der klassische Flächenberechnungsbeleg (Menü Rechnen → Flächen (Belege) bzw. der Beleg-Schalter in der Flächenliste) wird bewusst gesperrt, weil an seine Stelle der vFE-Beleg tritt.

Welchen Modus wähle ich?

Aufgabe Empfohlener Modus
Absteckung, Ingenieurvermessung, freie Auswertung ohne Katasterbezug Nein
Grenzpunkte bestimmen und als Punktfortführung abgeben Punkte
Zerlegung, Verschmelzung, Grenzfeststellung mit Flurstücksveränderung Vollständig
Gebäudeeinmessung mit Eintragung ins Liegenschaftskataster Vollständig
Fortführungsentwurf bzw. Fortführungsnachweis erzeugen Vollständig

Hinweis: Legen Sie den ALKIS-Modus möglichst zu Beginn des Projekts fest. Er steuert bereits das Einlesen der Messwertdatei. Wenn Sie ihn nachträglich ändern, übersetzen Sie das Projekt anschließend neu (F9), damit alle abhängigen Auswertungen und Menüs aktualisiert werden.

Häufige Fragen

Das Menü „Vollständige Fortführung“ ist grau – warum?
Der Auftrag steht auf „Punkte“ oder „Nein“. Stellen Sie im Dialogfenster Eingabe der Auftragsdaten den ALKIS-Modus auf Vollständig. Zusätzlich muss das Auftragssystem das aktive Koordinatensystem sein.
Im Auftragsdialog fehlen plötzlich die Felder GV und GeV.
Das ist so gewollt: In den ALKIS-Modi „Punkte“ und „Vollständig“ treten an ihre Stelle die ALKIS-Tabellen für Gemarkung und Gemeinde.
Der Schalter „Behörden/Gemeinden“ lässt sich nicht anklicken.
Er ist in den ALKIS-Modi gesperrt, weil Behörden, Gemeinden und Gemarkungen dort aus den ALKIS-Daten stammen und nicht aus den Stammdaten der INI-Datei.
Ich finde den Flächenberechnungsbeleg nicht mehr (Baden-Württemberg).
Im Modus „Vollständig“ ist der klassische Beleg abgeschaltet. Verwenden Sie den Flächenberechnungsbeleg (vFE) im Menü ALKIS.
Woran erkenne ich den eingestellten Modus schnell?
Im AUFTRAG-Block der Messwertdatei an der Zeile ALKIS_Modus = …; oder im Dialogfenster Eingabe der Auftragsdaten.

Siehe auch



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