Reservierungen übernehmen und verwenden
Ziel
Bei der Katasterverwaltung reservierte Punkt- und Flurstücksnummern ins Projekt übernehmen, einsehen und beim Bearbeiten (Punkte verschmelzen, Flurstücke bilden) verwenden.
Voraussetzungen
- Ein geöffnetes MWT-Projekt.
- Eine Reservierungsdatei der Vermessungs-/Katasterverwaltung. VermCad erkennt Reservierungsdateien am Inhalt (Wurzelelement
AX_Reservierungsergebnis), nicht an der Dateiendung; üblich sind.xml,.nasoder.zip. Auch TPR-Punktreservierungsdateien werden unterstützt (ursprünglich Thüringen, seit 2012 für alle Bundesländer).
Vorgehen
- Menü ALKIS → NAS-Datei öffnen... wählen und die Reservierungsdatei auswählen. Sie kann auch gemeinsam mit Bestandsdaten in einem Vorgang eingelesen werden — VermCad sortiert die Dateien automatisch.
- Die Übernahme erfolgt automatisch und ohne Ziel- oder Überschreib-Abfrage: Die reservierten Nummern werden in die MWT-Syntax-Blöcke
RESERVIERTE_PUNKTNUMMERNbzw.RESERVIERTE_FLURSTUECKSNUMMERNgeschrieben. Bereits vorhandene Nummern werden dabei nicht doppelt eingefügt. - Anzeigen: Menü Daten → Reservierungen → Punktreservierungen bzw. Flächenreservierungen zeigt die Liste der eingelesenen Reservierungen an.
- Verwenden bei Flurstücken: Im CAD auf der Ribbon-Registerkarte ALKIS im Aufklappmenü der Schaltfläche AX-Objekt erstellen die Einstellung Flurstücke: reservierte FS-Nummer vergeben: auf Immer oder Nachfragen stellen. Beim Erstellen eines Flurstücks öffnet sich dann automatisch der Dialog Flurstücksnummer setzen mit dem Abschnitt Flurstücksnummer aus Reservierung (siehe Flurstückskennzeichen setzen).
- Verwenden bei Punkten: Beim direkten Verschmelzen von _F-Punkten im CAD kann über die Option GV/NR Reservierung verwenden eine reservierte Punktnummer vergeben werden; dabei werden beide beteiligten Punkte umnummeriert.


Bereiche ohne Punktnummernreservierung
Nicht überall werden Punktnummern vorab reserviert. Einzelne Katasterämter vergeben sie fortlaufend und legen die endgültige Nummerierung erst bei der Fortführung fest — das ist eine örtliche Regelung, kein Programmzustand. In solchen Bereichen gibt es also keine Reservierungsdatei für Punktnummern, und die Prüfung „Neupunkte gegen Reservierung“ meldet zwangsläufig:
- Keine reservierten Punktnummern gefunden.
Damit kann man auf zwei Wegen umgehen:
- Meldung abhaken. Diese Meldung ist bewusst an das Deckblatt des Fortführungsnachweises gehängt. Der Haken einer Meldung wird nämlich am Bezugsobjekt gespeichert — ohne Bezugsobjekt gäbe es nichts zum Abhaken. Sie ist außerdem vom Typ Warnung und blockiert den Export nicht.
- Prüfung abschalten. Im Prüfplan steht in der Gruppe Prüfungen Punktfortführung der Schalter Neu- und _F-Punkte gegen eingelesene Reservierungen prüfen. Er ist im Auslieferungszustand eingeschaltet; wird er ausgeschaltet, entfällt die Prüfung vollständig.
Der Unterschied zur zweiten Meldung der Prüfung ist wichtig: „Nummer von Punkt … nicht in Reservierungen gefunden.“ hängt am jeweiligen Punkt und meint einen echten Einzelbefund — dort liegt eine Reservierung vor, die verwendete Nummer steht aber nicht darin.
Weitere örtliche Besonderheiten dieser Art beschreibt Besonderheiten in Stadtkreisen mit eigenem Katasteramt.
Hinweise und Stolperfallen
- Punktnummern-Reservierungen müssen im richtigen Nummerierungsbezirk vorliegen, sonst können sie beim Verschmelzen nicht verwendet werden.
- Die Option GV/NR Reservierung verwenden ist nur wählbar, wenn noch unverbrauchte reservierte Punktnummern im Projekt vorhanden sind.
- Die Antragsnummer der Reservierung wird beim Einlesen bewusst nicht gegen die Auftragsdaten geprüft, da sich Antragsnummern bei jeder Neubestellung ändern.
- Die Menüpunkte Punktreservierungen und Flächenreservierungen sind nur in MWT-Projekten aktiv.
- Landeshinweis BW: Die Option beim Verschmelzen heißt hier GV/NR Reservierung verwenden; in Bundesländern mit Nummerierungsbezirken lautet sie NV/NR Reservierung verwenden.