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Vorläufige und interne Punktnummern

Aus VermCAD Hilfe Wiki

Ziel

Nicht jeder Punkt im Projekt gehört in die Abgabe. VermCad kennt dafür zwei Gruppen: vorläufig nummerierte Punkte und Punkte mit einer programminternen Endung an der Punktnummer. Beide werden nicht in die Erhebungsdaten übernommen — das ist gewollt und spart Arbeit, führt aber zu schwer deutbaren Beanstandungen, wenn ein Punkt versehentlich in dieser Gruppe hängen bleibt.

Diese Seite beschreibt, woran Sie die beiden Gruppen erkennen, welche Punkte Sie vor der Abgabe endgültig nummerieren müssen und warum sich vorläufige Punkte beim Angleichen der Geometrie anders verhalten als endgültige Grenzpunkte. Fokus Baden-Württemberg.

Wie die Punktabgabe insgesamt abläuft und wie die Koordinatenliste aufgebaut ist, steht auf ALKIS-Arbeitsabläufe-Punktexport und Koordinatenliste und ALKIS-Punktfortführung.

Vorläufig nummerierte Punkte (V-Punkte)

Woran VermCad sie erkennt

In Baden-Württemberg gilt ein Punkt als vorläufig nummeriert, wenn seine Punktnummer mit dem Buchstaben V beginnt — mehr braucht es nicht. Es gibt dafür keinen eigenen vorläufigen Nummerierungsbezirk und keinen Schalter im Dialog: Sie machen einen Punkt vorläufig, indem Sie ihm eine V-Nummer geben, und Sie machen ihn endgültig, indem Sie ihn umnummerieren.

Im Sprachgebrauch der Koordinatenliste heißen diese Punkte Punkte von vorübergehender Bedeutung.

Hinweis: In einigen Städten ist zusätzlich der Anfangsbuchstabe S als vorläufige Nummer gebräuchlich. VermCad wertet ihn nur bei den Prüfungen der Punktkennung als vorläufig aus — die auf dieser Seite beschriebenen Wirkungen (eigener Block der Koordinatenliste, Abwahl bei der Punktfortführung, Sonderregeln beim Geometrieangleichen) greifen nur bei Nummern mit V.

Was mit einem V-Punkt geschieht

Stelle Verhalten
Koordinatenliste Der Punkt steht im vierten Block Punkte von vorübergehender Bedeutung. In diesem Block bleiben die Spalten PA, PS, Abm. und aSt leer — ausgegeben werden nur Nummer und Koordinaten. Der Block wird auch nicht nach Gemarkungen gruppiert.
Punktfortführung (NAS-Export aus der Koordinatenliste) Der Punkt wird abgewählt und nicht ausgegeben.
Fortführungsentwurf Der Punkt wird nicht unter den Exportobjekten angeboten und auch nicht als „neues Objekt ohne Fortführungsfall" bemängelt.
Geometrie angleichen Es gelten eigene Regeln — siehe unten.
Validierung Liegt ein V-Punkt im Rand eines neuen oder ersetzten Flurstücks, erscheint eine Warnung — siehe Fehlerbilder.

Hinweis: Eine durch Bearbeitung entstandene Bogenmitte bekommt in Baden-Württemberg automatisch eine freie V-Nummer. Das ist beabsichtigt: Die Bogenmitte ist ein Hilfspunkt und soll nicht ins Liegenschaftskataster.

Programminterne Endungen an Punktnummern

Punkte, die VermCad selbst erzeugt oder die noch keine endgültige Nummer haben, tragen eine kurze Endung. Sie ist ein reines Arbeitskennzeichen und gehört nicht in eine Abgabedatei.

Endung Bedeutung Gehört in die Abgabe?
_F Punkt ohne endgültige Punktnummer („Fehlpunktnummer") nein — vorher endgültig nummerieren
_K Konstruktionspunkt aus dem CAD nein
_H Hilfskonstruktionspunkt nein
_B Bogenmitte (früher _BM) nein
_D Doppelpunkt: dieselbe Punktnummer ist mehrfach vergeben nein
_U programminterne Ersatznummer aus einer automatischen Umnummerierung nein
# (als Anhang) untergegangene Punktnummer ja — das ist kein Arbeitskennzeichen, sondern der Untergangsvermerk; siehe ALKIS-Arbeitsabläufe-Punkte historisieren, wandeln und wiederherstellen

Für die Ausgabe von Doppelpunkten gibt es zusätzlich die Einstellung Punktnummer von Doppelpunkten (_D) ersetzen.

Die Validierung findet diese Nummern

Der mitgelieferte Prüfplan [BW] NAS-Validierung enthält für Grenzpunkt, Aufnahmepunkt, Sicherungspunkt und Sonstiger Vermessungspunkt die Regel Fehlerhafte Punktnummer. Sie schlägt an, wenn die Punktkennung _F, _K oder _U enthält, und meldet als Fehler:

Die Punktnummer entspricht nicht den Vorgaben.

Bei _F wird ein Punkt ausgenommen, der ohnehin gelöscht wird — für ihn wird die Punktkennung nicht exportiert.

Ergänzend prüft die Prüfung Punktkennungen überprüfen (Länge, NB gegen Koordinaten, …) die Länge der Punktkennung:

  • Die Punktkennung entspricht nicht den Vorgaben (ist zu kurz).
  • Die Punktkennung entspricht nicht den Vorgaben (ist zu lang).

Und die Prüfung Neu- und _F-Punkte gegen eingelesene Reservierungen prüfen gleicht neue und _F-Punkte gegen die eingelesenen Reservierungen ab.

Hinweis: Alle drei Prüfungen lassen sich in einem eigenen Prüfplan abschalten. Wer mit einem selbst angelegten Prüfplan arbeitet und trotz „grüner" Prüfung beim Amt abgewiesen wird, sollte zur Kontrolle noch einmal gegen den mitgelieferten Standard-Prüfplan validieren. Welche Prüfung was tut, steht auf ALKIS-Prüfpläne bearbeiten.

Endgültig nummerieren

Umnummeriert wird über das Hauptmenü, nicht im Punktauswahl-Dialog:

  1. Menü Daten → Umnummerieren.
  2. Im ersten Schritt erscheint die Punktauswahl Welche Punkte umnummerieren ?. Hier werden die Punkte nur ausgewählt — die Nummer selbst lässt sich hier nicht ändern. Zum Auswählen stehen die Schaltflächen [Filter] und [GrafFilter] bereit; die Schaltfläche [Makro] erscheint nur, wenn im Projekt Auswahl-Makros vorhanden sind, und wendet ein solches Makro auf die Auswahl an.
  3. Im zweiten Schritt öffnet sich der Dialog Punktnummern ändern mit den Spalten NR - alt, GV - neu und NR - neu. Erst hier tragen Sie die neuen Nummern ein.

Hinweis: In Baden-Württemberg heißt die Vorsatz-Spalte GV (nicht NV wie in den Ländern mit Nummerierungsbezirk). Entsprechend heißt die Schaltfläche für die Reservierungen hier [Auto NR] und nicht [Auto NV_NR].

Hilfreiche Schaltflächen in diesem Dialog: [Einfg], [Entf], [Hochzählen], [Fortlaufend] und [Untergehen]. Die Schaltfläche [Auto NR] vergibt Nummern aus den eingelesenen Reservierungen; sie ist nur aktiv, wenn der Auftrag im Lagestatus 489 steht und Reservierungen vorliegen.

Die Bedeutung der Zusatzschalter In allen KS, Punkt-Zwilling, >Trennschäfe und Soll-Vorgaben steht auf Daten Menü-Das Umnummerieren.

Hinweis: Nur Punkte in Berechnungs-Makros benennt der eigene Weg Rechnen → Punkte Umnummerieren um (Dialog Punktnummern in Berechnungen ändern). Für die Abgabe ist der Weg über Daten → Umnummerieren der richtige, denn er ändert die Punktnummern in der gesamten Messwertdatei.

Eine Punktauswahl bleibt nicht dauerhaft erhalten. Wer dieselbe Punktmenge mehrfach braucht, legt sie als Auswahl-Makro an und ruft sie über [Makro] wieder auf. Für beliebige Objekte im CAD gibt es außerdem das Speichern benannter Auswahlen, siehe CAD-Ribbon-Auswahl und Suche.

Vorläufige Punkte und das Geometrieangleichen

Beim Angleichen der Geometrie behandelt VermCad einen vorläufig nummerierten Punkt bewusst anders als einen endgültigen Grenzpunkt — er soll ja gerade nicht ins Liegenschaftskataster eingeführt werden:

  • Teilen: Eine Flurstückslinie wird nur an einem Grenzpunkt geteilt. An einem V-Punkt werden Flurstücks- und Nutzungsartengrenzen nicht geteilt. Ausnahme in Baden-Württemberg: An Zu-Flurstücken darf auch an V-Punkten geteilt werden, ebenso an einer Nutzungsartengrenze, wenn am Punkt tatsächlich Nutzungsartenlinien hängen.
  • Verschmelzen: Umgekehrt dürfen Linien an einem V-Punkt zusammengefasst werden, während das an einem endgültigen VermCad-Punkt unterbleibt.

Daraus folgt die Faustregel: Punkte, die endgültige Grenzpunkte werden sollen, vor einer Verschmelzung umnummerieren. Zieht das Geometrieangleichen scheinbar eine falsche Grenze, ist fast immer ein noch vorläufig nummerierter Punkt beteiligt — kein Programmfehler. Die Bedienung des Dialogs steht auf ALKIS-Geometrieangleichen.

Die Rückfrage beim Teilen

Vor dem Teilen einer Fläche prüft VermCad, ob in der Nähe der Flurstücksgrenze neue ALKIS-Punkte liegen, die keine Grenzpunkte sind. Ist das der Fall, hebt VermCad diese Punkte im CAD hervor und fragt (Fenstertitel AX-Punkte sind keine Grenzpunkte):

AX-Punkt "…" in der Nähe von Flurstück "…" ist kein Grenzpunkt. bzw. … AX-Punkte in der Nähe von Flurstück "…" sind keine Grenzpunkte.
Umwandeln?

Antworten Sie mit Ja — VermCad öffnet die betroffenen Punkte anschließend im Parameter-Dialog, damit Sie die Objektart auf Grenzpunkt umstellen. Lehnen Sie ab, entsteht die Teilung ohne Grenzpunkte an diesen Stellen.

Sonderfall: Aufnahmepunkt, der sekundär Grenzpunkt ist

Fachliche Regel, die VermCad nicht selbst prüft:

  • Ist ein Aufnahmepunkt sekundär zugleich Grenzpunkt, bleiben die Punktnummern der beteiligten Punktobjekte unverändert. Anders als bei trigonometrischen Punkten ist hier eine Änderung der Punktnummer nicht vorgesehen.
  • Werden dagegen die Koordinaten eines Punktobjekts verändert — etwa weil der Grenzpunkt in eine Gerade eingerechnet wird —, darf dieser Punkt eine andere Nummer erhalten.

Typische Fehlerbilder

Die Behörde bemängelt genau einen Linienendpunkt, obwohl die exportierten Koordinaten stimmen

Symptom: Die Simulation bei der aufnehmenden Stelle scheitert wiederholt an einem Linienstück zwischen zwei Flurstücken. In der Exportdatei sind die Koordinaten dieses Linienstücks korrekt.

Ursache: Ein beteiligter Bestandspunkt trug im Projekt noch eine vorläufige V-Nummer. V-Punkte werden nicht exportiert — der amtliche Bestand erfährt die geänderte Koordinate des Grenzpunktes also nie und beanstandet genau diesen Linienendpunkt.

Abhilfe: Bestandspunkte, deren Koordinaten sich ändern, nicht mit vorläufiger V-Nummer belassen. Endgültig nummerieren und — wenn sie herausfallen — als herausfallende Punkte abgeben. Führt das nicht zum Ziel, prüfen Sie, ob der Bestandsauszug veraltet ist und zwischenzeitlich eine amtliche Änderung erfolgt ist; dann Bestandsdaten aktualisieren (siehe ALKIS-Arbeitsabläufe-Bestandsdaten abrufen und aktuell halten).

Der Rand enthält vorläufig nummerierte Grenzpunkte (V-Punkte: …).

Symptom: Diese Warnung erscheint an einem neuen oder ersetzten Flurstück. Bei gelöschten Flurstücken und bei Zu-Flurstücken wird sie nicht ausgegeben.

Ursache: Im Umring des Flurstücks liegt mindestens ein vorläufig nummerierter Grenzpunkt. Er wird nicht abgegeben — die Grenze käme beim Amt also anders an, als sie im Projekt aussieht.

Abhilfe: Über die Korrektur-Aktion der Meldung die Punkte im Parameter-Dialog öffnen und entscheiden: endgültig nummerieren oder aus dem Umring nehmen. Einzelheiten und die verwandten Meldungen stehen auf ALKIS-Arbeitsabläufe-Flächendeckung nach jedem Fortführungsfall.

Der Import der Erhebungsdaten bricht ab, obwohl die Datei als gültig gemeldet wurde

Symptom: Die Datei ist schemagültig, die aufnehmende Stelle bricht den Import trotzdem ab. Nach dem Abbruch ist kein weiterer Import möglich.

Ursache: In der Lieferung steckt eine Punktnummer mit programminterner Endung — typischerweise _K aus einer Konstruktion im CAD.

Abhilfe: Vor der Abgabe gegen den mitgelieferten Standard-Prüfplan validieren und die Meldung Die Punktnummer entspricht nicht den Vorgaben. abarbeiten: Punkt endgültig nummerieren oder aus der Abgabe nehmen. Grafische Punkte mit einer Qualitätsangabe DES im 4000er-Bereich sind davon nicht betroffen — die werden anerkannt.

Ein Punkt fehlt in der Abgabe

Symptom: Ein in der Berechnung verwendeter Punkt taucht in der Exportdatei nicht auf.

Ursache und Abhilfe: V-Punkte und Hilfspunkte werden bewusst nicht abgegeben. Soll der Punkt abgegeben werden, muss er vorher endgültig nummeriert werden. Näheres unter ALKIS-Arbeitsabläufe-Punktexport und Koordinatenliste.

Nach dem Umnummerieren fehlen Attribute am Punktobjekt

Symptom: Nach mehrfachem Umnummerieren meldet der Export, die Datei wäre nicht schemagültig.

Ursache und Abhilfe: Das Punktobjekt hat beim wiederholten Umnummerieren Attribute verloren. Das Rezept zum Zurückholen steht auf ALKIS-Arbeitsabläufe-Punkte historisieren, wandeln und wiederherstellen.

Siehe auch



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