Eine Fortführungsvermessung von A bis Z
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Diese Seite ist der rote Faden durch eine komplette Fortführungsvermessung in VermCad — von der Projektanlage bis zur Abgabe der Erhebungsdaten. Jede Phase verlinkt auf die ausführliche Referenz- bzw. Arbeitsablauf-Seite.
Ziel
Eine Fortführungsvermessung (z.B. Zerlegung mit Gebäudeeinmessung und Nutzungsartenänderung) vollständig bearbeiten und als vollständigen Fortführungs-Entwurf (vFE) mit allen Belegen abgeben. Fokus dieser Seite ist Baden-Württemberg; die Prozesskette gilt sinngemäß auch für andere Länder.
Voraussetzungen
- Ein MWT-Projekt (Auftrag) ist angelegt (siehe Datei Menü-Ein neuer Auftrag und Die MWT Datei).
- Amtliche NAS-Bestandsdaten (Erhebungsdatenauszug) und die Reservierungen für Punkt- und Flurstücksnummern liegen vor.
- Das Projekt lässt sich fehlerfrei übersetzen: Menü Daten → Prüfen / Übersetzen (F9).
Vorgehen
1. Projekt vorbereiten
- NAS-Bestandsdaten über Menü ALKIS → NAS-Datei öffnen... einlesen; Details und Aktualisierung: NAS-Bestandsdaten einlesen. Geladene Dateien verwaltet Fachdaten verwalten (ALKIS-Fachdaten-Verwaltung).
- Reservierte Punkt- und Flurstücksnummern in die MWT übernehmen: Reservierungen übernehmen und verwenden (Blöcke RESERVIERTE PUNKTNUMMERN und RESERVIERTE FLURSTUECKSNUMMERN).
- Katalogdaten (Gemarkungen, Lagebezeichnungskatalog, zuständige Stellen, ...) prüfen: Menü ALKIS → Katalogdaten (ALKIS-Katalogdaten).
2. Punkte
- Messung/Berechnung wie gewohnt in der MWT erfassen und mit F9 übersetzen.
- Die Zuordnung der Punkte zu ALKIS-Punktobjektarten kontrollieren: Menü ALKIS → Punktzuordnung (ALKIS-Punktzuordnung).
- Punkt-Parameter (ABM, KDS, GST, DES, ...) setzen: Menü ALKIS → Parameter ändern (Punkte) (Der ALKIS-Punkt-Parameter-Dialog). Vieles füllen die ALKIS-Autowerte automatisch — nur die Ausnahmen von Hand nacharbeiten.
3. Objekte bilden und ändern im CAD
- Neue Flurstücke, Gebäude usw. konstruieren und als ALKIS-Objekte anlegen: ALKIS-Objekte erstellen und löschen.
- Landeshinweis BW: Neuen Flurstücken das Flurstückskennzeichen aus der Reservierung zuweisen: Flurstückskennzeichen setzen.
- Nutzungsartengrenzen anpassen: Nutzung eines Flurstücks ändern; Gebäude: Gebäude erfassen; Beschriftung und Darstellung: Präsentationsobjekte bearbeiten.
- Objekt-Attribute pflegen: Der ALKIS-Objekt-Parameter-Dialog; Flächen-Vorgaben: Menü ALKIS → Vorgaben ändern (Flächen) (Vorgaben für Flächen ändern).
- Sachdaten vervollständigen: Buchungen verwalten und Lagebezeichnungen erfassen und verwalten.
4. Prüfen
- Geometrie von Bestand und Neuobjekten aufeinander abstimmen: ALKIS-Geometrieangleichen.
- Attributprüfungen laufen lassen: Menü ALKIS → Prüftool (ALKIS-Prüfwerkzeug); Prüfumfang anpassen über ALKIS-Prüfpläne bearbeiten.
- Bei amtlicher Prüfdatei: Menü ALKIS → Prüfdatei öffnen und Zeige Klaffen zu Prüf-Koordinaten im CAD (Prüfdatei verwenden und Klaffen anzeigen).
5. Fortführungsfälle bilden
- Menü ALKIS → Vollständige Fortführung öffnet den vFE-Dialog (ALKIS-Vollständige Fortführung). Beim Öffnen wird das Projekt bei Bedarf automatisch neu übersetzt (F9).
- Die automatische Fallermittlung schlägt Fortführungsfälle vor (Zerlegung, Verschmelzung, Gebäudeeinmessung, Nutzungsänderung, ...); Fälle bei Bedarf manuell ergänzen, Anlass und Deckblatt-Angaben vervollständigen.
- Alle Fälle validieren und die Meldungen abarbeiten, bis der Validierungs-Status grün ist. Zu typischen Fällen und Meldungen: Fortführungsfälle und Validierungsmeldungen.
6. Ausgabe
- Im vFE-Dialog die Exportobjekte je Fall wählen und den vollständigen Fortführungs-Entwurf exportieren und drucken (Schaltflächen im Abschnitt vFE des Dialogs).
- Belege erzeugen: Menü ALKIS → Flächenberechnungsbeleg vFE bzw. Flächenberechnungsbeleg Objektauswahl (Flächenberechnungsbeleg erstellen) und Entwurf zur Fortführung (Entwurf zur Fortführung erstellen).
- Zusätzlich möglich: Gesamtdatenstand als NAS-Datei sichern über Menü Transfer → Grafik-Export → NAS (schreibt die Fachdaten in eine XML-Datei im Aufbau eines Bestandsdatenauszugs; vor dem Export wird bei nicht erfolgreicher Validierung nachgefragt).
- Tabellarische Übersicht der Export-Daten: Menü ALKIS → Export-Daten (markierte Flurstücke) (ALKIS-Der Flurstück-Export).
Hinweise und Stolperfallen
- vFE braucht ein vollständiges F9: Nach bestimmten Änderungen (z.B. bewusst geänderte Geometrie oder neu verknüpfte ALKIS-Objekte) verwirft VermCad beim Öffnen des vFE-Dialogs das übersetzte Modell und erzwingt eine komplette Neuübersetzung — das kann bei großen Projekten dauern, ist aber Absicht.
- CAD-Auswahl spielt bei der Fallbildung keine Rolle: Die Fallermittlung beim Öffnen des vFE-Dialogs ignoriert bewusst die aktuelle CAD-Selektion, damit nicht versehentlich markierte Objekte unerwünschte Fälle erzeugen. Objekte gezielt zu einem Fall hinzufügen geht anschließend im Dialog über die CAD-Auswahl-Schaltflächen der Bestand-/Neu-Tabellen.
- Ein Dialog, ein Fenster: Ist der vFE-Dialog bereits geöffnet, holt der Menübefehl ihn nur in den Vordergrund; es wird keine neue Fallermittlung gestartet.
- Reihenfolge der automatischen Fallermittlung: Erst Zerlegung/Verschmelzung, dann Flurstückslöschung und -umnummerierung, dann Nutzungsartenänderung, zuletzt Gebäudeeinmessung und -löschung — Flurstücksänderungen gehen laut Code-Kommentar bewusst vor. Wird gar kein Muster erkannt, entsteht ein Sammel-Fall ohne Anlass — dort den Anlass manuell setzen oder die Objekte passenden Fällen zuordnen.
- Der Transfer-Eintrag ALKIS-Flächen-Export (Vollständige Fortführung) ist derselbe Einstieg wie Menü ALKIS → Vollständige Fortführung; ALKIS-Punkt-Export (Fortführung) führt zur ALKIS-Punktfortführung.
- Muss eine abgegebene Fortführung zurückgebaut werden: ALKIS-Rückführung einer Fortführungsvermessung.
Siehe auch
- ALKIS-Arbeitsabläufe (Übersicht und Prozesskette)
- ALKIS-Vollständige Fortführung
- Fortführungsfälle und Validierungsmeldungen
- ALKIS-Allgemeines