ALKIS online holen
Mit ALKIS online holen laden Sie die frei verfügbaren ALKIS-Daten (Open Data) des jeweiligen Bundeslands direkt aus VermCad heraus – ohne Umweg über ein Geoportal, ohne Bestellung und ohne Anmeldung. Die Daten werden heruntergeladen, in den Transferordner des Auftrags gelegt, wie eine gewöhnliche NAS-Lieferung eingelesen und im CAD angezeigt.
Hinweis: Offene Geodaten enthalten keine Eigentümerangaben und keine Buchungsdaten. Für eine Fortführungsvermessung ist und bleibt der amtliche Bestandsdatenauszug der Katasterbehörde maßgeblich – siehe Bestandsdaten abrufen und aktuell halten. Der Online-Abruf ist für die schnelle Orientierung gedacht: Wo liegt das Messgebiet, wie sieht die Nachbarschaft aus, welche Flurstücksnummern sind zu erwarten.
Wo finde ich das
Im CAD, Reiter ALKIS, ganz links: ALKIS online holen. Der Kurzhinweis der Schaltfläche lautet „Frei verfügbare ALKIS-Daten für einen Ort, eine Adresse, Gemarkung oder Flur laden (Open Data des Bundeslands; ohne Eigentümer-Informationen)".
Ist für die verwendete Bundesland-Version noch kein Dienst angebunden, meldet VermCad das beim Aufruf und tut sonst nichts.
Der Ablauf in Kürze
- Auftrag. Ist kein Projekt geöffnet, legt VermCad ohne weitere Dialoge einen neuen Auftrag an und fragt nur nach dem Speicherort („ALKIS online holen - neuen Auftrag speichern unter"). Enthält das offene Projekt bereits ALKIS-Daten, fragt VermCad, ob ein neuer Auftrag angelegt oder in das aktuelle Projekt geladen werden soll.
- Bereich wählen im Dialog Wo wollen Sie messen? (siehe unten).
- Abrufrahmen prüfen. VermCad ermittelt vorab Anzahl der Flurstücke, Umgriff und Datenweg und zeigt sie unter der Trefferliste an.
- Größenrückfrage. Bei großen Bereichen erscheint „Der gewählte Bereich ist sehr groß (…). Das Laden und Einlesen kann lange dauern. Trotzdem laden?"
- Laden mit Fortschrittsanzeige und Abbruchmöglichkeit, anschließend Einlesen und Zoom auf den geladenen Bereich.
Die heruntergeladenen Dateien bleiben im Transferordner des Auftrags; Zwischendateien werden nach dem Einlesen gelöscht.
Der Dialog „Wo wollen Sie messen?"
| Feld | Bedeutung |
|---|---|
| Suche | Ortsname, Gemarkungsname, vierstellige Gemarkungsnummer oder „Straße Hausnummer". Die Liste filtert beim Tippen. Ab drei Zeichen wird zusätzlich beim Landesdienst gesucht, sofern das Bundesland eine Online-Suche anbietet. |
| Trefferliste | Spalten Art (Gemeinde, Gemarkung, Flur, Adresse), Name, Gemeinde / Zusatz, Kennzeichen und Quelle. Die Quelle sagt, woher der Treffer stammt: lokal (eingebaute Liste), Landesdienst, amtlich (amtlicher Geocoder) oder OSM. |
| Radius um die Adresse [m] | Nur für Adresstreffer. 50 bis 2000 m, Vorgabe 250 m. Der Radius bestimmt das Rechteck, das abgerufen wird. |
| Adresssuche über OpenStreetMap (Nominatim) erlauben | Schaltet die Adresssuche über den freien Dienst Nominatim frei. Der Suchtext wird dabei an nominatim.openstreetmap.org gesendet. Die Einstellung ist büroglobal und kann nur vom Hauptnutzer gesetzt werden. |
| Abrufrahmen | Vorschauzeile mit ca. n Flurstücke, Umgriff x km² und Datenweg. Der Datenweg ist entweder NAS-Bestandsdaten (Download) – ein fertiges Paket des Landes – oder WFS (Umwandlung in ALKIS-Objekte). |
| Laden | Holt die Daten für den gewählten Bereich und liest sie ein. |
Woher die Daten kommen
Jedes Bundesland stellt seine offenen ALKIS-Daten anders bereit. Deshalb unterscheiden sich Suche, Abrufwege und Umfang der Daten von Version zu Version. Welche Trefferarten – Gemeinde, Gemarkung, Flur, Adresse – die Liste anbietet, hängt ebenfalls vom Dienst des Landes ab.
Wichtig ist der Unterschied der beiden Datenwege:
- NAS-Bestandsdaten (Download). Das Land stellt ein fertiges NAS-Paket bereit. Es enthält den vollen Objektumfang einschließlich der Beschriftungen (Präsentationsobjekte) und der Kataloge.
- WFS (Umwandlung in ALKIS-Objekte). VermCad fragt die Objekte einzeln ab und baut daraus einen Bestandsdatenauszug. Die meisten dieser Dienste liefern das Schema „ALKIS vereinfacht" – also Flurstücke, Gebäude, Nutzungsarten und Katasterbezirke – und keine Beschriftungen. VermCad erzeugt dann Platzhaltertexte (siehe Schleswig-Holstein).
| Bundesland | Ortssuche | Fertiges NAS-Paket für | Sonst über den Landesdienst |
|---|---|---|---|
| Baden-Württemberg | Gemarkungen, Gemeinden und Adressen amtlich | Gemarkung, Gemeinde | Flurstücke, Gebäude, Grenzpunkte – als einziger Abfragedienst liefert er auch die Beschriftungen mit |
| Brandenburg | Gemarkungen online | – | ALKIS vereinfacht |
| Nordrhein-Westfalen | Gemarkungen online | – | ALKIS vereinfacht |
| Niedersachsen | Gemarkungen online | – | ALKIS vereinfacht |
| Sachsen-Anhalt | nur eingebaute Liste | – | ALKIS vereinfacht (Flurstücke, Gebäude, Nutzung) |
| Sachsen | Gemarkungen online | Gemeinde | ALKIS vereinfacht |
| Thüringen | Gemarkungen online | Gemarkung, Flur | ALKIS vereinfacht |
| Berlin | Gemarkungen online | – | Flurstücke, Gebäude, Nutzung und Bauwerke |
| Mecklenburg-Vorpommern | Gemarkungen und Gemeinden online | Gemeinde | vollwertige NAS-Objekte, siehe unten |
| Schleswig-Holstein | nur eingebaute Liste | – | ALKIS vereinfacht, siehe unten |
Mecklenburg-Vorpommern
Die Daten kommen vom Landesamt für innere Verwaltung (LAiV) und sind vollwertige NAS-Objekte – dasselbe Format, das auch eine amtliche Lieferung verwendet. Das hat zwei sichtbare Folgen:
- Die Beschriftungen kommen mit: Flurstücksnummern, Hausnummern und die übrigen Präsentationsobjekte stehen so in der Zeichnung, wie das Land sie führt. VermCad muss keine Ersatztexte erzeugen.
- Die Lagebezeichnungen tragen ihren Klartext-Namen, weil die zugehörigen Katalogeinträge mitgeladen werden. Ebenso werden Gemarkungen, Fluren und Gemeinden in den Katalog übernommen.
Suchen. Neben der eingebauten Liste durchsucht VermCad die Gemarkungs- und Gemeindeverzeichnisse des Landes; solche Treffer tragen in der Spalte Quelle den Eintrag Landesdienst. Eine vierstellige Eingabe wird als Gemarkungsnummer gelesen. Adressen werden über OpenStreetMap gesucht, sofern freigegeben, und mit dem eingestellten Radius abgerufen.
Gemeinde. Für einen Gemeindetreffer lädt VermCad das fertige NAS-Paket des Landes – also den kompletten Datensatz dieser Gemeinde. Das ist der bequemste Weg, kann aber bei Großstädten sehr groß werden (mehrere hundert MB). Die Größe eines solchen Pakets ist vor dem Laden nicht bekannt; die Größenrückfrage kann hier deshalb nicht greifen. Wirksam bleibt die Obergrenze je Download (siehe Größe des Abrufs steuern): Wird sie überschritten, bricht der Download ab. Für einen so großen Bereich ist der Abruf über Gemarkung oder Adresse der bessere Weg. Gibt es für eine Gemeinde kein Paket, weicht VermCad selbsttätig auf den Abruf nach Gemarkung aus.
Gemarkung und Adresse. Hier holt VermCad die Flurstücke des gewählten Bereichs und anschließend alle weiteren Objektarten im zugehörigen Umgriff, dazu die referenzierten Objekte ohne eigene Geometrie – insbesondere die Lagebezeichnungen. Auch dieser Weg kann umfangreich werden: Eine große Stadt-Gemarkung umfasst leicht über 10.000 Flurstücke, die in einem Stück geliefert werden.
Schleswig-Holstein
Die Daten stammen vom Dienst OpenGBD des LVermGeo Schleswig-Holstein im Schema „ALKIS vereinfacht". Geliefert werden Flurstücke, Gebäude, tatsächliche Nutzung, Katasterbezirke (Gemarkungen und Fluren) sowie Verwaltungseinheiten (Gemeinden). Buchungen, Lagebezeichnungskataloge und Präsentationsobjekte sind in diesem Schema nicht enthalten.
Suchen. Der Dienst bietet keine Namenssuche an. Gesucht wird deshalb ausschließlich in der eingebauten Liste – die Trefferquelle lautet dann lokal. Ein Text findet dort Gemeinden über ihren Namen; eine vierstellige Zahl findet die Gemarkung mit dieser Nummer. Einen Gemarkungsnamen kann VermCad in Schleswig-Holstein nicht auflösen – die Gemarkungsnummer steht zum Beispiel im Liegenschaftsnachweis oder im Flurstückskennzeichen. Adressen werden über OpenStreetMap gesucht, sofern freigegeben.
Abruf. Drei Wege stehen zur Wahl:
| Treffer | Was geladen wird |
|---|---|
| Gemeinde | Die Gemeinde als Ganzes – Flurstücke, Gebäude, Nutzungsarten, Gemarkungen und die Gemeinde selbst. Ein Ausschnitt ist nicht möglich, der Dienst liefert nur den vollständigen Bestand. Bei kreisfreien Städten sind das Zehntausende Objekte; rechnen Sie mit einer längeren Ladezeit. |
| Gemarkung | Die Flurstücke der Gemarkung, dazu Gebäude und Nutzungsarten im Umgriff dieser Flurstücke. Flurstücke der Nachbargemarkungen bleiben außen vor. |
| Adresse | Alle Objektarten im Rechteck um die Adresse, Kantenlänge nach eingestelltem Radius. Das ist der schnellste Weg für eine einzelne Baustelle. |
Beschriftungen. Da der Dienst keine Präsentationsobjekte führt, erzeugt VermCad beim Einlesen Platzhaltertexte: Flurstücksnummer, Hausnummer, Kürzel bzw. Geschosszahl am Gebäude und das Kürzel der Nutzungsart. Sie sitzen an einer berechneten Position und ersetzen die amtliche Beschriftung nicht – für eine Planausgabe sind sie deshalb nur bedingt geeignet.
Größe des Abrufs steuern
Ein zu groß gewählter Bereich kostet vor allem Zeit: Der Download kann mehrere hundert MB umfassen und das Einlesen entsprechend dauern. VermCad fragt deshalb vorher nach, wenn einer der drei Schwellenwerte überschritten wird.
Die Werte stehen in Menü Optionen → Vorgaben → Reiter ALKIS, Gruppe ALKIS online holen. Sie gelten büroglobal und können nur vom Hauptnutzer geändert werden (siehe Das Dialogfenster Vorgaben).
| Einstellung | Vorgabe | Wirkung |
|---|---|---|
| Größenrückfrage ab Anzahl Flurstücke | 3000 | Ab dieser Trefferzahl wird nachgefragt. |
| Größenrückfrage ab Umgriff (km²) | 10 | Ab dieser Fläche des Abrufrahmens wird nachgefragt. |
| Größenrückfrage ab Downloadgröße (MB) | 60 | Ab dieser vorab gemeldeten Dateigröße wird nachgefragt. |
| Obergrenze je Download (MB) | 500 | Harte Grenze: Größere Downloads werden abgebrochen. |
| Vorgabe Radius um eine Adresse (m) | 250 | Startwert des Radiusfelds im Dialog. |
| Zeitüberschreitung je Anfrage (s) | 60 | Wartezeit, bevor eine Anfrage an den Landesdienst als gescheitert gilt. |
| Adresssuche über OpenStreetMap (Nominatim) erlauben | aus | Gibt die Adresssuche über den freien Dienst frei. |
Hinweis: Bei einem fertigen NAS-Paket – in Mecklenburg-Vorpommern für eine Gemeinde, ebenso bei den Paketwegen anderer Länder – meldet der Dienst die Dateigröße nicht immer vorab. Dann greift die Größenrückfrage nicht, wohl aber die Obergrenze je Download. Wählen Sie in dem Fall lieber die Gemarkung oder eine Adresse mit Radius.
Grenzen
- Keine Eigentümerangaben, keine Buchungen. Offene Geodaten enthalten sie nicht.
- Der Datenstand ist der der jeweiligen Open-Data-Veröffentlichung und nicht der tagesaktuelle Bestand der Katasterbehörde.
- In den Ländern mit dem Schema „ALKIS vereinfacht" – darunter Schleswig-Holstein – ist der Objektumfang kleiner als bei einer amtlichen NAS-Lieferung, und die Beschriftungen sind von VermCad erzeugte Platzhalter.
- Für eine Fortführung sind diese Daten nicht geeignet. Der amtliche Bestandsdatenauszug bleibt dafür maßgeblich.

