Die lokalen Koordinaten
Lokale Koo. n ist eine Registerseite des Dialogfensters Nachweis der Punktidentität. Auf ihr wird die Identität über die örtlichen Koordinaten eines Risses nachgewiesen: Über Passpunkte wird das örtliche System des Risses und das Auftragssystem aufeinander abgebildet; danach werden die Risskoordinaten der Kontrollpunkte mit den Werten verglichen, die sich aus deren vorhandenen Auftragskoordinaten ergeben.
Eine solche Seite entsteht über Neue Seite → Lokale Koordinaten. Eine Berechnung darf beliebig viele davon enthalten, auch gemischt mit Messungslinien-Seiten.
Passpunkte
Die Passpunkte stellen den Bezug zwischen dem örtlichen System des Risses und dem Auftragssystem her. Es sind mindestens zwei erforderlich, und die örtlichen Koordinaten sind hier Pflicht — eine Zeile ohne Werte wird nicht angenommen.
| Spalte | Bedeutung |
|---|---|
| NV bzw. GV, NR | Numerierungsbezirk und Punktnummer des Passpunktes. Ein Doppelklick öffnet die Punktauswahl. |
| Y, X | die örtlichen Koordinaten des Punktes, wie der Riss sie ausweist — nicht die Auftragskoordinaten. |
| Bemerkung | freier Text je Punkt. |
| LZK | nur Brandenburg: das Lagezuverlässigkeitskennzeichen, mitgeführt und nicht änderbar. |
Ein Passpunkt mit dem Punktflag kein Passpunkt (_) geht nicht in die Bestimmung ein, wird aber weiterhin ausgewiesen.
Kontrollpunkte
Die zu prüfenden Punkte. Die Spalten sind dieselben wie bei den Passpunkten; die örtlichen Koordinaten dürfen hier jedoch fehlen — dann bleiben in der Ergebnisliste die Vergleichsspalten dieses Punktes leer. Die Liste darf ganz leer bleiben.
Der Schalter Paß - Kon verschiebt den gerade gewählten Punkt zwischen beiden Listen. Seine Beschriftung richtet sich nach dem Eingabefeld, in dem der Schreibzeiger steht: Paß --> Kon schiebt in die Kontrollpunkte, Kon --> Paß in die Passpunkte.
Die weiteren Felder
| Feld | Bedeutung |
|---|---|
| Parameter | Zahl der Transformationsparameter: 3 = Drei-Parameter-Transformation (Verschiebung und Drehung, Maßstab fest 1), 4 = Helmert-Transformation (zusätzlich ein Maßstab), 5 = Fünf-Parameter-Transformation, 6 = affine Transformation. Für eine neu angelegte Seite ist 3 vorgewählt. In der Makroschreibweise entspricht das dem Parameter ,P =; fehlt er dort, wird mit 4 gerechnet.
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| Restklaffen verteilen | verteilt die an den Passpunkten verbleibenden Klaffen nachbarschaftstreu auf die übrigen Punkte. Das Gewichtsgesetz (1/s, 1/s·√s oder 1/s²) wird nicht hier, sondern in den Projekteinstellungen gewählt; aus einem eingelesenen Makro wird es unverändert übernommen. Entspricht dem Parameter ,VRK.
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| Riss / Jahr | Riss- und Jahresangabe dieser Seite; sie erscheint in der Überschrift des Abschnitts der Ergebnisliste. |
| ZP | die zulässige Punktabweichung. Bleibt das Feld leer, gilt die Toleranz des Projekts für die Grenzprüfung bzw. die aus der Ausdehnung des Passpunktfeldes abgeleitete Schranke. |
| Bezeichnung | nur Berlin: freier Bezeichnungstext für diesen Abschnitt. |
Die in der Makroschreibweise mögliche Angabe ,POLAR (örtliche Werte als Hz und HD statt als Koordinaten) lässt sich in diesem Dialogfenster nicht einstellen; ein so eingelesener Abschnitt behält die Einstellung aber bei.
Punkte aus einer Datei
Der Schalter Datei liest Punkte aus einer Koordinatendatei ein und verteilt sie selbsttätig auf beide Listen: Punkte, die im Projekt bereits Koordinaten haben, werden zu Passpunkten, alle übrigen zu Kontrollpunkten. Mit Paß - Kon lässt sich die Zuordnung anschließend einzeln korrigieren. Der Dateiname wird an die Bemerkung der Berechnung angehängt.
Was berechnet wird
- Aus den Passpunkten wird die Transformation zwischen dem örtlichen System des Risses und dem Auftragssystem bestimmt.
- Für jeden Pass- und Kontrollpunkt wird aus seinen vorhandenen Auftragskoordinaten der zugehörige örtliche Wert abgeleitet.
- Dieser Wert wird der eingegebenen Risskoordinate gegenübergestellt. Die Differenz ist die nachgewiesene Abweichung.
Die Auftragskoordinaten der Punkte bleiben dabei unverändert; es entstehen keine neuen Punkte. Wer Punkte tatsächlich umrechnen will, nimmt das Dialogfenster Transformation, wer eine eigenständige Prüfrechnung mit eigener Ergebnisliste braucht, das Dialogfenster Grenzprüfung.
In der Ergebnisliste stehen über den Punktzeilen dieses Abschnitts die Art der Transformation, ihr Maßstab und ihre Drehung; ist Restklaffen verteilen gesetzt, wird das dort vermerkt.
Was geprüft wird
| Meldung | Auslöser |
|---|---|
| Abweichung Soll-Ist = … | ein Punkt überschreitet die zulässige Abweichung ZP |
| Keine Passpunkte bzw. Nur n Passpunkte gefunden | es sind zu wenige brauchbare Passpunkte übrig — etwa weil eine Punktnummer im Projekt keine Koordinaten hat oder ein Punkt das Flag kein Passpunkt trägt |
| Passpunktfeld zu klein | die Passpunkte liegen so dicht beieinander, dass sich die Transformation daraus nicht sicher bestimmen lässt |
| Restklaffung = … | die an den Passpunkten verbleibenden Klaffen überschreiten die dafür zulässige Schranke |
Dazu kommen die Prüfungen, die für jede Berechnung gelten. Punkte, die als Punktzwilling geführt werden (Nummer mit #), bleiben von der Abweichungsprüfung ausgenommen.
Siehe auch
- Das Dialogfenster Nachweis der Punktidentität — Aufruf, Registerseiten und Schalter
- Die Messungslinie — der Nachweis über Rissmaße
- Die Ergebnisliste Nachweis der Punktidentität — das Protokoll dieser Berechnung
- Das Makro PUNKTIDENTITAET — diese Seite entspricht dort der Untersektion
GRENZPRUEFUNG - Das Makro GRENZPRUEFUNG — die eigenständige Berechnung mit derselben Rechenlogik