DXF importieren und exportieren
Erscheinungsbild
Ziel
Die CAD-Grafik als DXF-Datei an ein Fremdsystem übergeben oder eine fremde DXF-Zeichnung in das VermCad-CAD übernehmen.
Hinweis: VermCad liest und schreibt DXF — das AutoCAD-Binärformat DWG wird weder importiert noch exportiert. Fremddaten müssen also vorher in DXF gewandelt werden.
Voraussetzungen
- Für den Export: geöffnetes Projekt mit sichtbaren CAD-Objekten. Gibt es keine, meldet VermCad „Kein Export möglich. Es liegen keine sichtbaren CAD-Objekte vor!"
- Die Vorgaben für Import und Export stehen unter CAD-Einstellungen → Dateiformate und werden vor dem Lauf dort eingestellt — nicht im Dialog selbst.
Vorgehen
Exportieren
- Soll nur ein Teil der Zeichnung heraus, die betreffenden Objekte vorher im CAD auswählen.
- Menü Transfer → Grafik-Export → DXF.
- Sind Objekte selektiert, fragt VermCad „Nur die selektierten Objekte exportieren?". Mit Nein geht die ganze (sichtbare) Zeichnung heraus.
- Dateinamen und Verzeichnis angeben. Nach dem Schreiben bestätigt VermCad den Export mit dem vollständigen Dateipfad.
- Exportiert werden Punkt, Linie, Kreis, Ellipse, Bogen, Spline, Schraffur, Text und Einfügung (Blockverweis) — Symbole also als Block mit Einfügungen. Welche Objekte in die Auswahl kommen (nur sichtbare Folien, nur Objekte in der Szene, Symbole, MTEXT …), steuern die Export-Optionen unter CAD-Einstellungen-Dateiformate.
Koordinaten beim Export anpassen
Zwei Schalter in den CAD-Einstellungen → Dateiformate greifen in die Koordinaten ein:
- Koordinatenreduktion zurückrechnen (wie lokales KS) — rechnet die Abbildungsreduktion heraus, so dass die DXF-Strecken den örtlichen Strecken entsprechen.
- Koordinatenursprung verschieben — verschiebt alle Koordinaten um die daneben eingetragenen Beträge. Sinnvoll, wenn das Zielsystem mit großen Rechts-/Hochwerten nicht umgehen kann.
Importieren
- Menü Transfer → Datei-Import, als Quellformat DXF wählen und die Datei angeben.
- Je nach Einstellung Eltern-Folie wird die aktuelle Zeichenfolie als Elternfolie verwendet oder die Elternfolie bei jedem Import abgefragt.
- VermCad legt die Folien der DXF-Datei unterhalb dieser Elternfolie an, ordnet die Objekte zu und wendet anschließend die Präzedenzregeln für Linientyp und Farbe an (siehe unten).
- Nach dem Import stehen die Objekte in der Szene und können wie eigene CAD-Objekte weiterbearbeitet werden.
Hinweise und Stolperfallen
- Groß-/Kleinschreibung der Foliennamen. VermCad erlaubt zwei Folien Folie_x und FOLIE_X nebeneinander, DXF verlangt eindeutige Namen. Beim Export werden solche Namen deshalb vereinheitlicht — im DXF steht dann nur noch ein Layer. Wer die Trennung braucht, benennt die Folien vor dem Export unterscheidbar um.
- Export aus einem Riss. Erzeugen Sie die DXF-Datei aus dem Riss-Modus heraus, warnt VermCad: „Sie erzeugen eine DXF-Datei aus dem Riss-Modus heraus. Die exportierten Punkte sind wie im Riss selbst auch verschoben. Fortfahren?" Für lagerichtige Koordinaten vorher in den Standard-Riss wechseln.
- Objekteigenschaft schlägt Folieneigenschaft. Beim Import gilt — wie in AutoCAD — die am Objekt gesetzte Eigenschaft:
- Ein am Objekt eingetragener Linientyp gewinnt immer über die Linientyp-Definition der Folie. CONTINUOUS und SOLID zählen dabei nicht als gesetzt, sie bedeuten „durchgezogen" und lassen die Foliendefinition stehen.
- Eine am Objekt eingetragene Farbe gewinnt immer über die Folienfarbe. BYLAYER zählt nicht als gesetzt — das Objekt erbt dann die Folienfarbe.
- Blöcke sind ausgenommen: Die Farbe einer Einfügung wird nicht auf den Block und seine Objekte übertragen; der Block bleibt, wie er ist.
- Diese beiden Regeln greifen unabhängig davon, ob Folieneigenschaften im Objekt überschreiben gesetzt ist. Dieser Schalter steuert nur die Linienstärke.
- Nur drei Standard-Linienmuster. Für die Zuordnung stehen ein gestricheltes, ein gepunktetes und ein Strich-Punkt-Muster bereit. DASHED/LONG_DASHED werden gestrichelt, DOTTED gepunktet, DOT_CENTER/DASH_CENTER/PHANTOM/CENTER_DASH_DASH als Strich-Punkt dargestellt; ByBlock bleibt auf erben. Jeder andere Linientyp landet unverändert in der Objekt-Eigenschaft Bemerkung als Unbekanntes Linienmuster[…] verwendet! — daran sind nachzuarbeitende Objekte gut zu finden.
- Foliennamen mit Unterstrich. Existiert eine gleichnamige Folie bereits unter einer anderen Elternfolie, legt VermCad die importierte Folie mit angehängtem _ an, statt in die fremde Folie hineinzuschreiben.
- Ist Fehlende Folien nicht anlegen gesetzt, werden Objekte unbekannter Folien der aktiven Zeichenfolie zugeordnet, statt neue Folien zu erzeugen.
- Texthöhe ist die häufigste Nacharbeit. Zur Wahl stehen von Textstil nehmen, importieren ohne Skalierung mit Faktor: und importieren mit Skalierung mit Einheit:. Die letzte Variante mit der Einheit mm kommt dem Original am nächsten, bindet die Größe aber fest an jeden einzelnen Text — eine spätere globale Änderung über den Textstil ist dann nicht mehr möglich.
- Die Schalter Objekte verschmelzen und Objekte gruppieren wirken erst nach dem Einlesen: Ersterer führt deckungsgleiche Punkte und Linien zusammen, Letzterer fasst den gesamten Import zu einer Gruppe zusammen — praktisch, um ihn später in einem Zug wieder zu entfernen.
Siehe auch
- CAD-Einstellungen-Dateiformate — alle Import- und Export-Optionen im Einzelnen
- Transfer Menü-Grafik Export Formate · Das Transfer Menü
- CAD-Folienverwaltung · CAD-Arbeitsabläufe-Folien und Szenarien einrichten
- CAD-Arbeitsabläufe-Objekte prüfen und Eigenschaften ändern