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Punkte historisieren, wandeln und wiederherstellen

Aus VermCAD Hilfe Wiki
Version vom 5. August 2026, 17:24 Uhr von Claude (Diskussion | Beiträge) (Neue Seite: Punkte historisieren, wandeln und wiederherstellen — Historisieren statt Löschen, Punktart wandeln, Reparaturweg)
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Ziel

Was mit einem ALKIS-Punktobjekt geschieht, wenn es aus dem Nachweis herausfällt, wenn Sie seine Punktart wandeln oder wenn Sie ein beschädigtes Punktobjekt zurückholen müssen. Die Seite beschreibt die fachliche Regel dahinter und den jeweiligen Arbeitsablauf. Fokus Baden-Württemberg.

Die Bedienung der beteiligten Dialoge ist an anderer Stelle beschrieben: Der ALKIS-Punkt-Parameter-Dialog und ALKIS-Fachdaten-Verwaltung.

Wenn ein Punkt herausfällt

Grundregel: historisieren statt löschen

Ein Punkt mit endgültiger Punktnummer wird beim Herausfallen nicht gelöscht, sondern historisiert. VermCad erzeugt dafür beim Export selbstständig:

  • die Veränderungsnummer am Punktobjekt,
  • den Koordinatenstatus KST 5000 in allen Punktorten des Punktes,
  • bei einem Grenzpunkt zusätzlich: der bisherige Punktort_TA geht unter (Löschsatz) und ein neuer Punktort_AU mit KST 5000 wird eingefügt.

Ein Punkt ohne endgültige Punktnummer — in VermCad an der Endung _F erkennbar — wird dagegen mit allen seinen Punktorten vollständig gelöscht. Er darf in den Erhebungsdaten nicht mit seiner _F-Nummer ausgegeben werden; VermCad schreibt für ihn deshalb echte Löschsätze und keine Historisierung.

Hinweis: Veränderungsnummer und KST 5000 sind Autowerte. Der Koordinatenstatus lässt sich in Baden-Württemberg im Parameter-Dialog bewusst nicht von Hand ändern — er wird ausschließlich automatisch vergeben. Schalten Sie die Autowertvergabe für einen untergehenden Punkt ab, meldet die Validierung das vor dem Export; siehe Autowerte gezielt steuern.

Den Untergang anschreiben

  • In den Vorgaben bzw. in der Messwertdatei: eine # an die Punktnummer anhängen (siehe Verschiedenes-Das Verändern gegebener Punkte).
  • Im Punkt-Parameter-Dialog, Reiter Allgemein: Spalte # (Kurztaste U bzw. #).
  • Soll ein Punkt untergehen, obwohl er neu koordiniert wurde (z. B. weil er in die Linie gerückt wurde), verwenden Sie zusätzlich das globale Flag W (siehe globale Flags). Das gilt auch für neu entstandene Punkte, die sofort wieder herausfallen sollen.

Nur ein einzelner Punktort soll untergehen

Der Koordinatenstatus gilt immer für den ganzen Punkt und damit für alle seine Punktorte — ein einzelner Punktort kann darüber nicht untergehen. Für diesen Ausnahmefall (etwa eine fälschlich zugeordnete Koordinate aus einem historischen System) wird der Punktort vom Punktobjekt getrennt; er erhält dann beim Export einen eigenen Löschsatz, während das Punktobjekt und die übrigen Punktorte unverändert fortbestehen. Ablauf siehe Punktort vom Punktobjekt trennen und Fortführungsfälle und Validierungsmeldungen.

Historisierung aufheben

Ein bereits historischer Punkt lässt sich in Baden-Württemberg wiederbeleben — Reiter Allgemein, Rechtsklick → Historisierung aufheben. Der Menüeintrag erscheint nur, wenn der Punkt mindestens einen vorgegebenen Punktort mit KST 5000 besitzt, also tatsächlich historisiert ist. Beim Export dreht VermCad den Vorgang um: bei einem Grenzpunkt geht der Punktort_AU unter und ein neuer Punktort_TA wird eingefügt. Rückgängig über Historisierung nicht aufheben.

Historische Punkte und die Geometrie

Ob ein Punkt historisch ist, entscheidet auch darüber, ob er beim Bearbeiten von Flächen wieder in eine Grenze gerät:

  • Historische Punkte werden beim Angleichen der Geometrie übergangen. Die Aktionen Punkte verschmelzen, Punkt auf Linie schieben und Linie am Punkt teilen lassen historische Punkte aus — ein historischer Grenzpunkt wird also beim Teilen einer Fläche nicht mehr in die neue Grenze eingebunden (siehe ALKIS-Geometrieangleichen). Wiederbelebte Punkte sind davon ausgenommen: Sie werden wieder wie lebende Punkte behandelt und können ganz normal in Grenzen aufgenommen werden.
  • Nach dem Wegnehmen der Grenzpunkt-Eigenschaft die Nachbarn prüfen. Ist ein Punkt kein Grenzpunkt mehr — etwa nach einer Wandlung —, werden Flurstückslinien an ihm nicht mehr geteilt. Prüfen Sie deshalb anschließend die Geometrie der benachbarten Flurstücke und gleichen Sie sie an. Sonst schmiegen sich später erfasste Geometrien an eine Flurstücksgeometrie an, die so nicht mehr gilt.

Punktart wandeln

In Baden-Württemberg und Mecklenburg-Vorpommern dürfen Sie die Objektart eines Bestands-Punktobjekts ändern.

  1. Punkt im Punkt-Parameter-Dialog, Reiter Allgemein, mit der rechten Maustaste anklicken.
  2. Zielart wählen: Umwandeln in Grenzpunkt, Umwandeln in Sicherungspunkt, Umwandeln in Sonsiger Vermessungspunkt oder Umwandeln in Aufnahmepunkt. In der Spalte Art steht danach Umwandeln in ….
  3. Solange der Dialog noch offen ist, nehmen Sie die Wandlung mit Nicht umwandeln wieder zurück.
  4. Mit [ OK ] wird die Wandlung übernommen: VermCad legt ein neues Punktobjekt der Zielart mit denselben Daten und neuen Punktorten an und merkt sich das Ursprungsobjekt.

Beim Export schreibt VermCad für das Ursprungsobjekt Löschsätze, und zwar unmittelbar vor der Einführung des neuen Objekts.

Hinweis: Historische Punkte lassen sich nicht wandeln — die Menüeinträge fehlen dann. Ist die Wandlung eines historischen Punktes fachlich wirklich nötig, heben Sie zuerst die Historisierung auf. Andernfalls entstehen Löschsätze zu einem historischen Objekt, die die aufnehmende Stelle zurückweist.

Vor dem Wandeln: Bestandsdaten prüfen

Weil beim Wandeln ein Bestandsobjekt gelöscht wird, muss dieses Objekt beim Amt noch unverändert vorliegen. Wurde der Punkt zwischenzeitlich amtsseitig fortgeführt, passt der Zeitstempel Ihres Bestandsauszugs nicht mehr zum amtlichen Datenbestand, und die Simulation bzw. die Übernahme beim Amt bricht ab. Fordern Sie in diesem Fall aktuelle Bestandsdaten an und lesen Sie sie ein (siehe NAS-Bestandsdaten einlesen), bevor Sie erneut exportieren.

Die Validierung weist Sie darauf hin, sobald die jüngsten Bestandsdaten älter als 14 Tage sind:

Die aktuellsten Bestandsdaten wurden vor … Tagen eingelesen. Ggfs. ist eine Bestandsdatenaktualisierung notwendig.

Ein beschädigtes Punktobjekt zurückholen

Verliert ein Punktobjekt Attribute — etwa nach mehrfachem Umnummerieren oder nach einer Wandlung —, ist der zuverlässige Weg, das Objekt aus dem Projekt zu entfernen und das Original erneut aus den Fachdaten zu übernehmen. Halten Sie dabei die Reihenfolge ein:

  1. Menü ALKIS → Parameter ändern (Punkte). Den betroffenen Punkt markieren und rechts [Punkte löschen] drücken. Das endgültige Löschen erfolgt erst beim Beenden mit [ OK ] — mit [Abbrechen] bleibt der Punkt erhalten.
  2. Menü ALKIS → Fachdaten verwalten → [Transfer]. Damit kommt das Original-Punktobjekt zurück ins Projekt.
  3. Projekt speichern, schließen und erneut öffnen.
  4. Erst jetzt den Punkt wieder auf die gewünschte Nummer umnummerieren (siehe Rechnen Menü-Das Dialogfenster Punkte umnummerieren).
  5. Neu übersetzen (F9) und erneut exportieren.

Zwei Meldungen begegnen Ihnen dabei:

  • Welche gewandelten Punktobjekte sollen wieder ersetzt werden? — erscheint beim Transfer, wenn im Projekt gewandelte Punktobjekte vorhanden sind. Wählen Sie hier die Punkte aus, deren Ursprungsobjekt wiederhergestellt werden soll.
  • Es wurden keine Objekte ins Projekt übernommen (nur im Projekt noch nicht vorhandene Objekte können transferiert werden). — der Punkt ist im Projekt noch vorhanden; Schritt 1 wurde nicht mit [ OK ] abgeschlossen.

Qualitätsangaben: Landeskoordinaten und grafische Koordinaten

In Baden-Württemberg werden zwei Kategorien unterschieden, erkennbar an der Qualitätsangabe DES (Art der Datenerhebung, Herkunft):

Kategorie Herkunft
Punkte mit endgültigen Koordinaten (Landeskoordinaten) 1600
Punkte mit grafischen Koordinaten (G-Koordinaten) 4100, 4210, 4220, 4230 oder 4300

Für Berechnungen gilt:

  • Haben alle Ausgangspunkte einer Berechnung Landeskoordinaten, erhalten neu berechnete Punkte Landeskoordinaten (1600); bisher nur grafisch vorhandene Punkte ebenfalls. Bei bereits mit Landeskoordinaten vorhandenen Punkten entscheiden Sie über die Flags: mit B werden die gegebenen Koordinaten gehalten, mit B* die neu berechneten übernommen.
  • Haben die Ausgangspunkte nur G-Koordinaten, erhalten auch die neu berechneten Punkte nur G-Koordinaten, und zwar mit dem höchsten Herkunftswert der Ausgangspunkte. Gegebene Punkte mit gleichem oder höherem Herkunftswert werden dann auch mit Flag B überschrieben.

Typische Fehlerbilder

Symptom Ursache Abhilfe
Die aufnehmende Stelle beanstandet einen historisierten Punkt, weil an ihm der Koordinatenstatus 5000 bzw. die Kartendarstellung fehlt. Für den Punkt wurde die Autowertvergabe abgeschaltet. Die Validierung meldet das vor dem Export als Warnung: Der Punkt soll historisiert werden, aber das Setzen von Autowerten wurde für diesen Punkt verboten. Dadurch kann KST 5000 nicht gesetzt werden. bzw. … aber das Setzen des Autowertes für KST wurde für diesen Punkt verboten. … — die Meldung wird leicht übersehen. Autowerte für den Punkt wieder zulassen (Spalte AW) bzw. den einzelnen Autowert wieder erlauben. Die Korrektur-Aktion der Meldung öffnet den Punkt direkt im Parameter-Dialog. Siehe Autowerte gezielt steuern.
Die Erhebungsdaten werden abgelehnt, weil sie einen unerwarteten Löscheintrag zu einem historischen Punkt enthalten. Ein historischer Punkt wurde in eine andere Punktart gewandelt. Durch den Typwechsel exportiert VermCad das ursprüngliche Objekt als Löschsatz. Entweder den neu entstandenen Punkt vom Export ausschließen (Häkchen in der Spalte Export entfernen) — dann entfällt auch der Löschsatz — oder das Ursprungsobjekt über Parameter ändern (Punkte) → [Punkte löschen] → Fachdaten verwalten → [Transfer] zurückholen. Prüfen Sie anschließend alle weiteren gewandelten Punkte, sonst tritt derselbe Fehler erneut auf.
Der Export meldet, dass die Datei nicht gültig wäre: Ein Export wäre nicht valide gegen das XML Schema: … — betroffen war ein mehrfach umnummerierter Punkt. Beim wiederholten Umnummerieren hat das Punktobjekt Attribute verloren, so dass ein Pflichtattribut in der Exportdatei fehlt. Das Punktobjekt nach dem Rezept oben zurückholen und erst danach erneut umnummerieren. Solche Meldungen bitte nicht ignorieren — eine nicht valide Datei kann die aufnehmende Stelle mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht einlesen. Melden Sie den Fall dem Support; oft fehlt nur ein einzelnes Pflichtattribut, und die interne Prüfung lässt sich verbessern.
Nach einer Punktwandlung scheitert die Simulation bzw. die Übernahme beim Amt, obwohl das Projekt selbst fehlerfrei validiert. Der Bestandsauszug ist veraltet: Der betroffene Bestandspunkt wurde zwischenzeitlich amtsseitig geändert, der Zeitstempel passt nicht mehr zum amtlichen Datenbestand. Aktuelle Bestandsdaten anfordern, einlesen, übersetzen (F9) und erneut exportieren. Beachten Sie den Validierungshinweis zum Alter der Bestandsdaten.
Ein Punkt mit _F-Nummer wird beim Herausfallen nicht historisiert, sondern komplett gelöscht. Das ist so gewollt: Punkte ohne endgültige Punktnummer werden mit allen Punktorten gelöscht. Keine — der Punkt darf nicht mit seiner _F-Nummer abgegeben werden. Soll der Punkt erhalten bleiben, muss er zuvor eine endgültige Punktnummer erhalten.
Nach [Transfer] erscheint Es wurden keine Objekte ins Projekt übernommen … Es werden nur Objekte übernommen, die im Projekt noch nicht vorhanden sind. Das zu ersetzende Objekt steckt also noch im Projekt, oder die Fachdaten sind nicht geladen. Den Punkt zuerst im Parameter-Dialog löschen und den Dialog mit [ OK ] beenden; ggf. vorher Fachdaten laden.

Siehe auch