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FAQ Berechnungen und Messeinstellungen

Aus VermCAD Hilfe Wiki
Version vom 30. September 2026, 15:38 Uhr von Claude (Diskussion | Beiträge) (FAQ: fehlende EF*SP-Werte in der Netzausgleichung (freies Netz))
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Diese Seite beantwortet wiederkehrende Fragen rund um Maßstäbe in Berechnungsprotokollen, Streckenreduktion, Stationierungsarten und den Umgang mit Prismenkonstanten. Sie richtet sich an alle, die Berechnungen nachrechnen oder mit Tachymetern verschiedener Hersteller arbeiten.

Wie die einzelnen Dialoge bedient werden, steht auf den jeweiligen Dialogseiten – hier geht es ausschließlich um die Fragen, die beim Vergleich mit fremden Rechenergebnissen und beim Gerätewechsel immer wieder auftauchen.

Maßstab und Streckenreduktion

Frage: Meine Berechnungsprotokolle weisen andere Maßstäbe aus als eine Vergleichsrechnung mit denselben Messwerten. Woran liegt das?
Antwort: Prüfen Sie zuerst die Höhe, mit der gerechnet wird. Die Höhenreduktion rechnet VermCad immer mit dem Messungshorizont des Auftrags – also mit einem projektweiten Wert und nicht mit einem Wert je Einzelberechnung. Für die Abbildungsreduktion zählt der mittlere Rechtswert; der wird in der Ausgabe für Baden-Württemberg standardmäßig für jede Berechnung einzeln bestimmt (siehe nächste Frage). Beide Angaben stehen im Block AUFTRAG der MWT (siehe MWT Syntax-Block AUFTRAG):

  • Messungshorizont – mittlere Höhe über dem Meeresspiegel (NHN), für die Höhenreduktion der Strecken.
  • Rechtswert (Alias Ostwert) – mittlerer Rechts-/Ostwert in km, für die Abbildungsreduktion.

Schon eine abweichend angesetzte Höhe verschiebt den Maßstab sichtbar. Wenn Ihre Werte von einer fremden Kontrollrechnung abweichen, vergleichen Sie also zuerst den Messungshorizont des Auftrags – nicht die Einzelberechnung.

Hinweis: In Baden-Württemberg sind für eine im Programm hinterlegte Liste von Gemarkungen mittlere Messungshorizonte fest vorgegeben. VermCad trägt einen solchen Wert beim Einlesen der Bestandsdaten aber nur dann ein, wenn im Auftragsblock noch keine Gemarkung (Gemarkung bzw. GV) steht und die Gemarkung deshalb aus den Bestandsdaten übernommen wird – ein bereits eingetragener Messungshorizont wird dabei überschrieben. Stehen Gemarkung beziehungsweise GV schon im Auftrag, rührt VermCad den Messungshorizont nicht an; fehlt er dann ganz, wird ersatzweise ein Mittel aus den Höhen der eingelesenen Daten eingetragen. Nach jedem Einlesen von Bestandsdaten lohnt sich deshalb ein Blick auf den Wert.

Frage: Kann VermCad den Maßstab auch je Berechnung ermitteln?
Antwort: Ja, aber nur für den Rechtswert, nicht für die Höhe – und in der Ausgabe für Baden-Württemberg ist das die Voreinstellung. Zuständig ist die globale Option $UseIndividualMeanYForReduction; bzw. der gleichbedeutende Schalter Maßstab der UTM-Reduktion für jede Berechnung individuell ermitteln in den Vorgaben (siehe MWT Syntax-Globale Optionen). Ist sie gesetzt, verwendet jede Berechnung bzw. Messung einen eigenen UTM-Maßstab, der sich aus dem mittleren Rechtswert der jeweils verwendeten Festpunkte ergibt; abgeschaltet ($UseIndividualMeanYForReduction-;) gilt für alles derselbe Maßstab aus dem mittleren Rechtswert des gesamten Projektes. Der Messungshorizont bleibt in beiden Fällen der Auftragswert.

Frage: Fehlt der Messungshorizont, meldet VermCad etwas – was bedeuten die Meldungen?
Antwort: Es gibt zwei Meldungen zum Auftragsblock:

  • Mittlerer Messungshorizont nicht gegeben !!! – im Auftragsblock steht kein Messungshorizont.
  • Mittlere Höhe widerspricht Koordinaten !!! (gerechnet: …) – der eingetragene Wert passt nicht zu den Höhen der vorhandenen Koordinaten; in Klammern steht die aus den Koordinaten abgeleitete mittlere Höhe.

Beide Meldungen sollten Sie abarbeiten und nicht überlesen – sie wirken sich unmittelbar auf alle reduzierten Strecken aus.

Anlegemaß, Endmaß und der Maßstab „1"

Frage: Bei einer Orthogonalberechnung ohne gemessenes Endmaß bleiben in der Auswertung die Spalten Shor und WS leer und der Maßstab steht auf 1. Ist das ein Fehler?
Antwort: Nein, das ist richtig so. Die Auswertungszeile enthält die Spalten Sber, Shor, WS, ZS, Maßstab und Abgleich. Dabei gilt:

  • Shor ist die gemessene Strecke; sie ergibt sich aus Endmaß minus Anlegemaß. Ohne beide Angaben gibt es keine gemessene Strecke, also bleibt Shor leer.
  • WS ist die Abweichung zwischen berechneter und gemessener Strecke (Sber − Shor). Ohne Shor lässt sich keine Abweichung bilden, also bleibt auch WS leer.
  • Der Maßstab wird nur dann aus Anlege- und Endmaß abgeleitet, wenn beide vorliegen. Andernfalls bleibt er auf 1 stehen.
  • Ist im Dialog Ohne Maßstab gesetzt, wird zwar verglichen, aber kein Maßstab angebracht; die Spalte Abgleich bleibt dann leer. Mit Maßstab nur „Hoch" steht dort nur Abszisse, sonst Abszisse und Ordinate.

Da ohne gemessenes Endmaß keine gemessene Strecke existiert, darf im Protokoll folgerichtig auch kein Endmaß ausgewiesen werden.

Wie Anlege- und Endmaß eingegeben werden, steht unter Rechnen Menü-Das Dialogfenster Messungslinie.

Stationierungsarten und zulässige Anschlusspunkte

Frage: Meine Stationierung wird abgelehnt, obwohl genügend Anschlusspunkte gemessen sind. Welche Punktarten sind erlaubt?
Antwort: In der Ausgabe für Baden-Württemberg kennt VermCad drei Stationierungsarten, und die zulässigen Punktarten der Anschlusspunkte hängen an dieser Wahl:

Stationierungsart zulässige Punktarten der Anschlusspunkte
Vorläufige Stationierung alle Punkte
Gebäudestationierung Grenzpunkte, Versicherungspunkte, AP und TP
Katasterstationierung AP und TP

Punkte des bisherigen Polygon- und Liniennetzes sind für Gebäude- und Katasterstationierungen nicht vorgesehen; beim Messen weist VermCad zunächst nur darauf hin, bei der Auswertung wird daraus ein Fehler.

Bei Gebäude- und Katasterstationierung gilt eine Sonderregel für Punkte mit vorläufiger Punktnummer (Nummer beginnt mit „V"): Für sie kommt es nicht auf die Punktart an, sondern darauf, dass sie mindestens doppelt bestimmt sind. Solange erst eine Bestimmung vorliegt, meldet VermCad beim Messen Der Punkt … wurde bisher nur einfach bestimmt. und bei der Auswertung Punkt nicht doppelt gemessen.

Frage: Welche Meldungen können bei der Prüfung einer Stationierung auftreten?
Antwort: Die wichtigsten sind:

Meldung Bedeutung
Der Anschlusspunkt (*) ist für eine (*)stationierung nicht zulässig. Punktart oder Bestimmung des Anschlusspunktes passt nicht zur gewählten Stationierungsart. In Klammern folgt der Grund, z. B. falsche Punktart, lediglich AP und TP sind zulässig oder keine gemessenen Koordinaten vorhanden.
Anschlusspunkt erwartet An dieser Stelle fehlt ein Anschlusspunkt (Flag A).
Nicht genügend Anschlusspunkte Die Mindestzahl von zwei Anschlusspunkten in der ersten Runde ist nicht erreicht.
Für Anschlusspunkte müssen gemessene Richtung und Strecke vorliegen. Zu einem Anschlusspunkt fehlt die Richtung oder die Strecke.
Anschlusspunkt in einem Durchgang doppelt aufgenommen Jeder Anschlusspunkt darf je Durchgang nur einmal gemessen werden.
Anschlusspunkt nur im (*)ten Durchgang gemessen Die Anschlusspunkte der Durchgänge stimmen nicht überein.
Höchstens drei Runden für die Aufnahme der Anschlusspunkte sind zulässig. Mehr als drei Runden Anschlusspunkte.
Dritte Runde Anschlusspunkte muss vor Neupunktmessungen, Absteckungen usw. erfolgen. Reihenfolge im Messungsblock beachten.
Zuverlässigkeit der Stationierung nicht gewährleistet Die Zuverlässigkeitsmessungen zur Stationierung genügen nicht.

Frage: Brauche ich immer zwei Runden Anschlusspunkte?
Antwort: Für die Gebäudestationierung genügt eine Runde. Für die übrigen Stationierungsarten erwartet VermCad eine zweite Runde und meldet sonst Anschlusspunkt erwartet.

Hinweis: Welche Stationierungsart für welchen Vermessungszweck zu wählen ist, richtet sich nach der Vorschriftenlage des Landes; VermCad prüft die Punktarten und den Aufbau des Messungsblocks zu der Art, die Sie gewählt haben. Die Wahl wirkt außerdem auf die Prüfschranke für die Restabweichungen in den Anschlüssen: Für die Katasterstationierung gilt der strenge Wert, für Gebäude- und vorläufige Stationierung der doppelte. Eine zu „milde" gewählte Stationierungsart lässt Anschlüsse also durchgehen, die als Katasterstationierung beanstandet würden.

Prismenkonstante beim Wechsel des Tachymeter-Fabrikats

Frage: Nach dem Wechsel auf ein Tachymeter eines anderen Herstellers stimmen meine Strecken nicht mehr. Was ist zu prüfen?
Antwort: Prüfen Sie, ob die Prismenkonstante doppelt angebracht wird. Manche Geräte verrechnen die Konstante bereits selbst und liefern eine fertig korrigierte Strecke, andere liefern die Rohstrecke. Zuständig ist der Schalter PK mit Messwert verrechnen im Messen-Dialog unter Optionen → Tachy in der Gruppe [Reflektor und PK] → [ Prismenkonstante (PK) ]. Sein Hinweistext lautet Die Prismenkonstante mit dem Messwert verrechnen.

Wichtig: Der Schalter hängt nicht am einzelnen Instrument, sondern gilt allgemein. Wer abwechselnd mit Geräten verschiedener Hersteller arbeitet, muss ihn daher beim Wechsel gegebenenfalls umstellen.

Für zwei Geräteschnittstellen entscheidet VermCad selbst; dort wird der Schalter deshalb gar nicht angezeigt:

  • Leica GeoCOM – VermCad bringt die Prismenkonstante grundsätzlich nicht selbst an.
  • Trimble SDK – VermCad bringt die Prismenkonstante grundsätzlich immer an.

Suchen Sie den Schalter also vergeblich, ist eine dieser beiden Schnittstellen eingestellt – dann ist die Frage im Programm bereits entschieden. Die ganze Gruppe erscheint ohnehin nur bei Schnittstellen, die eine Prismenverwaltung kennen.

In derselben Gruppe finden Sie außerdem:

  • Leica PK (-34,4mm) – nur bei der Schnittstelle Leica GeoCOM sichtbar; verwendet die Leica-Prismenkonstanten; die dort angezeigte PK 0,0 mm gilt für das Leica-Standard-Rundprisma, das tatsächlich −34,4 mm aufweist.
  • PK in MWT speichern (REM) und Prismenname in MWT speichern (REM) – ergänzen Prismenkonstante bzw. Prismenname beim Speichern als Bemerkung im MWT-Protokoll.

Eigene Prismen mit abweichender Konstante legen Sie unter Optionen → Instrumente als VC-Prismen an; siehe Optionen Menü-Das Dialogfenster Instrumente.

Netzausgleichung: fehlende EF*SP-Werte

Frage: Im Protokoll der Netzausgleichung fehlen die Werte in der Spalte EF*SP (EF SP, EF·SP). Warum?
Antwort: Meistens ist die Ausgleichung als freies Netz gerechnet – im Dialogfenster Netzausgleich ist der Schalter Freies Netz gesetzt (im Makro ,FVA). In der freien Ausgleichung gibt es keine Standardabweichungen der Punkte (SP); das Produkt EF*SP lässt sich deshalb nicht bilden. Das Protokoll weist mit der Zeile EF*SP im freien Netz nicht bestimmbar … darauf hin. Schalten Sie Freies Netz ab und rechnen Sie die Ausgleichung mit beweglichen Anschlusspunkten: In Baden-Württemberg ist die freie Ausgleichung nur ein Untersuchungswerkzeug (VwVLV BW Nr. 43.7), das Abgabeprotokoll ist die Ausgleichung mit beweglichen Anschlusspunkten (Nr. 42.5), und dort muss EF*SP höchstens 0,15 m betragen (Nr. 43.5).

Weitere Ursachen (abgeschaltete Zusatzstatistik mit ,DEA_EFSP, Darstellung Vorläufig, einzelne unkontrollierte Beobachtungen) stehen unter Warum fehlen die EF*SP-Werte?

Typische Fehlerbilder

Symptom Ursache Abhilfe
Maßstäbe im Protokoll weichen von der Kontrollrechnung ab Der Messungshorizont des Auftrags gilt projektweit; der Maßstab der UTM-Reduktion wird dagegen standardmäßig je Berechnung aus den verwendeten Festpunkten ermittelt Messungshorizont und mittleren Rechtswert im Block AUFTRAG vergleichen (nach dem Einlesen von Bestandsdaten erneut prüfen); Meldungen Mittlerer Messungshorizont nicht gegeben !!! bzw. Mittlere Höhe widerspricht Koordinaten !!! abarbeiten; bei Bedarf $UseIndividualMeanYForReduction-; setzen, um mit einem projektweiten Maßstab zu rechnen
Orthogonalberechnung: Shor und WS leer, Maßstab 1 Es fehlt das gemessene Endmaß; ohne Anlege- und Endmaß gibt es keine gemessene Strecke Kein Fehler. Soll ein Maßstab ermittelt werden, Anlege- und Endmaß eingeben; im Protokoll darf dann auch ein Endmaß erscheinen
Der Anschlusspunkt … ist für eine katasterstationierung nicht zulässig (falsche Punktart, lediglich AP und TP sind zulässig) Als Anschluss wurde ein Punkt einer nicht zugelassenen Punktart verwendet Punktarten der Anschlusspunkte prüfen und die Stationierungsart passend zum Vermessungszweck wählen
Punkt nicht doppelt gemessen bzw. Der Punkt … wurde bisher nur einfach bestimmt. Ein Punkt mit vorläufiger Punktnummer ist erst einfach bestimmt Zweite unabhängige Bestimmung ergänzen
Nicht genügend Anschlusspunkte Weniger als zwei Anschlusspunkte in der ersten Runde Weiteren Anschlusspunkt mit Richtung und Strecke aufnehmen
Netzausgleichung: Spalte EF*SP leer, Hinweis EF*SP im freien Netz nicht bestimmbar Die Ausgleichung ist als freies Netz gerechnet (Schalter Freies Netz, ,FVA); ohne Standardabweichungen der Punkte gibt es kein EF*SP Freies Netz abschalten, mit beweglichen Anschlusspunkten rechnen
Strecken sind nach Gerätewechsel systematisch um die Prismenkonstante falsch Der Schalter PK mit Messwert verrechnen gilt allgemein und nicht je Instrument Schalter beim Fabrikatswechsel prüfen; bei Leica GeoCOM und Trimble SDK entscheidet VermCad selbst

Siehe auch



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