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Schemafehler bei den Erhebungsdaten

Aus VermCAD Hilfe Wiki
Version vom 6. August 2026, 10:11 Uhr von Claude (Diskussion | Beiträge) (Nachprüfung gegen den Quellcode: sachliche Korrekturen (freigegeben))
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Ziel

Landeshinweis BW; das Grundmuster gilt sinngemäß auch für andere Länder.

Die aufnehmende Stelle weist die Erhebungsdaten mit einer Meldung zurück, die ein Element nennt und ein anderes „erwartet" — obwohl VermCad den Entwurf zuvor fehlerfrei validiert hat. Diese Seite erklärt, was eine solche Schemameldung aussagt, warum sie meist nichts mit den Projektdaten zu tun hat und in welcher Reihenfolge Sie vorgehen.

Die Bedienung des Fortführungsdialogs steht in ALKIS-Vollständige Fortführung, die Meldungsübersicht in Fortführungsfälle und Validierungsmeldungen, der Aufbau der Abgabedatei in Aufbau der Erhebungsdaten.

Was ist die Schemavalidierung?

Neben den Prüfplänen, die fachliche Regeln an den Objekten prüfen (siehe ALKIS-Prüfwerkzeug und ALKIS-Prüfpläne bearbeiten), gibt es eine davon unabhängige zweite Prüfung: die Validierung gegen das XML-Schema. Sie prüft nicht, ob ein Wert fachlich richtig ist, sondern ob die erzeugte Datei formal dem Aufbau entspricht, den die Schemadateien vorschreiben — welche Elemente an einer Objektart überhaupt zulässig sind und in welcher Reihenfolge sie stehen müssen.

VermCad führt diese Prüfung an zwei Stellen selbst durch:

  • Beim Validieren im Fortführungsdialog. VermCad baut den vollständigen Fortführungsentwurf im Speicher einmal komplett auf und validiert ihn — zusammen mit dem Bestandsdatenauszug, der in Baden-Württemberg mit abgegeben wird. Schlägt das fehl, erscheint die Meldung „Ein Export wäre nicht valide gegen das XML Schema: …" als Fehler. Sie hängt am Deckblatt und erscheint deshalb in der Meldungsliste des Bereichs Weitere Objekte, unabhängig davon, welcher Fall sie verursacht hat.
  • Nach dem Export. Die geschriebenen Dateien werden noch einmal geprüft. Ist alles in Ordnung, meldet VermCad „Dateien … und … erfolgreich exportiert!" — in Baden-Württemberg werden Fortführungsentwurf und Bestandsdatenauszug gemeinsam genannt, in Ländern ohne Bestandsdatenauszug „Datei … erfolgreich exportiert!". Andernfalls erscheint „… wurde exportiert, aber es wurden Fehler bei der Validierung festgestellt. Bitte wenden Sie sich vor der Abgabe an den VermCad-Support (Fehlermeldung siehe Status-Balken - rote Fehlerzeile)".

Hinweis: Die Schemaprüfung ist aufwendig und läuft deshalb nur beim Validieren aller Fortführungsfälle mit — genau das tut die Schaltfläche Validieren in der ausgelieferten Programmfassung. Eine grüne Ampel an einem einzelnen Fall sagt über die Schemagültigkeit der Gesamtdatei nichts aus.

Die Schemadateien werden mit dem Programm ausgeliefert (Verzeichnis resource\schema unterhalb des Programmverzeichnisses, für Baden-Württemberg in der Fassung zur GID 7.1). Das ist der Kern des ganzen Themas: Ein Schemastand ist nichts Absolutes, sondern etwas, das Sender und Empfänger gemeinsam haben müssen.

Eine Schemameldung lesen

Die Meldungen von Sender und Empfänger sehen unterschiedlich aus, weil unterschiedliche Prüfprogramme dahinterstehen.

Die Meldung von VermCad

VermCad hängt an die Meldung einen Block mit fünf Angaben an:

FehlerCode: …
Grund: …
Quelle: …
Zeile: …
Position: …

Zeile und Position verweisen unmittelbar auf die Stelle in der erzeugten Datei, Quelle zeigt den betroffenen XML-Ausschnitt. Über die Aktion der Validierungsmeldung lässt sich der vollständige Text im Fenster XML-Validierung fehlgeschlagen aufklappen — er ist meist zu lang für die Meldungszeile.

Die Meldung der aufnehmenden Stelle

Die Fortführungssysteme der Katasterbehörden prüfen mit einem anderen Werkzeug und melden im Stil

N I C H T V A L I D E … cvc-complex-type.2.4.a: Invalid content was found starting with element 'grundflaeche'. One of '{…:name, …:hochhaus, …:lageZurErdoberflaeche, …:qualitaetsangaben}' is expected. … Der Import von Erhebungsdaten wird abgebrochen.

So eine Meldung liest sich so:

  • „Invalid content was found starting with element X" — an dieser Stelle steht das Element X.
  • „One of {A, B, C} is expected" — das Schema des Empfängers erwartet dort eines der Elemente A, B oder C.

Beides zusammen heißt: X ist für diese Objektart im hinterlegten Schema entweder gar nicht zugelassen oder es wird an einer anderen Stelle der Reihenfolge erwartet. Die Meldung nennt zusätzlich Zeile und Spalte.

Hinweis: Meldungen der Bauart cvc-complex-type stammen nie aus VermCad, sondern immer aus dem prüfenden System der Gegenseite. Prüfen Sie bei solchen Meldungen deshalb zuerst den Schemastand, nicht die Projektdaten.

Die Reihenfolge beim Suchen

  1. Programmstand prüfen. Läuft der Export auf einer aktuellen Programmversion? Mehrere frühere Rückweisungen waren tatsächlich Exportfehler und sind längst behoben — dazu gehören eine unvollständige Namensraum-Deklaration im Dateikopf und eine falsch gezählte Anzahl der Fortführungsmitteilungen. Bei Importproblemen dieser Art genügen eine aktuelle Version und ein neuer Export. Ein Nachbearbeiten der Abgabedatei von Hand bleibt Notlösung für alte Programmstände.
  2. Schemastand der Gegenseite klären lassen. Die Schemadateien der Erhebungsdaten werden fortgeschrieben; Attribute kommen hinzu. Arbeitet die annehmende Stelle noch mit älteren Dateien, kennt sie ein neues Attribut nicht und meldet die Daten als invalide, obwohl sie korrekt sind. Bitten Sie um die Aktualisierung und lassen Sie die Simulation wiederholen.
  3. Pflichtattribut prüfen. Bezieht sich die Meldung auf ein Element, das im Schema nach einem Pflichtattribut steht, kann auch das fehlende Pflichtattribut die Ursache sein — dann rutscht die Reihenfolge aus dem Tritt. Ein Beispiel aus der Praxis ist das Bauteil: Im ausgelieferten Schema steht dort lageZurErdoberflaeche (optional) vor bauart, und bauart ist Pflicht. Wird lageZurErdoberflaeche beanstandet, lohnt der Blick auf bauart.
  4. Fortführungsnummer prüfen. Die Nummer, unter der das Verfahren geführt wird, muss mit der Angabe im Projekt übereinstimmen. VermCad füllt das Feld FN Nummer auf dem Deckblatt automatisch aus der Veränderungsnummer des Auftrags. Ein von Hand eingetragener Wert bleibt erhalten: Handeingaben liegen auf einer eigenen Attributebene und haben Vorrang vor dem automatisch ermittelten Wert. Die Vorbelegung wird zwar weiterhin bei jedem Öffnen des Dialogs neu berechnet, ändert Ihre Eingabe aber nicht (Ihr Wert steht schwarz und fett, der automatische magenta).
  5. Hersteller einschalten. Führt nichts davon weiter, liegt entweder eine Schemaänderung vor, die dem Hersteller noch nicht vorliegt, oder ein Widerspruch in der amtlichen Schemadatei selbst. Beides ist kein Bedienfehler — geben Sie den Fall an den Support.

Wenn das Schema selbst nicht stimmt

Es kommt vor, dass eine Schemadatei dem Anwendungsschema widerspricht oder noch gar nicht freigegeben ist. Zwei belegte Muster:

  • Ein Attribut ist fachlich zulässig — weil die Objektart es von einer übergeordneten, abstrakten Objektart erbt —, in der ausgelieferten Schemadatei der Erhebungsdaten war die Vererbung aber nicht abgebildet. Die Validierung schlug fehl, obwohl der Entwurf richtig war.
  • Ein landesspezifisches Schema war zum fraglichen Zeitpunkt noch in Arbeit; ein Attribut war an der betroffenen Objektart noch nicht freigeschaltet und wurde deshalb beanstandet.

In beiden Fällen half nur die Klärung mit der aufnehmenden Stelle und das Warten auf die aktualisierte Schemafassung. Solche Meldungen sind kein Hinweis auf einen Bedienfehler — und sie lassen sich im Projekt auch nicht „wegkorrigieren", ohne die Daten fachlich falsch zu machen.

Typische Fehlerbilder

Symptom Ursache Abhilfe
Die Katasterbehörde meldet einen Validierungsfehler zur XML-Struktur eines Objekts und fordert neue Erhebungsdaten an, obwohl der Export mit der aktuellen Programmversion erzeugt wurde und VermCad keinen Fehler zeigt. Die Schemadateien wurden fortgeschrieben und um Attribute ergänzt. Die annehmende Stelle arbeitet noch mit dem älteren Stand und erwartet das neue Attribut nicht. Zunächst prüfen lassen, ob dort die aktuellen Schemadateien eingespielt sind; gegebenenfalls die Aktualisierung anstoßen und die Simulation wiederholen. Führt das nicht zum Erfolg, kann umgekehrt eine noch neuere, dem Hersteller nicht bekannte Schemaänderung vorliegen — dann den Hersteller einschalten.
Die amtsseitige Vorprüfung meldet, an der beanstandeten Stelle werde ein anderes Attribut erwartet, obwohl VermCad zuvor fehlerfrei validiert hat. Entweder ältere Schemadateien auf der Gegenseite oder ein nicht belegtes Pflichtattribut, das laut Schema vor dem beanstandeten Element stehen muss. Zuerst prüfen, ob das Pflichtattribut der Objektart mit einem zulässigen Wert belegt ist; anschließend den Schemastand der prüfenden Stelle klären.
Der Import bricht mit „cvc-complex-type.2.4.a: Invalid content was found starting with element 'grundflaeche'. One of '{…:name, …:hochhaus, …:lageZurErdoberflaeche, …:qualitaetsangaben}' is expected." ab. Der Export wurde gegen ein anderes Schema validiert als das, das der Empfänger einsetzt — die Elementreihenfolge passt deshalb nicht zum erwarteten Aufbau. Klären, welchen Schemastand die annehmende Stelle tatsächlich einsetzt, und gegen diesen validieren lassen. Die Meldung nennt Zeile, Spalte und das erwartete Element und zeigt damit unmittelbar die Stelle in der Datei.
Der Import scheitert mit „cvc-complex-type.2.4.a: Invalid content was found starting with element 'hat'." an einem Netzpunkt. Das landesspezifische Schema war zu diesem Zeitpunkt noch in Bearbeitung; das Attribut war an dieser Objektart noch nicht freigeschaltet. Kein Programmfehler. Bis zur Freigabe hilft nur die Klärung mit der aufnehmenden Stelle beziehungsweise deren aktualisierte Schemafassung.
Die Erhebungsdaten lassen sich in der Datenhaltung der Behörde nicht einlesen; der Import bricht ohne fachliche Begründung ab. Formfehler im Dateikopf (Namensraum-Deklaration) oder eine falsch gezählte Anzahl der Fortführungsmitteilungen. Beides ist im Programm korrigiert. Aktuelle Programmversion verwenden und den Export wiederholen. Ein Nachbearbeiten der Datei von Hand ist nur mit alten Ständen nötig — und bleibt Notlösung.
Der Import scheitert, weil die Fortführungsnummer in den Daten nicht zu der Nummer passt, unter der das Verfahren geführt wird. Die Angabe im Projekt weicht ab. Die FN Nummer auf dem Deckblatt des Fortführungsdialogs prüfen und an die Nummer des Verfahrens angleichen; anschließend neu exportieren.
VermCad meldet „Es steht keine SchemaXML-Datei für die Validierung bereit. Breche ab." oder protokolliert, eine Schema-Datei könne nicht gefunden bzw. eingelesen werden. Die mit dem Programm ausgelieferten Schemadateien fehlen oder sind beschädigt — VermCad kann den Export dann nicht mehr gegen sein Schema prüfen. Programminstallation prüfen bzw. erneuern. Bis dahin läuft der Export zwar, aber ohne die schützende Vorprüfung.

Was Sie nicht tun sollten

  • Die Meldung mit dem Haken OK wegdrücken. Der Haken nimmt die Meldung nur aus der Auswertung; die Datei bleibt ungültig, und die aufnehmende Stelle bleibt daran hängen.
  • Die Abgabedatei von Hand nachbearbeiten, solange eine aktuelle Programmversion verfügbar ist. Was von Hand geändert wird, ist beim nächsten Export wieder weg und lässt sich später nicht nachvollziehen.
  • Fachlich richtige Attribute entfernen, nur damit die Prüfung der Gegenseite durchläuft.

Siehe auch



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