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ALKIS-Arbeitsabläufe-Fortführungsfälle und Validierungsmeldungen: Unterschied zwischen den Versionen

Aus VermCAD Hilfe Wiki
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Berichtigung eines fehlerhaften Grenzverlaufs ergänzt
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=== Berichtigung von Zeichenfehlern ===
=== Berichtigung von Zeichenfehlern ===
* Empfehlung: einen einzigen Fortführungsfall „Berichtigung eines Zeichenfehlers" anlegen — an den Anfang der Fallliste — und alle Berichtigungen dort sammeln.
* Bei der Berichtigung eines fehlerhaften Grenzverlaufs lautet der Fortführungsfall „Berichtigung eines Zeichenfehlers".
* Die beiden betroffenen Flurstücke müssen untergehen; zwei neue Flurstücke mit dem geänderten Grenzverlauf sind einzufügen.
* Dieser Fortführungsfall muss an erster Stelle der Fortführungsfallliste stehen.
* Die Berichtigung ist mit oder ohne Flächenberichtigung möglich.
* Die Berichtigung ist mit oder ohne Flächenberichtigung möglich.
* Ist '''Flächenberichtigung''' angehakt, kann die Berichtigung zusätzlich flurstücksweise ausgeschaltet werden (Spalte '''Keine FB''' in der Tabelle der neuen Objekte).
* Ist '''Flächenberichtigung''' angehakt, kann die Berichtigung zusätzlich flurstücksweise ausgeschaltet werden (Spalte '''Keine FB''' in der Tabelle der neuen Objekte).

Version vom 27. Juli 2026, 16:05 Uhr

Ziel

Wissenssammlung zur Arbeit mit dem Dialog ALKIS-Vollständige Fortführung: welche Fortführungsfall-Anlässe es gibt, was bei besonderen Fällen zu beachten ist und wie typische Validierungsmeldungen zu verstehen und zu beheben sind. Fokus Baden-Württemberg.

Häufige Fortführungsfälle

Anlässe im Überblick

Der Anlass-Schlüssel bestimmt, wie der Fall im Fortführungsnachweis behandelt wird. In VermCad besonders relevante Anlässe:

Schlüssel Anlass Hinweis
010101 Zerlegung (oder Sonderung) genau ein altes, mindestens zwei neue Flurstücke je Fall
010102 Verschmelzung genau ein neues, mindestens zwei alte Flurstücke je Fall
010301 Flurstücks-Umnummerierung wird von der automatischen Fallermittlung erkannt
010302 Umgemarkung Eigentümer/Buchung wird hier mitvalidiert
010305 Umflurung siehe eigener Abschnitt unten
010308 Flurstückslöschung wird von der automatischen Fallermittlung erkannt
010402 Veränderung der Lage Lagebezeichnungen
010501 Berichtigung der Flächenangabe (Flächenberichtigung) nur ein verändertes Flurstück je Fall zulässig
010502 Berichtigung eines Zeichenfehlers siehe eigener Abschnitt unten
010202 / 010206 Veränderung auf Grund wasserrechtlicher Vorschriften / gerichtlicher Entscheidung wie 010502: altes und neues Flurstück bestehen mit erhöhter Flurstücksfolge nebeneinander
010621 Umlegung Eigentümer/Buchung wird mitvalidiert
200100 Gebäudeeinmessung Landeshinweis BW (andere Länder teils 200000)
200300 Gebäudelöschung Landeshinweis BW
300300 / 010403 Veränderung der tatsächlichen Nutzung (ohne / mit Änderung der Wirtschaftsart)
300200 Veränderung im Bereich Bauwerke und Einrichtungen

Landeshinweis BW: Der kombinierte Anlass „Zerlegung und Verschmelzung" (010103) wird in BW nicht angeboten. Eine Zerlegung mit anschließender Verschmelzung wird über Zuflurstücke mit Zuflurstücksnummern abgebildet (siehe Validierungsmeldungen zu Zuflurstücken unten).

Berichtigung von Zeichenfehlern

  • Bei der Berichtigung eines fehlerhaften Grenzverlaufs lautet der Fortführungsfall „Berichtigung eines Zeichenfehlers".
  • Die beiden betroffenen Flurstücke müssen untergehen; zwei neue Flurstücke mit dem geänderten Grenzverlauf sind einzufügen.
  • Dieser Fortführungsfall muss an erster Stelle der Fortführungsfallliste stehen.
  • Die Berichtigung ist mit oder ohne Flächenberichtigung möglich.
  • Ist Flächenberichtigung angehakt, kann die Berichtigung zusätzlich flurstücksweise ausgeschaltet werden (Spalte Keine FB in der Tabelle der neuen Objekte).
  • Bei diesem Anlass bleiben altes und neues Flurstück nebeneinander bestehen; das Flurstückskennzeichen wird über die Erhöhung der Flurstücksfolge weiterverwendet.

Umflurung

  1. Besondere Flurstücksgrenzen (Flurgrenzen) anpassen: wegfallende Linienstücke der Flurgrenze untergehen lassen, neue Linien zeichnen und als neue AX_BesondereFlurstuecksgrenze mit ARF = 3000 (Grenze der Flur) attributieren.
  2. Das Bestandsflurstück untergehen lassen.
  3. Ein neues Flurstück mit gleicher Geometrie erstellen.
  4. Dem neuen Flurstück eine Flurstücksnummer aus der Reservierung mit der neuen Flur zuweisen.
  5. Fortführungsfall mit Anlass „Umflurung" bilden: altes Flurstück in den Bestand, neues Flurstück zu den neuen Objekten.

Automatische Fallermittlung

Beim Öffnen des vFE-Dialogs prüft VermCad die bearbeiteten Objekte in dieser Reihenfolge: Zerlegung/Verschmelzung → Flurstückslöschung → Flurstücks-Umnummerierung → Nutzungsartenänderung → Gebäudeeinmessung → Gebäudelöschung (Flurstücksänderungen gehen bewusst vor). Wird kein Muster erkannt, sammelt ein Restfall ohne Anlass die bearbeiteten Objekte — dort den Anlass von Hand setzen oder die Objekte einem passenden Fall zuordnen.

Häufige Validierungsmeldungen und Abhilfe

Meldung (sinngemäß) Ursache und Abhilfe
Das Attribut ZST ist nicht mindestens zweimal belegt. Angaben zu Finanzamt und Forstbehörde werden gefordert. Landeshinweis BW (VwVLK Punkt 6.4): An Flurstücken müssen zuständige Stellen für Finanzamt und Forstbehörde gesetzt sein. In manchen Bestandsdaten ist nur eine ZST vorhanden — dann fehlt i.d.R. das Forstamt; beim zuständigen Amt nachfragen, ob es bei Änderungsdatensätzen ergänzt werden soll. Hinweis: Forstämter werden oft über den Schlüssel 1800 (Landratsamt) mitverwaltet. Bei Bestandsobjekten erscheint die Meldung nur als Warnung, bei neuen Flurstücken als Fehler.
Sie haben ein Objekt, das im Rahmen der Katastervermessung als unveränderbar gilt (bspw. Festpunkte, historische Grenzpunkte), verändert oder gelöscht. Historische Punkte dürfen nicht neu koordiniert oder umattributiert werden. Neukoordinierung entfernen und alle ALKIS-Parameter auf den Original-Wert zurücksetzen (im Parameter-Dialog bedeutet schwarze Darstellung „nutzerverändert" → Rechtsklick → Leeren stellt den Original-Wert wieder her). Ist die Änderung fachlich wirklich nötig: siehe „Historisierung aufheben" unten.
Es wurde kein Anlass vergeben. Dem Fortführungsfall im Feld Anlass einen Anlass zuweisen (betrifft oft den automatisch erzeugten Restfall).
Die Veränderungsnummer des Projekts ist am Objekt nicht gesetzt. Landeshinweis BW: Die VN des Auftrags fehlt am Objekt; die Korrektur-Aktion der Meldung setzt sie automatisch.
Die VN des Projekts ist gesetzt, jedoch kein Fortführungsanlass. Für das Objekt fehlt noch ein Fortführungsfall bzw. die Zuordnung zu einem Fall.
Das Objekt wurde nicht als untergehend markiert. / Ein Kernobjekt wurde nicht zum Export markiert. / Das neu erstellte AlkisObjekt wurde nicht zum Export markiert. Untergangs-Markierung (Raute) bzw. Export-Haken in der vFE-Tabelle setzen; die Auto-Export-Auswahl kann das übernehmen.
Flurstückskennzeichen wird mehrfach verwendet. FSK muss eindeutig sein — ggf. Flurstücksfolge erhöhen. Unzulässig ist auch, dass mehrere neue Flurstücke dasselbe FSK per Folgeerhöhung weiterverwenden.
Das Flurstückskennzeichen widerspricht folgenden Flurstücksattributen ... Gemarkung, Flur, Flurstücksnummer oder -folge stimmen zwischen FSK und Attributen nicht überein — Kennzeichen bzw. Attribute korrigieren.
Die neuen und geänderten Objekte überschneiden sich. Geometrische Überlappung der Neuobjekte; Meldung anfliegen, Geometrie bereinigen (siehe ALKIS-Geometrieangleichen).
Bestands- und Neu-Flurstücke sind nicht deckungsgleich (Differenz ... m²). Bei Zerlegung/Verschmelzung müssen alte und neue Flurstücke dieselbe Gesamtfläche abdecken — Lücken/Überstände über die Vergleichen-/Lücken-finden-Funktion des Dialogs suchen.
Untergehendes Objekt: Nicht alle relevanten Punktobjekte / Präsentationsobjekte gehen mit unter. Beim Löschen eines Objekts zugehörige Punkt- und Präsentationsobjekte mit behandeln (untergehen lassen oder neu zuordnen).
Das Zuflurstück ... wird in diesem Fortführungsfall benutzt, entsteht aber erst später / entsteht in diesem Fortführungsfall, wird aber schon früher benutzt. Reihenfolge der Fortführungsfälle korrigieren: ein Zuflurstück muss erst entstehen (Zerlegung), bevor es weiterverwendet wird (Verschmelzung).
Flurstück entsteht in einer Zerlegung und wird anschließend wieder verschmolzen, hat jedoch keine Zuflurstücksnummer. Dem Zwischenflurstück eine Zuflurstücksnummer geben (Landeshinweis BW).
Es wurden Objekte in mehreren Fortführungsfällen für den Export markiert. Jedes Objekt darf nur in einem Fall exportiert werden — Export-Haken in den übrigen Fällen entfernen.
Die Grenze der Flur/Gemarkung/Gemeinde verläuft nicht zwischen Flurstücken in verschiedenen Fluren/Gemarkungen/Gemeinden. Attributierung der besonderen Flurstücksgrenze (ARF) oder die Flur-/Gemarkungsangaben der angrenzenden Flurstücke korrigieren.
In einem Fortführungsfall mit Anlass „Flächenberichtigung" darf jeweils nur ein Flurstück verändert werden. Fall aufteilen; die Korrektur-Aktion der Meldung bietet eine automatische Aufteilung an.
Die aktuellsten Bestandsdaten wurden vor ... Tagen eingelesen. Ggf. aktuelle NAS-Bestandsdaten anfordern und einlesen, bevor exportiert wird.
Ein Export wäre nicht valide gegen das XML-Schema: ... Die angehängte Schema-Fehlermeldung nennt Element und Objekt; das betroffene Attribut korrigieren.
Der Punkt soll historisiert werden, aber das Setzen von Autowerten wurde für diesen Punkt verboten. Dadurch kann KST 5000 nicht gesetzt werden. Autowerte für den Punkt wieder zulassen oder den Koordinatenstatus 5000 (historische Koordinaten) manuell setzen.

Sonstiges Wissen

Zulässigkeiten: Erhebungsdaten weichen vom Bestand ab

Die Wertemengen der Bestandsdaten und der Erhebungsdaten unterscheiden sich gelegentlich — ein im Bestand gelieferter Wert kann in den Erhebungsdaten unzulässig sein. Beispiele (Landeshinweis BW):

  • DES 9998 ist am Punktort TA im Bestand erlaubt, in den Erhebungsdaten aber nicht.
  • FKT 2700 ist in den Erhebungsdaten unzulässig (Prüftool-Meldung).
  • Die Relation istGebucht am Flurstück und der Fortführungsfall-Nummernbereich sind nicht Teil des Erhebungsdaten-Schemas; VermCad lässt sie beim Export automatisch weg.

VermCad übernimmt beim Einlesen alle im Bestand gelieferten Werte und meldet Unzulässigkeiten erst bei der Validierung für den Export.

Arbeiten an der Gemarkungsgrenze

Änderungen an einer Gemarkungsgrenze zuerst auf der von der bearbeiteten Gemarkung abgewandten Seite (in der Nachbargemarkung) durchführen, dann die Grenze in der bearbeiteten Gemarkung angleichen — und erst danach mit Zerlegungen und weiteren Bearbeitungen fortfahren. Sonst entstehen widersprüchliche Grenzgeometrien in den Fällen. In der Bestandsliste eines Falls werden Flurstücke aus fremden Gemarkungen daher gesondert einsortiert.

Ein Punktort (ungleich UTM) am ALKIS-Punktobjekt geht unter

Bei Grenzpunkten kommt es in seltenen Fällen vor, dass ein Punktort mit Soldner-Koordinaten „untergeht", während Punktobjekt und UTM-Punktort unverändert fortbestehen sollen. Dafür kann der Punktort vom Punktobjekt getrennt werden:

  • Die Trennung erfolgt im Punkt-Parameter-Dialog — Registerkarte Allgemein per Rechtsklick auf den betreffenden Punktort oder Registerkarte Parameter bei eingestelltem Lagestatus per Rechtsklick auf die Punktobjekt-Zeile. Auf demselben Weg lässt sich die Trennung rückgängig machen.
  • Nach Abfrage einer Punktnummer wird die getrennte Koordinate als Vorgaben-Block in die MWT geschrieben; beim Rückgängigmachen wird der Block wieder gelöscht.
  • Soll die Koordinate später einem anderen Punkt zugeordnet werden, für dessen Punktobjekt einen Punktort erzeugen: in der Registerkarte Parameter den Lagestatus einstellen und ein Punktort-Attribut ändern (z.B. KDS) — damit entsteht der Punktort, und die Koordinate aus dem Vorgaben-Block wird mit exportiert.

Siehe Punktort vom Punktobjekt trennen.

Historisierung aufheben

In manchen Fällen ist die Änderung eines historischen Punktes fachlich notwendig. Dazu die Historisierung aufheben (Rechtsklick auf die rote Hist-Lampe im Parameter-Dialog → Historisierung aufheben); danach kann der Punkt neu koordiniert und attributiert werden. Soll der Punkt anschließend wieder wegfallen, das Flag w verwenden — der Punkt wird verändert, bleibt im Kataster aber historisch.

Siehe auch