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ALKIS-Arbeitsabläufe-Berichtigung eines Zeichenfehlers: Unterschied zwischen den Versionen

Aus VermCAD Hilfe Wiki
Neue Ablaufseite: Berichtigung eines Zeichenfehlers ueber die CAD-Schaltflaeche
 
Standard-Riss als Voraussetzung ergaenzt; Reihenfolge der neuen Flurstuecke; Zitat des Erfolgshinweises an den Programmtext angeglichen
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Bevor Sie die Schaltfläche betätigen, muss die Zeichnung den gewünschten Zustand bereits zeigen. VermCad prüft:
Bevor Sie die Schaltfläche betätigen, muss die Zeichnung den gewünschten Zustand bereits zeigen. VermCad prüft:


* '''Das CAD steht im Standard-Riss.''' Wie alle Funktionen, die ALKIS-Objekte anlegen oder ändern, arbeitet auch diese nur dort. Ist ein anderer [[CAD-Risse|Riss]] eingestellt, meldet VermCad ''„Alkis-Objekte dürfen nur im Standard-Riss erzeugt/geändert werden.“'' und verändert nichts. Geprüft wird das beim Anklicken der Schaltfläche und noch einmal beim Abschluss des Auswahlmodus — ein zwischenzeitlicher Risswechsel rutscht also nicht durch.
* '''Mindestens zwei Flurstücke''' sind gewählt. Ein doppelt angeklicktes Flurstück zählt nur einmal.
* '''Mindestens zwei Flurstücke''' sind gewählt. Ein doppelt angeklicktes Flurstück zählt nur einmal.
* '''Jedes gewählte Flurstück ist grenzverändert oder gelöscht.''' Grenzverändert heißt: Die Geometrie weicht tatsächlich vom Bestand ab. Ein nur attributiv geändertes Flurstück wird abgelehnt — auch wenn es in der Objektliste als „verändert“ geführt wird.
* '''Jedes gewählte Flurstück ist grenzverändert oder gelöscht.''' Grenzverändert heißt: Die Geometrie weicht tatsächlich vom Bestand ab. Ein nur attributiv geändertes Flurstück wird abgelehnt — auch wenn es in der Objektliste als „verändert“ geführt wird.
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# Reiter '''ALKIS''' → '''Berichtigung Zeichenfehler'''.
# Reiter '''ALKIS''' → '''Berichtigung Zeichenfehler'''.


VermCad meldet das Ergebnis als Kurzhinweis am Mauszeiger, zum Beispiel: ''„Fortführungsfall ‚1‘ (Berichtigung eines in ALKIS fehlerhaft nachgewiesenen Grenzverlaufs) angelegt: 2 Flurstücke gehen unter, 2 neue Flurstücke mit erhöhter Folge erzeugt. Der Fall ist in der Vollständigen Fortführung einsehbar.“'' Konnte zu einzelnen Flurstücken kein neues Flurstück erzeugt werden, erscheint zusätzlich eine Warnung mit der Bitte, den Fall im Fortführungsdialog zu prüfen.
VermCad meldet das Ergebnis als Kurzhinweis am Mauszeiger, zum Beispiel: ''„Fortführungsfall ‚1‘ (Berichtigung eines in ALKIS fehlerhaft nachgewiesenen Grenzverlaufs): 2 Flurstücke gehen unter, 2 neue Flurstücke mit erhöhter Folge erzeugt. Der Fall ist in der Vollständigen Fortführung einsehbar.“'' Konnte zu einzelnen Flurstücken kein neues Flurstück erzeugt werden, erscheint zusätzlich eine Warnung mit der Bitte, den Fall im Fortführungsdialog zu prüfen.


=== Ohne Auswahl: der Auswahlmodus ===
=== Ohne Auswahl: der Auswahlmodus ===
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| '''Bestandsflurstücke untergehen lassen''' || Die gewählten Flurstücke werden als untergehend markiert. Bereits gelöschte Flurstücke bleiben unberührt — sie werden nicht ein zweites Mal gelöscht.
| '''Bestandsflurstücke untergehen lassen''' || Die gewählten Flurstücke werden als untergehend markiert. Bereits gelöschte Flurstücke bleiben unberührt — sie werden nicht ein zweites Mal gelöscht.
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| '''Neue Flurstücke erzeugen''' || Zu jedem Bestandsflurstück entsteht ein deckungsgleiches neues Flurstück mit denselben Parametern und der um eins erhöhten Flurstücksfolge.
| '''Neue Flurstücke erzeugen''' || Zu jedem Bestandsflurstück entsteht ein deckungsgleiches neues Flurstück mit denselben Parametern und der um eins erhöhten Flurstücksfolge. Im Fall werden die neuen Flurstücke in derselben Reihenfolge geführt wie ihre Bestandsflurstücke — Bestand und neue Objekte lassen sich so Zeile für Zeile gegenüberstellen.
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| '''Fortführungsfall anlegen''' || Die Bestandsflurstücke kommen in den Bestand des Falls, die neuen Flurstücke in die neuen Objekte. Der Fall erhält den gewählten Anlass.
| '''Fortführungsfall anlegen''' || Die Bestandsflurstücke kommen in den Bestand des Falls, die neuen Flurstücke in die neuen Objekte. Der Fall erhält den gewählten Anlass.

Version vom 27. August 2026, 11:18 Uhr

Ziel

Weist ALKIS einen Grenzverlauf falsch nach, wird er berichtigt, ohne dass sich am Eigentum etwas ändert. Fachlich verlangt dieser Anlass eine besondere Konstruktion: Die betroffenen Bestandsflurstücke gehen unter, an ihre Stelle treten deckungsgleiche neue Flurstücke mit denselben Attributen und um eins erhöhter Flurstücksfolge; beide stehen anschließend im Fortführungsfall nebeneinander.

Diese Konstruktion von Hand aufzubauen ist mühsam und fehlerträchtig. Die Schaltfläche Berichtigung Zeichenfehler im CAD-Reiter ALKIS erledigt sie in einem Schritt: Sie lässt die gewählten Flurstücke untergehen, erzeugt die neuen Flurstücke und legt den Fortführungsfall an.

Die fachlichen Grundregeln des Anlasses — Wortlaut im Fortführungsnachweis, Flächenberichtigung, Stellung in der Fallliste — stehen in Fortführungsfälle und Validierungsmeldungen.

Hinweis: Die Schaltfläche arbeitet über die Flurstücksfolge im Flurstückskennzeichen: Das neue Flurstück behält Land, Gemarkung, Flur und Flurstücksnummer und bekommt die nächsthöhere Folge. Sie ist deshalb dort der richtige Weg, wo Ihr Land diesen Anlass über die Flurstücksfolge abbildet.

Voraussetzungen

Bevor Sie die Schaltfläche betätigen, muss die Zeichnung den gewünschten Zustand bereits zeigen. VermCad prüft:

  • Das CAD steht im Standard-Riss. Wie alle Funktionen, die ALKIS-Objekte anlegen oder ändern, arbeitet auch diese nur dort. Ist ein anderer Riss eingestellt, meldet VermCad „Alkis-Objekte dürfen nur im Standard-Riss erzeugt/geändert werden.“ und verändert nichts. Geprüft wird das beim Anklicken der Schaltfläche und noch einmal beim Abschluss des Auswahlmodus — ein zwischenzeitlicher Risswechsel rutscht also nicht durch.
  • Mindestens zwei Flurstücke sind gewählt. Ein doppelt angeklicktes Flurstück zählt nur einmal.
  • Jedes gewählte Flurstück ist grenzverändert oder gelöscht. Grenzverändert heißt: Die Geometrie weicht tatsächlich vom Bestand ab. Ein nur attributiv geändertes Flurstück wird abgelehnt — auch wenn es in der Objektliste als „verändert“ geführt wird.
  • Jedes gewählte Flurstück hat eine CAD-Geometrie.
  • Kein gewähltes Flurstück steckt bereits in einem Fortführungsfall.
  • Zu keinem gewählten Flurstück gibt es schon ein Flurstück mit erhöhter Folge. Andernfalls würde das Zielkennzeichen doppelt vergeben.
  • Jedes gewählte Flurstück grenzt an mindestens ein weiteres gewähltes Flurstück. Maßgeblich ist die ursprüngliche Geometrie — die berichtigte Grenze kann ja bereits verschoben sein. Ein Flurstück ohne Nachbarn in der Auswahl führt zum Abbruch; einen Teil-Fall legt VermCad nicht an.

Verletzt die Auswahl eine dieser Bedingungen, nennt die Meldung das betroffene Flurstück beim Namen und es wird nichts verändert.

Der Weg im CAD

Mit vorhandener Auswahl

  1. Die Grenze im CAD richtigstellen, sodass die betroffenen Flurstücke den Status verändert tragen (oder die Bestandsflurstücke untergehen lassen).
  2. Die betroffenen Flurstücke markieren — mindestens zwei, mit gemeinsamer Grenze.
  3. Reiter ALKIS → Berichtigung Zeichenfehler.

VermCad meldet das Ergebnis als Kurzhinweis am Mauszeiger, zum Beispiel: „Fortführungsfall ‚1‘ (Berichtigung eines in ALKIS fehlerhaft nachgewiesenen Grenzverlaufs): 2 Flurstücke gehen unter, 2 neue Flurstücke mit erhöhter Folge erzeugt. Der Fall ist in der Vollständigen Fortführung einsehbar.“ Konnte zu einzelnen Flurstücken kein neues Flurstück erzeugt werden, erscheint zusätzlich eine Warnung mit der Bitte, den Fall im Fortführungsdialog zu prüfen.

Ohne Auswahl: der Auswahlmodus

Ist beim Klick nichts markiert, fragt VermCad: „Bitte wählen Sie mindestens zwei grenzveränderte Flurstücke aus. Modus zur Auswahl von Flurstücken aktivieren?“

  • Ja schaltet das CAD in einen Auswahlmodus, in dem sich nur noch Flurstücke anklicken lassen. In der Statuszeile steht Alkisobjekte auswählen (Flurstück), oben rechts in der Zeichenfläche erscheint die Schaltfläche Fertig [ENTER].
  • Nach dem Anklicken aller betroffenen Flurstücke schließen Sie mit Fertig [ENTER] ab — die Berichtigung läuft dann wie oben.
  • ESC beendet den Modus, ohne etwas zu verändern.
  • Nein bricht ab.

Anderer Anlass über den Aufklapp-Pfeil

Die Schaltfläche trägt einen Aufklapp-Pfeil. Er bietet die drei Anlässe an, bei denen altes und neues Flurstück mit erhöhter Folge nebeneinander bestehen bleiben:

Schlüssel Anlass Aufruf
010502 Berichtigung eines fehlerhaft nachgewiesenen Grenzverlaufs (Zeichenfehler) Klick auf die Schaltfläche selbst — dieser Anlass ist die Vorbelegung; zusätzlich im Aufklappmenü
010202 Veränderung auf Grund wasserrechtlicher Vorschriften nur über das Aufklappmenü
010206 Veränderung auf Grund gerichtlicher Entscheidung nur über das Aufklappmenü

Ein Klick auf einen Menüeintrag führt die Berichtigung sofort mit diesem Anlass aus; die Auswahl wird nicht als neue Vorbelegung gemerkt. Beim nächsten Klick auf die Schaltfläche gilt wieder 010502.

Die Klartexte im Menü stammen aus der Anlass-Codeliste Ihres Bundeslandes und lauten deshalb nicht überall gleich — in Sachsen heißt 010502 zum Beispiel Berichtigung eines Zeichenfehlers, in Baden-Württemberg Berichtigung eines in ALKIS fehlerhaft nachgewiesenen Grenzverlaufs. Der Schlüssel steht jeweils in Klammern dahinter.

Was VermCad dabei tut

Schritt Wirkung
Bestandsflurstücke untergehen lassen Die gewählten Flurstücke werden als untergehend markiert. Bereits gelöschte Flurstücke bleiben unberührt — sie werden nicht ein zweites Mal gelöscht.
Neue Flurstücke erzeugen Zu jedem Bestandsflurstück entsteht ein deckungsgleiches neues Flurstück mit denselben Parametern und der um eins erhöhten Flurstücksfolge. Im Fall werden die neuen Flurstücke in derselben Reihenfolge geführt wie ihre Bestandsflurstücke — Bestand und neue Objekte lassen sich so Zeile für Zeile gegenüberstellen.
Fortführungsfall anlegen Die Bestandsflurstücke kommen in den Bestand des Falls, die neuen Flurstücke in die neuen Objekte. Der Fall erhält den gewählten Anlass.

Alle Schritte laufen als ein Vorgang: Ein anschließendes Rückgängig nimmt die Objektänderungen zusammen zurück. Der angelegte Fortführungsfall verschwindet dabei nicht — prüfen Sie ihn danach im Dialog Vollständige Fortführung und löschen Sie ihn gegebenenfalls von Hand.

Wenn schon ein Fall mit diesem Anlass existiert

Enthält das Projekt bereits einen Fortführungsfall mit dem gewählten Anlass, fragt VermCad, wie zu verfahren ist:

  • Ja — die gewählten Flurstücke in den vorhandenen Fall integrieren. Bestand und neue Objekte des Falls werden ergänzt.
  • Nein — einen weiteren Fall mit demselben Anlass anlegen.
  • Abbrechen — nichts tun.

Welche Antwort richtig ist, hängt vom Sachverhalt ab: Gehören die Flurstücke zu derselben Berichtigung, ist die Integration richtig; handelt es sich um einen räumlich getrennten zweiten Sachverhalt, ist ein eigener Fall sauberer.

Nach der Berichtigung

  • Der Fortführungsdialog wird nicht automatisch geöffnet. War er beim Auslösen bereits offen, legt VermCad das Register des Falls an beziehungsweise setzt den Fokus darauf.
  • Stellung in der Fallliste: In Baden-Württemberg zieht VermCad Fälle mit dem Anlass 010502 selbstständig an den Anfang der Fallliste — hinter das Register mit den weiteren Objekten. In den übrigen Ländern geschieht das nicht; verlangt Ihre Vorschrift die erste Stelle, ziehen Sie das Register selbst mit der Maus nach vorn (siehe Die Reihenfolge der Fortführungsfälle).
  • Flächenberichtigung: Der Fall wird wie jeder neu angelegte Fall vorbelegt — in Brandenburg mit eingeschalteter, in den übrigen Ländern mit ausgeschalteter Flächenberichtigung. Umstellen können Sie das im Fortführungsdialog; die Berichtigung ist mit und ohne Flächenberichtigung zulässig.
  • Kontrollieren: Übersetzen (F9), den Fall validieren und die Flächendeckung prüfen.

Wenn es nicht klappt

Meldung (sinngemäß) Ursache und Abhilfe
„Bitte wählen Sie mindestens zwei grenzveränderte Flurstücke aus.“ Es ist nur ein Flurstück gewählt — oder dasselbe Flurstück doppelt. Der Anlass verlangt mindestens zwei Bestands- und zwei neue Flurstücke.
„Das Flurstück … ist nicht grenzverändert und nicht gelöscht.“ Am Flurstück wurde die Grenze noch nicht verändert, oder es ist nur attributiv geändert. Zuerst die Grenze richtigstellen oder das Flurstück löschen. Eine rein attributive Änderung ist kein Zeichenfehler-Fall.
„Das Flurstück … ist bereits in einem Fortführungsfall enthalten.“ Das Flurstück ist Kernobjekt eines anderen Falls. Entweder den anderen Fall bereinigen oder das Flurstück aus der Auswahl nehmen.
„Zum Flurstück … existiert bereits ein Flurstück mit erhöhter Folge.“ Das Nachfolge-Flurstück wurde bereits angelegt — etwa in einem früheren Anlauf von Hand. Vorhandenes Nachfolge-Flurstück löschen oder den Fall von Hand weiterbauen.
„Folgende Flurstücke haben keine gemeinsame Grenze mit einem weiteren gewählten Flurstück: …“ Ein gewähltes Flurstück liegt isoliert. Entweder das trennende Nachbarflurstück mit auswählen oder das isolierte Flurstück in einem eigenen Fall behandeln.
„Die Auswahl enthält ein Objekt, das kein Flurstück ist.“ In der Markierung steckt ein anderes Objekt. Auswahl bereinigen — oder den Auswahlmodus benutzen, der nur Flurstücke zulässt.
„Das Flurstück … hat keine CAD-Geometrie.“ Zum ALKIS-Flurstück fehlt das CAD-Objekt. Projekt übersetzen (F9) und die Objektzuordnung prüfen.
„Bei der Fallerzeugung ist ein Fehler aufgetreten …“ Der Fall wurde bereits eingehängt, konnte aber nicht vollständig gefüllt werden. Den Fall im Fortführungsdialog prüfen und gegebenenfalls löschen, dann erneut versuchen.

Verhältnis zur automatischen Fallermittlung

VermCad erkennt Zeichenfehler-Berichtigungen auch nachträglich: Die automatische Fallermittlung prüft diesen Anlass sogar als ersten — sonst würde die Flächenheuristik der Zerlegungs- und Verschmelzungsprüfung die betroffenen Flurstückspaare falsch deuten.

Sie setzt allerdings voraus, dass die Konstruktion bereits vollständig vorliegt: zu jedem untergegangenen Flurstück ein neues mit gleicher Flurstücksnummer und genau um eins erhöhter Folge, und benachbarte Paare mit gemeinsamer, veränderter Grenze. Genau diese Konstruktion baut die Schaltfläche auf.

Daraus ergibt sich die Arbeitsteilung:

  • Schaltfläche — der direkte Weg: aus veränderten Bestandsflurstücken entsteht der fertige Fall.
  • Automatische Fallermittlung — der nachträgliche Weg: aus einer von Hand aufgebauten Konstruktion entsteht der Fall.

Ein Doppelfall entsteht dabei nicht: Flurstücke, die bereits in einem Fortführungsfall stecken, lässt die automatische Ermittlung liegen.

Siehe auch



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