ALKIS-Arbeitsabläufe-Aufbau der Erhebungsdaten: Unterschied zwischen den Versionen
Claude (Diskussion | Beiträge) Neue Seite: Aufbau der Erhebungsdaten — Blockstruktur, Reihenfolge, Einfügen/Ersetzen/Löschen |
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Was innerhalb der Datei gilt, gilt ebenso zwischen den Fortführungsfällen: Ein Objekt, auf das verwiesen wird, darf nicht erst in einem '''späteren''' Fall entstehen als das Objekt, das darauf verweist. Sonst läuft die Referenz zwischenzeitlich ins Leere, und die aufnehmende Stelle bricht den Import ab. Der häufigste Fall ist ein Bauwerk, das in einem früheren Fall übergeben wird als „sein" Gebäude. | Was innerhalb der Datei gilt, gilt ebenso zwischen den Fortführungsfällen: Ein Objekt, auf das verwiesen wird, darf nicht erst in einem '''späteren''' Fall entstehen als das Objekt, das darauf verweist. Sonst läuft die Referenz zwischenzeitlich ins Leere, und die aufnehmende Stelle bricht den Import ab. Der häufigste Fall ist ein Bauwerk, das in einem früheren Fall übergeben wird als „sein" Gebäude. | ||
Version vom 13. August 2026, 11:01 Uhr
Ziel
Diese Seite beschreibt, wie die abgegebene Fortführungs- bzw. Erhebungsdatei aufgebaut ist: in welcher Reihenfolge VermCad die Objekte ausgibt, welches Objekt vor dem ersten Fortführungsfall steht, welches in einem Fall und welches ganz am Schluss — und wann ein Objekt ersetzt und wann es gelöscht und neu eingefügt wird. Wer den Aufbau kennt, kann Simulationsfehler der aufnehmenden Stelle deutlich schneller einordnen. Fokus Baden-Württemberg.
Der reine Punktexport aus der Koordinatenliste ist ein anderer Weg und unter ALKIS-Punktfortführung beschrieben.
Die vier Blöcke der Ausgabedatei
VermCad schreibt die geänderten Objekte immer in dieser Reihenfolge:
- Objekte ohne Fortführungsfall. Alles, was vor dem ersten Fortführungsfall stehen darf oder muss. Im Dialog ALKIS-Vollständige Fortführung ist das genau das Register Weitere Objekte — es steht dort nicht zufällig an erster Stelle.
- Vorab-Sätze geometrieveränderter Bestandsobjekte. Bestandsflurstücke, deren Geometrie sich geändert hat, werden vorab mit ihren Vorgabe-Attributen und der geänderten Geometrie als Ersetzungssatz ausgegeben — noch vor dem Deckblatt. Im ersten Fortführungsfall betrifft das nur Objekte, die dort untergehen; für alle weiteren Fälle gilt es allgemein.
- Deckblatt und Fortführungsfälle. Zuerst das Objekt AX_FortfuehrungsnachweisDeckblatt, danach je Fall das Objekt AX_Fortfuehrungsfall und anschließend dessen Fortführungsobjekte — in der Reihenfolge der Fälle im Dialog.
- Nachgelagerte Objekte. Neue Gebäude und alles, was von ihnen abhängt (siehe unten).
Nicht nachweispflichtige Anlässe erzeugen kein Objekt AX_Fortfuehrungsfall; ihre Objekte werden trotzdem an der passenden Stelle mit ausgegeben. Nicht in den Entwurf integrierte Fälle (Schalter Nicht integriert) werden gar nicht exportiert.
Hinweis: In Baden-Württemberg trägt jedes ausgegebene neue Objekt sowie Deckblatt und Fortführungsfall einen aufsteigenden Zeitstempel (Lebenszeitbeginn), der beim Export automatisch in Ausgabereihenfolge vergeben wird. Die aufnehmende Datenhaltung wertet ihn mit aus — die Ausgabereihenfolge ist also keine Formsache.
Welches Objekt gehört wohin
| Objektgruppe | Platz in der Datei |
|---|---|
| Nutzungsartenobjekte | immer vor dem ersten Fortführungsfall („Weitere Objekte"). Dadurch steht im Fortführungsnachweis bei neuen Flurstücken stets die aktuelle Nutzungsart — auch beim Anlass 010403. |
| Punktobjekte und Punktorte | vor dem ersten Fortführungsfall. Neue Grenzpunkte und Punktorte stehen damit in jedem Fall dort, wo sie bei der Flurstücksbearbeitung gebraucht werden. |
| Katalogobjekte | vor dem ersten Fortführungsfall. |
| Präsentationsobjekte | dort, wo das Objekt steht, das sie darstellen. |
| Flurstücke, Gebäude, besondere Flurstücksgrenzen, Bauwerke und Bauteile | in dem Fortführungsfall, in dem sie entstehen, geändert oder gelöscht werden. Sind sie in keinem Fall Kernobjekt, wandern sie zu den weiteren Objekten. |
| Lagebezeichnungen mit Hausnummer | in dem Fortführungsfall, in dem sie zum ersten Mal verknüpft werden — also nach dem Flurstück, auf das sie sich beziehen. Ihre Präsentationsobjekte folgen ihnen. |
| Neue Gebäude sowie ihre Präsentationsobjekte und die zu ihnen gehörenden Bauwerke | ganz ans Ende (nachgelagerte Objekte). |
Nachgelagerte Objekte
Neue Gebäude — und Gebäude, die eine neue Lagebezeichnung erhalten — werden bewusst ans Ende der Datei sortiert. Grund: Ein Gebäude verweist auf seine Lagebezeichnung, und diese darf erst nach dem referenzierenden Flurstück ausgegeben werden. Damit die Objektkennung des Gebäudes beim Import bereits bekannt ist, folgen ihm
- seine Präsentationsobjekte und
- alle Bauwerke und sonstigen Einrichtungen, die zu diesem Gebäude gehören — auch dann, wenn das Bauwerk selbst nicht neu ist, sondern nur geändert oder auf das neue Gebäude umgehängt wurde.
Innerhalb dieses letzten Blocks stehen die Gebäude vor den übrigen Objekten.
Praktische Folge: Wird eine bestehende Überdachung auf ein neu erfasstes Gebäude umgehängt, gehört sie hinter dieses Gebäude — auch wenn beide im Dialog unter „Weitere Objekte" aufgelistet sind. Denken Sie beim Historisieren eines Gebäudes außerdem daran, die zugehörigen Bauwerke auf das neue Gebäude umzuhängen.
Die Reihenfolge gilt auch über die Fälle hinweg
Was innerhalb der Datei gilt, gilt ebenso zwischen den Fortführungsfällen: Ein Objekt, auf das verwiesen wird, darf nicht erst in einem späteren Fall entstehen als das Objekt, das darauf verweist. Sonst läuft die Referenz zwischenzeitlich ins Leere, und die aufnehmende Stelle bricht den Import ab. Der häufigste Fall ist ein Bauwerk, das in einem früheren Fall übergeben wird als „sein" Gebäude.
Prüfen Sie vor dem Export deshalb nicht nur die Sortierung innerhalb eines Falls, sondern auch die Reihenfolge der Fälle. Maßgeblich ist die Reihenfolge der Register im Dialog ALKIS-Vollständige Fortführung — genau in dieser Folge werden die Fälle ausgegeben. Die Register lassen sich mit der Maus an eine andere Position ziehen; die neue Reihenfolge gilt sofort auch für den Export.
Einfügen, Ersetzen, Löschen
Der Objektstatus im Fortführungsdialog bestimmt unmittelbar die Satzart in der Ausgabedatei:
| Status | Satzart |
|---|---|
| neu | Einfügen (Insert) |
| gelöscht / untergehend | Löschen (Delete) |
| verändert (Attribute oder Geometrie) | Ersetzen (Replace) |
Ändert ein Flächenobjekt — etwa eine Nutzungsfläche — nur seine Geometrie und bleibt dabei ein zusammenhängendes Objekt, wird es ersetzt. Zerfällt es dagegen in mehrere Teilflächen, kann die Geometrie des Bestandsobjekts nicht mehr angepasst werden: Das Bestandsobjekt wird gelöscht und die Teilflächen werden als neue Objekte eingefügt. Dasselbe Muster gilt beim Auftrennen linienhafter Objekte an einem neuen Grenzpunkt.
Ein Objekt kann in derselben Datei mehrfach vorkommen — mit unterschiedlichen Satzarten in unterschiedlichen Fällen. Ein Bestandsflurstück, das erst eine Flächenberichtigung erfährt und später verschmolzen wird, erscheint zum Beispiel dreimal: als Ersetzungssatz im Vorab-Block wegen der Geometrieänderung, als Ersetzungssatz im Fall zur Flächenberichtigung und als Löschsatz im Fall zur Verschmelzung.
Das Einversionenmodell und die rote Darstellung
VermCad hält je Objekt nur eine Version und damit immer den aktuellen Zustand. Der Objektstatus, den der Fortführungsdialog anzeigt, ist deshalb der Status im gesamten Projekt — nicht der Status zum Zeitpunkt des jeweiligen Falls.
Daraus folgt ein Bild, das regelmäßig für Verunsicherung sorgt: Ein Flurstück, das erst in einem späteren Fall untergeht, wird auch in einem früheren Fall bereits rot (untergehend) dargestellt. Das ist kein Fehler und kein Zeichen dafür, dass die Fälle falsch gebildet wurden — die exportierte Satzfolge ist trotzdem korrekt (siehe das Beispiel im vorigen Abschnitt). Ein Neuaufbau der Fortführungsfälle ist deswegen nicht nötig.
Typische Fehlerbilder
Die Simulation bricht mit einem Reihenfolgefehler ab
Symptom: Die aufnehmende Stelle meldet, ein Objekt werde benutzt, bevor es existiert — häufig ein Bauwerk vor „seinem" Gebäude oder eine Lagebezeichnung vor „ihrem" Flurstück.
Ursache und Abhilfe: Prüfen Sie zuerst, welche Programmversion den beanstandeten Export erzeugt hat. Mehrere Sonderfälle der Objektsortierung — insbesondere geänderte Bauwerke an neuen Gebäuden und gemarkungsübergreifende Fälle — wurden erst nachträglich ergänzt. Nach einem Update und einem frischen Export erledigen sich diese Meldungen in aller Regel. Ein Umsortieren der Abgabedatei von Hand ist allenfalls ein Notbehelf.
Prüfen Sie außerdem die Reihenfolge der Fortführungsfälle. Entsteht das referenzierte Objekt erst in einem späteren Fall als das verweisende, hilft kein Update — dann sind die Register im Fortführungsdialog umzusortieren (siehe Die Reihenfolge gilt auch über die Fälle hinweg).
Ein Objekt taucht doppelt in der Datei auf
Symptom: Das Fehlerprotokoll nennt ein Objekt, das in der Exportliste des Dialogs nur einmal erscheint.
Ursache: Entweder handelt es sich um das oben beschriebene, völlig korrekte Mehrfachvorkommen mit unterschiedlichen Satzarten — oder das Objekt ist in mehreren Fortführungsfällen zum Export markiert.
Abhilfe: Die Validierungsmeldung „Es wurden Objekte in mehreren Fortführungsfällen für den Export markiert." beachten und die überzähligen Export-Haken entfernen; zulässige Ausnahmen sind unter ALKIS-Arbeitsabläufe-Fortführungsfälle und Validierungsmeldungen beschrieben.
Gemarkungsübergreifende Fälle
Symptom: Die Simulation läuft ausgerechnet bei einer gemarkungsübergreifenden Fortführung mehrfach nicht durch.
Ursache: Die Sortierung ist hier besonders empfindlich, weil Flurstücke der jeweils anderen Gemarkung in einer bestimmten Relation zu den Punktobjekten stehen müssen.
Abhilfe: Vor der Fehlersuche im Projekt den Programmstand prüfen und aktualisieren. Zur Arbeitsreihenfolge an der Gemarkungsgrenze siehe Arbeiten an der Gemarkungsgrenze.
Siehe auch
- ALKIS-Vollständige Fortführung
- ALKIS-Arbeitsabläufe-Fortführungsfälle und Validierungsmeldungen
- ALKIS-Punktfortführung
- ALKIS-Arbeitsabläufe-ALKIS-Objekte erstellen und löschen
