Handriss mit dem KI-Assistenten einlesen
Alte Handrisse (Orthogonalaufnahmen) liegen oft nur als Bild vor. Der KI-Assistent liest einen solchen Riss Linie für Linie und lässt VermCad daraus die passenden Blöcke im MWT-Text anlegen: je Messungslinie ein eigenes Koordinatensystem, auf Wunsch stattdessen eine Verkettete Transformation (VKT). Sie prüfen die gelesenen Werte und bestätigen, bevor etwas geschrieben wird.
Voraussetzungen
- Ein Auftrag ist geöffnet (ohne Auftrag ist der Menüpunkt ausgegraut).
- Im KI-Assistenten ist der Projektzugriff eingeschaltet und der Schulungsmodus aus. Sonst kann der Assistent den Riss nur beschreiben, aber keine Blöcke schreiben; VermCad weist darauf hin.
- Der Handriss liegt als Bilddatei vor (PNG, JPG, GIF oder WebP, bis 10 MB). Ein Scan in guter Auflösung ist besser als ein Screenshot: Dateien liest der Assistent in voller Auflösung, Bilder aus der Zwischenablage nur verkleinert.
Ablauf
- Menü Transfer → Handriss mit dem KI-Assistenten einlesen.... Die Dateiauswahl Handriss auswählen öffnet sich; wählen Sie eine oder mehrere Bilddateien.
- Haben Sie die Hinweise zum KI-Assistenten noch nicht bestätigt, erscheint zuerst der Einwilligungsdialog.
- Der Chat öffnet sich mit einem neuen Gesprächsverlauf und startet das Einlesen. Der Assistent verschafft sich zuerst einen Überblick (Rissnummer, Festpunkte, Messungslinien) und nennt die erkannten Linien.
- Danach liest er die Messungslinien nacheinander in vergrößerten Ausschnitten und meldet je Linie einen Zwischenstand mit den gelesenen Werten und den unsicheren Stellen. Unleserliche Werte fragt er nach, statt zu raten.
- Zum Schluss legt VermCad die erzeugten Blöcke im Dialog KI-Assistent: MWT ändern vor (alle Zeilen grün = neu). Mit Übernehmen werden sie am Ende des MWT-Texts angefügt, und VermCad übersetzt das Projekt (F9). Der Assistent nennt Ihnen die Meldungen.
Sie können einen Handriss auch direkt im Chat anhängen (Büroklammer) und fragen: „Lies den angehängten Handriss ein und erzeuge die Koordinatensysteme.“
Was geschrieben wird
Je Messungslinie ein Koordinatensystem (Vorgabe)
Jede Messungslinie wird ein Block VORGABEN KOORDINATENSYSTEM n: Ursprung ist der Anfangspunkt (0/0), die X-Achse zeigt zum Endpunkt, X ist die Abszisse und Y die Ordinate (rechts der Laufrichtung positiv). Der Endpunkt erhält das Endmaß als X.
Spannmaße und Steinbreiten zwischen Punkten derselben Linie kommen als Block ENTFERNUNGEN KOORDINATENSYSTEM n in dasselbe Koordinatensystem. Strecken zwischen Punkten verschiedener Linien stehen auskommentiert in einem eigenen Block; sie werden erst rechenbar, wenn die Punkte im Auftragssystem Koordinaten haben.
VORGABEN KOORDINATENSYSTEM 1, REM = 'Handriss 9: PP27 nach PP26; Ursprung PP27' xx x PP27 x x Y = 0.00 X = 0.00; xx x 776 x x Y = 11.88 X = 13.77; xx x PP26 x x Y = 0.00 X = 116.06; END
Die Maße sind Werte im lokalen System des Risses, so wie sie im Riss stehen (Meter, zwei Nachkommastellen); VermCad reduziert sie nicht.
Verkettete Transformation (auf Wunsch)
Sagen Sie z. B. „… als VKT“, erzeugt VermCad einen Block VKTRANSFORMATION mit einem Koordinaten-Abschnitt je Linie und den Strecken als Entfernungs-Abschnitt (a-priori-Genauigkeit 0,03 m). Festpunkte sind die genannten Punkte, sonst alle Anfangs- und Endpunkte. Die VKT rechnet erst, wenn diese Festpunkte im Auftrag koordiniert sind; fehlen Koordinaten, nennen der Bestätigungsdialog und der Assistent die betroffenen Punkte. Bis dahin meldet F9 „Keine Koordinaten für Punkt …“ – das ist kein Fehler der Blöcke.
Nummern
Koordinatensystem-Nummern und Berechnungsnummern (NR) wählt VermCad selbst als nächste freie Nummer. Nennen Sie Nummern, die schon belegt sind, fragt der Assistent nach, welche Nummer Sie stattdessen möchten.
Tipps
- Die Lesequalität hängt stark vom KI-Modell ab. Für Handrisse empfiehlt sich ein großes Modell: beim VermCad-Testzugang claude-sonnet-5-5@default (Sonnet 5.5) oder claude-opus-5-5@default (Opus 5.5) statt der Vorgabe claude-haiku-4-5@20251001 (Haiku 4.5). Das Modell wählen Sie im Zahnrad-Dialog unter Meine Engine-Auswahl → Modell.
- Bei alter Handschrift sind 1 und 7, 1 und 4 sowie 0 und 3 leicht zu verwechseln. Der Assistent liest solche Ziffern nach und nennt Ihnen beide Lesarten, wenn sie offen bleiben. Prüfen Sie die Zwischenstände gegen das Original.
- Der Assistent prüft die Werte auf Plausibilität: Abszissen wachsen zum Endpunkt, das Endmaß ist die größte Abszisse, Spannmaße müssen zu Abszissen und Ordinaten passen.
- Bei sehr dichten Rissen kann eine Anfrage an ihre Grenze kommen. Der Assistent fragt dann, ob er weitermachen soll; lassen Sie ihn sonst die Linien in mehreren Fragen lesen.
Rückgängig
Die angefügten Blöcke nehmen Sie im MWT-Editor mit Bearbeiten → Rückgängig zurück (ggf. zweimal) und übersetzen danach mit F9.
Grenzen
- Das Einlesen ist für Orthogonalaufnahmen mit Messungslinien zwischen Festpunkten gebaut; andere Rissformen kann der Assistent beschreiben, aber nicht in Blöcke übersetzen.
- Der Assistent erzeugt keine Messungslinien (MESSLINIE), sondern Koordinatensysteme bzw. eine VKT.
- Namen auf dem Riss (z. B. der Messende) übernimmt der Assistent nicht.
Siehe auch